ROUNDUP, Milliardenschwerer

Milliardenschwerer Hackerangriff auf Kryptobörse Binance

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 13:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die größte Digitalwährungsbörse Binance ist Ziel eines Hackerangriffs mit milliardenschweren Folgen geworden.

Nach Angaben von Binance sind insgesamt Werte in Höhe von schätzungsweise 6,3 Milliarden Dollar (ca. 5,63 Milliarden Euro) betroffen. Alle Ein- und Auszahlungen wurden temporär ausgesetzt.

Zugleich versicherte die Kryptowährungsbörse auf der Online-Plattform X, dass die Bestände der Nutzer "sicher" seien und man alle Verluste ausgleichen werde. Mit Partnern habe man bisher betroffene Einheiten von Digitalwährungen im Wert von rund drei Milliarden Dollar eingefroren, hieß es weiter.

Experten: Größter Krypto-Hack

Die Analysefirma TRM Labs schrieb die Attacke nordkoreanischen Hackern der Gruppe TraderTraitor zu. Nach Erkenntnissen von TRM bewegten die Angreifer einen Großteil des Betrages von 6,36 Milliarden Dollar binnen 20 Minuten. Es sei der Angriff auf eine Digitalwährungsbörse mit dem größten Ausmaß gewesen. Bei der bisher schwerwiegendsten Attacke waren demnach Anfang 2025 rund 1,5 Milliarden Dollar in Digitalwährungen auf der Börse Bybit erbeutet worden. Auch dieser Angriff wurde der nordkoreanischen Hackergruppe zugeschrieben.

TRM zufolge versuchten die Angreifer, dem Einfrieren gestohlener Digitalwährungs-Einheiten durch Transaktionen mit den Kryptoeinheiten zuvorzukommen. Sie hielten aktuell Kryptowährungen im Wert von rund 2,4 Milliarden Dollar, an die deren Herausgeber nicht herankämen.

Entwicklungs-Rechner sichern wie Kronjuwelen.

Thomas Boele, Experte bei dem Cybersecurity-Unternehmen Check Point, sagte, erste Erkenntnisse deuteten auf einen erstaunlich gewöhnlichen Einstieg hin: den kompromittierten Laptop eines Entwicklungs-Ingenieurs. "Die Schwachstelle war nicht die Blockchain, sondern der Rechner eines Mitarbeiters mit weitreichenden Zugriffsrechten. Unternehmen müssen diese Geräte wie Kronjuwelen schützen." Dazu gehörten eine strikte Trennung zwischen Entwicklungszugängen und der Freigabe von Transaktionen, eine Richtlinienprüfung vor jeder kritischen Aktion und harte Limits dafür, wie viel Geld wie schnell fließen darf.

Boele verwies auf Angaben von Analysten, wonach ein Großteil des Geldes innerhalb von rund 20 Minuten abgeflossen sei. "Die Verteidigung muss genauso schnell sein. Was nicht sofort eingefroren wird, ist kaum zurückzuholen."

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