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Adyen kappt 2026er-Margenprognose - Aktie fÀllt zweistellig

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 11:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der niederlĂ€ndische Zahlungsdienstleister Adyen NL0012969182 hat das Margenziel fĂŒr dieses Jahr gesenkt und fĂŒr die kommenden Jahre gleich ganz gestrichen.

So rechnet das Unternehmen im laufenden Jahr bei der Marge gemessen am Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) jetzt nur noch mit einem Wert von 50 Prozent und damit rund zwei Prozentpunkte weniger als bisher. Das mittelfristige Ziel einer Marge von mehr als 55 Prozent wurde ganz gestrichen. An der Börse sorgte dies fĂŒr zweistellige Verluste.

Mit dem gestrichenen 2028er-Margenziel will sich das Adyen-Management um die beiden Chefs Pieter van der Does und Ingo Uytdehaage mehr FlexibilitĂ€t beim Ausbau des GeschĂ€fts verschaffen. Es stellt also erst mal Investitionen in das Wachstum ĂŒber den Anstieg des Gewinns. Angaben zur ProfitabilitĂ€t und zum Gewinn im dritten Quartal machte der Konzern wie ĂŒblich im Herbst nicht.

Der Umsatz legte in den drei Monaten bis Ende September um 23 Prozent auf 738 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwoch in Amsterdam mitteilte. Das Wachstum fiel damit etwas stĂ€rker als erwartet aus. Das Umsatzziel fĂŒr das laufende Jahr wurde bestĂ€tigt. Demnach rechnet Adyen im laufenden Jahr unter anderem dank der ZukĂ€ufe der Unternehmen Talon.One und Orb mit einem um WĂ€hrungseffekte bereinigten Anstieg von 21 bis 23 Prozent.

Im dritten Quartal sei der Umsatz wĂ€hrungsbereinigt um 22 Prozent, also in der Mitte der anvisierten Bandbreite, gestiegen. Das Volumen der ĂŒber Adyen-Technik abgewickelten Zahlungen zog um 30 Prozent auf 451 Milliarden Euro an - damit wurde den Angaben des Unternehmens zufolge einmal mehr das Marktwachstum ĂŒbertroffen.

An der Börse half das nicht weiter. Im Gegenteil: Die gekappte Margenprognose belastete die im EuroStoxx 50 EU0009658145 notierte Aktie stark. Sie fiel am spĂ€ten Vormittag elf Prozent auf 840 Euro und baute damit ihr Jahresminus auf 39 Prozent aus. Damit knĂŒpfen die Adyen-Anteile an die schwache Entwicklung der vergangenen Jahre an. Seit dem Rekordhoch von 2.835 Euro vor gut fĂŒnf Jahren sank der Börsenwert um 70 Prozent auf zuletzt nur noch knapp 27 Milliarden Euro.

Das Unternehmen ist seit 2018 an der Börse. Das Papier war von Anfang an stark gefragt. Am ersten Handelstag hatte sich der Kurs vom Ausgabepreis in Höhe von 240 Euro fast verdoppelt. Die Bewertung ist von rund 7,5 Milliarden Euro zum Start bis auf knapp 90 Milliarden Euro in der Corona-Pandemie gestiegen. Damals schnellte die Nachfrage nach Online-Zahlungen nach oben. Zudem verschwand mit der Wirecard-Insolvenz ein wichtiger Konkurrent.

Adyen wurde 2006 gegrĂŒndet und profitiert vom Boom bei Zahlungen mit Karten in GeschĂ€ften und dem stark anziehenden Onlinehandel. Zu den Kunden zĂ€hlen unter anderem Booking.com US09857L1089, Delivery Hero DE000A2E4K43, Ebay US2786421030, Easyjet GB00B7KR2P84, Spotify LU1778762911 und Zalando DE000ZAL1111.

Viele Experten wie Barclays-Experte Sven Merkt stuften die gesenkte 2026er-Margenprognose und das gestrichene Mittelfristziel als zunĂ€chst negativ ein. Positiv sei, dass dies Spielraum fĂŒr weitere Investitionen in die Technik oder ZukĂ€ufe gebe, um langfristig stark zu wachsen. So bestĂ€tigte er seine Kaufempfehlung. JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande sieht dies Ă€hnlich.

Er geht aber davon aus, dass die durchschnittliche Gewinnerwartung in diesem Jahr im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken könnte. In den Jahren danach könnte es sogar mehr sein. Deshpande empfiehlt das Papier wie der Großteil der von Bloomberg erfassten 41 Analysten zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt aktuell noch bei knapp 1.400 Euro. Das dĂŒrfte aber in den kommenden Tagen sinken.

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