RWE, Aktie

RWE Aktie: 4 Milliarden Euro in einer Nacht

23.06.2026 - 01:18:02 | boerse-global.de

RWE sichert sich 4 Milliarden Euro für den Ausbau der Amprion-Beteiligung auf 55 Prozent. Der Aktienkurs gab nachbörslich leicht nach.

RWE platziert Aktien im Wert von 4 Milliarden Euro
RWE - Dunkle Sturmwolken über einem Windpark bei Sonnenuntergang, mit einem einzelnen Blitz in der Ferne, der Spannung und finanzielle Volatilität symbolisiert. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

RWE hat am Montagabend Fakten geschaffen — und das in beachtlichem Tempo. Per Accelerated Bookbuilding platzierte der Energiekonzern knapp 74,4 Millionen Aktien bei institutionellen Investoren und erzielte dabei einen Bruttoemissionserlös von rund 4 Milliarden Euro. Der Platzierungspreis lag bei 54,00 Euro je Aktie.

Mehrheit an Amprion als Ziel

Das frische Kapital hat einen klaren Verwendungszweck: RWE stockt seinen mittelbaren Anteil am Übertragungsnetzbetreiber Amprion auf 55 Prozent auf. Bisher hielt der Konzern — gemeinsam mit Finanzinvestor Apollo — 25,1 Prozent. Die Verkäufer sind ein Konsortium aus Versorgungswerken und Versicherern, darunter Meag Munich Ergo und Talanx. Der Kaufpreis für die Anteilsaufstockung beläuft sich auf rund 3,6 Milliarden Euro, der Vollzug ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

Amprion betreibt ein 11.000 Kilometer langes Höchstspannungsnetz, das Strom von der Nordsee bis zu den Alpen transportiert. Im Zuge der Energiewende steht ein umfangreicher Netzausbau an — genau hier sieht RWE-Chef Markus Krebber attraktives Wachstum. "Mit Umsetzung der angekündigten Kapitalmaßnahme sind auch die zusätzlichen Investitionen bis 2031 abgesichert", sagte er. Das Ergebnis je Aktie soll laut Krebber ab Tag eins durch den Deal steigen, das Ziel für 2031 klettert von 4,40 auf 4,55 Euro.

Starke Ankerinvestoren, aber Kurs unter Druck

Die Platzierung stützen zwei gewichtige Ankerinvestoren: Die Qatar Investment Authority und der norwegische Staatsfonds Norges Bank haben gemeinsam Aktien im Wert von rund 1 Milliarde Euro fest gezeichnet — etwa ein Viertel des Gesamtvolumens. Das signalisiert institutionelles Vertrauen in die Transaktion.

Die Kapitalerhöhung setzt sich zu fast gleichen Teilen aus neuen Aktien und dem Verkauf eigener Aktien zusammen. Das Bezugsrecht der Altaktionäre wurde ausgeschlossen. Kein Wunder, dass der Kurs nachbörslich unter Druck geriet: Verwässerungseffekte und der kurzfristige Angebotsüberhang drückten die Aktie zunächst um rund zwei bis drei Prozent.

Für weitere Kapitalmaßnahmen gilt nun eine Sperrfrist von 90 Tagen. Die neuen Aktien sollen am 24. Juni zum Handel zugelassen und am 26. Juni geliefert werden. RWE hält unterdessen an seiner Dividende von 1,32 Euro je Aktie für 2026 fest und bekräftigt das Ziel, diese jährlich um 10 Prozent zu steigern — ein Anker für Aktionäre, die über die Verwässerung hinausschauen wollen.

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