Scheideweg
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 09:00 Uhr | dgap, AD HOC NEWS| mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG / Schlagwort(e): Sonstiges 16.09.2026 / 09:00 CET/CEST FĂŒr den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Kapitalmarkt-Standpunkt von Kai Jordan, Vorstand der mwb Wertpapierhandelsbank AG Die âZwischenwahlzeitâ ist in Deutschland meistens eine sehr interessante Zeit. Gemeint ist die Zeit zwischen den Landtagswahlen, die immer als groĂer Stimmungstest fĂŒr die Bewertung der amtierenden Bundesregierung gewertet wird. Insofern ist Deutschland etwas Besonderes. Es gibt nicht wie in den USA die Midterms, es gibt viele punktuelle Wahlen, die interessanterweise alle gleich gewichtet werden, obwohl die BundeslĂ€nder strategisch und in Bevölkerungszahl stark differenzieren. Jetzt stehen wir zwischen den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zeitgleich mit Berlin. In diesem Standpunkt beschĂ€ftigen wir uns damit, ob der Rechtsruck in Sachsen-Anhalt zum Kapitalmarktrisiko fĂŒr KMU werden kann. Die Wahl in Sachsen-Anhalt verschiebt die politische Risikowahrnehmung von auslĂ€ndischen Investoren massiv. Politische StabilitĂ€t ist wichtig fĂŒr die wirtschaftliche Berechenbarkeit. Unternehmensbewertungen unterliegen auch dem Country Risk. So verbindet Amundi, als groĂer institutioneller Investor die RisikoprĂ€mie von Unternehmen mit der politischen StabilitĂ€t. Beide gehen Hand in Hand. https://research-center.amundi.com/article/german-reforms-what-do-they-mean-european-equities. Auch der PrĂ€sident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, Ă€uĂert sein massives Unbehagen ĂŒber den Aufstieg der AfD auf einer Pressekonferenz der EuropĂ€ischen Zentralbank in Berlin: âHilft das, auslĂ€ndische Investoren in dieses Land zu locken? Definitiv nicht. Ich denke, sie werden zögern, sie werden davor zurĂŒckschrecken, hier GeschĂ€fte zu machen. Also ja, ich mache mir Sorgen.â BundesbankprĂ€sident Nagel sagt, er sei besorgt ĂŒber den Aufstieg der extremen Rechten | Reuters Gerade Small und Mid Caps sind vom Heimatmarkt stĂ€rker abhĂ€ngig. Operativ sind diese Unternehmen in Deutschland zumeist fest verankert, eben auch als ProduktionsstĂ€tten. Das ist ein klarer Unterschied zu global orientierten und diversifizierten Konzernen. Gerade hier ist ein negatives Risikoprofil von Deutschland entscheidend. Amundi legt sich auch hier fest: âERP leg: reform credibility, political stability and lower tail risk can all reduce the premium investors demand.â und speziell fĂŒr Small/Mid Caps: âWe would expect German small and mid-cap companies with high domestic sales and strong balance sheets to outperform large multinational companies. Small- and mid-cap stocks have the most direct fiscal leverage; they benefit (or at least donât suffer) from euro strength, and they carry the highest confidence beta from a depressed base.â https://research-center.amundi.com/article/german-reforms-what-do-they-mean-european-equities?utm_source=chatgpt.com Auch Moodys sieht die Risiken bei Corporate Bonds deutlich. Der Appetit am Credit-Markt wird durch politische Unsicherheiten gebremst. Höhere RisikoprĂ€mien schlagen sich bei kleineren Corporate-Bond-Emittenten direkt nieder. Ist der Kupon noch finanzierbar? TrĂ€gt mein GeschĂ€ftsmodell die Höhe des Kupons? Bekomme ich die Anleihe platziert? Kann ich eine Bank motivieren mich zu betreuen? Das Entscheidende fĂŒr die Emittenten. Es handelt sich um UmstĂ€nde, die ihre direkte Unternehmensexistenz betreffen und die sie nicht beeinflussen können. Deutschland trifft der politische Rechtsruck in einer Phase wachsender struktureller Standortbelastungen. Das IW erwartet bis 2029 eine FachkrĂ€ftelĂŒcke von 723.000 Personen, 47 Prozent mehr als 2024, und warnt: âDass zugleich die Zuwanderung einbricht, dĂŒrfte den Anstieg noch beschleunigen.â https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/alexander-burstedde-arbeitsmarkt-2029-fehlen-723000-fachkraefte.html Gerade die sogenannten neuen BundeslĂ€nder sind auf Zuwanderung angewiesen. Mehr als 160.000 AuslĂ€nder arbeiten dort in Engpassberufen. https://www.iwkoeln.de/themen/arbeit-und-verdienst/zuwanderung-und-integration.html Parallel ist Energie in der Nach-Habeck-Zeit wieder zu einem akuten Wettbewerbsfaktor geworden. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht Mitte September eine nachlassende Konjunkturdynamik; Reuters nennt âpersistently high energy pricesâ als Belastung fĂŒr Konsum und Wirtschaft. https://www.reuters.com/world/berlin-sees-slowdown-economic-momentum-early-q3-2026-09-14/ Hinzu kommt die problematische Gasversorgung. Deutschlands Speicher sind nicht ausreichend gefĂŒllt. Das Wirtschaftsministerium scheint dies zu verdrĂ€ngen und behauptet fest und steif, dass das alles kein Problem sei und ignoriert, dass rein rechnerisch die Speicher nicht mehr auf die festgelegten Standards gefĂŒllt werden können. Die deutschen Speicher waren Anfang September nur zu rund 53 Prozent gefĂŒllt, dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren, wĂ€hrend europĂ€ische und auch deutsche Gaspreise auf den höchsten Stand seit Januar 2023 gestiegen waren. https://www.reuters.com/business/energy/german-gas-supply-diversification-ensures-imports-price-equinor-says-2026-09-08/. Die Ministerin scheint auf einen sanften Winter zu spekulieren. Der Markt sieht das noch nicht, denn die Preise sind bereits jetzt um 150 % gestiegen sind. Das erinnert an das THE (Trading Hub Europe) genannte System mit dem der VorgĂ€nger die Gaspreise im Sommer 2022 durch die Decke gejagt hat. Mit einem Unterschied. Danach waren die Speicher voll und der Gaspreis ist wieder kollabiert. Diesmal ist das anders. Auch bei den Unternehmen wĂ€chst die Sorge. Der ehemalige Arbeitgeber der Ministerin, die E.ON-Tochter Westenergie, versandte ĂŒber eine Tochterfirma bereits Briefe an die Kunden mit der Bitte, Ansprechpartner zu definieren. Die BegrĂŒndung: âDurch die Verkettung witterungsbedingter, wirtschaftlicher, politischer und weiterer unvorhersehbarer Faktorenâ könnten bei der Gasversorgung âEngpĂ€sse eintretenâ. https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energie-150-prozent-preisanstieg-angst-vor-gasmangel-ist-zurueck/100252819.html Wir sind gespannt, ob noch Gas nachgeladen wird und ĂŒber wen. Denn wĂ€hrend der Kanzler sich am Tag, an dem dieser Standpunkt entstand, um die Arktis kĂŒmmert, herrscht in seiner Partei arktische Stimmung. In den letzten Umfragen zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die Partei zwischen 6 (Pollytix) und 7 (Forschungsgruppe Wahlen) Prozent. Wir wollen hier keine aktuellen Diskussionen ĂŒber die Zukunft des Kanzlers und der Koalition lostreten, dazu bietet die Tagespresse ein abendfĂŒllendes Programm. Aber wenn der Winter in 2027 ebenfalls arktisch in Haushalten und Unternehmen wird, weil das Wirtschaftsministerium das versemmelt hat mit dem Gas, dann fragen Sie uns nicht nach den Umfragen. Ob der Kanzler die Kraft nicht mehr hat, hier Richtlinienkompetenz walten zu lassen, oder ob er ebenfalls auf einen milden Winter hofft, wird wohl fĂŒr immer sein Geheimnis bleiben. Mittlerweile dĂŒrfen wir auch nicht die Spritpreise vergessen. Nach ADAC-Daten vom 9. September kostet Super E10 bundesweit durchschnittlich 2,25 Euro je Liter, Diesel 2,32 Euro. Damit verteuerte sich binnen einer Woche der Liter Diesel um 8,9 Cent. https://www.adac.de/news/aktueller-spritpreis/ Auch das ist eine Standortfrage. AuslĂ€ndische FachkrĂ€fte verlassen Deutschland und gehen wegen der hohen Lebenshaltungskosten zurĂŒck in ihre Heimat. »Wir werden uns damit auseinandersetzen mĂŒssen, dass wir Spritpreise um drei Euro bekommen«, sagte Herbert Rabl vom Tankstellen-Interessenverband (TIV) der âRheinischen Postâ Und damit meint er nicht die Tankstellen an der BAB⊠Damit verstĂ€rken sich zwei bestehende Standortprobleme: knapper werdendes Humankapital und hohe, volatile Energiekosten. Ein zusĂ€tzlicher politischer Risikofaktor trifft deutsche Small und Mid Caps damit auf einer bereits belasteten Kosten- und Wachstumsbasis.  Zu mwb: Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist ein von der Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassener Wertpapierdienstleister mit Niederlassungen in GrĂ€felfing bei MĂŒnchen, Hamburg, Hannover, Frankfurt und Berlin. Das Unternehmen wurde 1993 gegrĂŒndet. 1999 erfolgte der Börsengang. Heute ist die mwb-Aktie (ISIN DE000A3EYLC7, WKN A3EYLC) an der Börse MĂŒnchen im Segment m:access notiert wie auch im Freiverkehr an den Börsen Berlin, DĂŒsseldorf, Frankfurt (Basic Board), Hamburg und Stuttgart. Unsere Dienstleistungen umfassen Emissionsberatung & Listings, Zahlstellenfunktion, Designated Sponsoring und institutionelle Kundenbetreuung. Im Wertpapierhandel betreut mwb gut 48.000 OrderbĂŒcher fĂŒr deutsche und internationale Wertpapiere. Dabei handelt es sich sowohl um Aktien als auch um festverzinsliche Wertpapiere und offene Investmentfonds. Damit ist mwb einer der gröĂten SkontrofĂŒhrer in Deutschland. Kontakt und weitere Informationen: mwb Wertpapierhandelsbank AG Kai Jordan Kleine Johannisstrasse 4 D-20457 Hamburg Tel: +49 40-360995-20 E-Mail: kjordan@mwbfairtrade.com  Disclaimer: Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist Herausgeber des vorliegenden Dokumentes. 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Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG oder ihre verbundenen Unternehmen können von Zeit zu Zeit BestĂ€nde an den in diesem Dokument genannten Wertpapieren oder an darauf basierenden derivaten Finanzinstrumenten halten, können andere Dienstleistungen (einschlieĂlich solcher als Berater) fĂŒr jedes in diesem Dokument genannte Unternehmen erbringen oder erbracht haben, und können - soweit gesetzlich zulĂ€ssig - die hierin enthaltenen Informationen oder die Recherchen, auf denen sie beruhen, vor ihrer Veröffentlichung verwendet haben. Ein wie auch immer geartetes BeratungsverhĂ€ltnis zwischen der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG und dem EmpfĂ€nger dieses Dokumentes wird durch die Ăbersendung oder Weitergabe dieses Dokuments nicht begrĂŒndet. Jeder EmpfĂ€nger muss eigene Anstrengungen unternehmen und Vorkehrungen zu treffen, um die Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit einer Anlageentscheidung unter BerĂŒcksichtigung seiner persönlichen und wirtschaftlichen Belange zu prĂŒfen. 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