ROUNDUP, Signa-GrĂŒnder

Signa-GrĂŒnder Benko wegen Millionenbetrugs verurteilt

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 17:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der österreichische Immobilienunternehmer René Benko ist in einem neuen Verfahren wegen schweren Betrugs verurteilt worden.

Das Landesgericht Innsbruck sah es als erwiesen an, dass der GrĂŒnder der Signa-Gruppe einen Investor um fĂŒnf Millionen Euro geschĂ€digt hatte, wie die Zeitung "Der Standard" berichtete. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig.

Der Ex-MilliardÀr erhielt laut "Standard" und der österreichischen Nachrichtenagentur APA eine Zusatzstrafe von zwei Jahren. Damit wird eine bisherige Strafe von zweieinhalb Jahren Haft ausgeweitet, die in einem vorangegangenen Prozess wegen SchÀdigung von GlÀubigern verhÀngt worden war.

Das Gericht folgte der Darstellung der Anklage, wonach Benko die Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner betrogen hat, indem er dem Investor eine "wahrheitswidrige Garantie" zur Begleichung der Millionensumme gegeben habe. Der GrĂŒnder der Immobilien- und Handelsgruppe Signa und der Ex-Chef des Baukonzerns Strabag AT000000STR1 waren jahrelang geschĂ€ftlich eng verbunden.

AnklÀgerin: Benko tÀuschte Investor

Aus Sicht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) brauchte Benko das Geld Anfang November 2023 dringend fĂŒr die Sporthandelstochter Sportscheck. Nur die GarantieerklĂ€rung Benkos habe die Privatstiftung Haselsteiners veranlasst, eine Millionensumme zuzuschießen. Die GarantieerklĂ€rung habe rein zur TĂ€uschung gedient, und Benko habe nie ernsthaft vorgehabt, Haselsteiner das Geld zurĂŒckzuzahlen, argumentierte die OberstaatsanwĂ€ltin.

Der 49-jĂ€hrige Angeklagte wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Haselsteiner betonte hingegen als Zeuge die Bedeutung der Garantie. Er sei um fĂŒnf Millionen Euro gebeten worden - und er hĂ€tte sie nicht ohne die Zusage Benkos zur VerfĂŒgung gestellt, erklĂ€rte er.

Freispruch zu Luxus-Gewehr

In einem zweiten Anklagepunkt wurde der Signa-GrĂŒnder freigesprochen. Das Gericht sah es nicht als erwiesen an, dass er ein Luxus-Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro vor GlĂ€ubigern verborgen habe.

Zuvor war Benko im September wegen GlĂ€ubiger-SchĂ€digung zu 30 Monaten Haft verurteilt worden. Er habe einen Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro fĂŒr ein Anwesen in Innsbruck geleistet, obwohl es um sein Signa-Firmen-Imperium bereits sehr kritisch stand, urteilte das Landesgericht Innsbruck.

Zu seinem jĂŒngsten Prozess erschien Benko mit Fußfessel. Er befindet sich in Untersuchungshaft, doch er darf sie seit Mitte Oktober in einer Privatwohnung verbringen. Weitere Ermittlungen gegen Benko rund um den Zusammenbruch der Signa-Gruppe laufen noch in Österreich und anderen LĂ€ndern, darunter auch in Deutschland.

Benko hatte den Signa-Konzern im Lauf von rund 20 Jahren zu einer bekannten Marke fĂŒr Immobilien in exklusiven Innenstadt-Lagen ausgebaut. Der Einstieg in den stationĂ€ren Handel bei den deutschen Kaufhausketten Kaufhof und Karstadt, steigende Zinsen, verlorenes Vertrauen der Banken und Managementfehler trieben Signa schließlich in die Insolvenz.

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