WHO: Viele Kinder und Jugendliche bewegen sich kaum
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 16:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS25 Prozent der 11- bis 17-JĂ€hrigen betreiben nach eigener Auskunft keinen Sport oder AktivitĂ€ten, bei denen Herz und Kreislauf zumindest etwas gefordert wĂŒrden, wie aus einem Bericht der UN-Organisation hervorgeht. "Ihnen entgehen die Vorteile ausreichender, regelmĂ€Ăiger körperlicher AktivitĂ€t", so die WHO. Nur 14 Prozent der Menschen dieser Altersgruppe sei nach eigenen Angaben tĂ€glich mindestens eine Stunde mĂ€Ăig bis intensiv körperlich aktiv.
Der Bericht basiert auf Umfragen in 140 LĂ€ndern mit insgesamt mehr als drei Millionen Teilnehmern. EinschrĂ€nkend ist unter anderem zu berĂŒcksichtigen, dass je nach Region oder Kultur die EinschĂ€tzung, was als moderate oder intensive KörperaktivitĂ€t wahrgenommen wird, variieren kann.
WHO: Weichen werden falsch gestellt
Der Erhebung zufolge sind in fast allen LĂ€ndern MĂ€dchen weniger aktiv als Jungen. Insgesamt gab 2025 mehr als ein Viertel der MĂ€dchen (28 Prozent) an, in der vorangegangenen Woche an keinem Tag körperlich aktiv gewesen zu sein - bei den Jungen traf dies auf etwa jeden FĂŒnften (22 Prozent) zu. Zudem gaben MĂ€dchen seltener an, tĂ€glich körperlich aktiv zu sein. "Dieser Trend ist besorgniserregend, da das Jugendalter eine entscheidende Phase fĂŒr die Etablierung lebenslanger Gesundheitsverhaltensweisen darstellt", so die WHO.
Situation in Deutschland
Die Lage in Deutschland ist nach EinschĂ€tzung eines Experten nicht viel anders - und es gebe viel Potenzial, das zu Ă€ndern. "Wir sind nicht als Bewegungsmuffel geboren, aber mit zunehmenden Alter verlernen wir es, uns zu bewegen", sagte der Fachmann fĂŒr Kinder- und Jugendgesundheit beim Bundesinstitut fĂŒr Ăffentliche Gesundheit (BIĂG), Malte Bödeker.
Zu einem fördernden Umfeld gehörten Schulwege, die dazu einladen, sie zu FuĂ zu bewĂ€ltigen, sagte Bödeker der Deutschen Presse-Agentur. "Aber auch das Aussteigen aus Bus oder StraĂenbahn eine Haltestelle vor dem Ziel ist hilfreich." Das oftmalige ZurĂŒcklegen kurzer Strecken mit E-Scootern verhindere, dass der Körper in Schwung gebracht werde.
Es bringe eher wenig, Kinder und Jugendliche nur auf die langfristigen negativen Folgen zu geringer Bewegung hinzuweisen, sagte Bödecker. "Das ist zu weit weg." Es herrsche aber erfreulicherweise eine neue SensibilitĂ€t in dieser Gruppe, achtsam mit dem Körper umzugehen. Eine Botschaft könne dabei sein, dass Bewegung - selbst das Treppensteigen - auch gut fĂŒr die Seele sei.
