ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe / AuftrĂ€ge im Bauhauptgewerbe gehen zurĂŒck
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 09:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Zahl der BeschĂ€ftigten ĂŒbertraf das Vorjahresniveau im Juli um 1,5 Prozent.
Dazu Felix Pakleppa, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe:
"Die AuftragsbĂŒcher werden dĂŒnner. Noch arbeiten die Betriebe ab, was vor Monaten bestellt wurde. Doch die Lage der Baubranche bleibt fragil.
Zum Jahreswechsel droht der nĂ€chste RĂŒckschlag: Die Sonderförderung fĂŒr EH-55-Neubauten lĂ€uft spĂ€testens Ende 2026 aus, fĂŒr 2027 stehen KĂŒrzungen beim Neubau-Etat im Raum, und wie die Förderung ab Januar aussieht, weiĂ weiterhin niemand. Eine FörderlĂŒcke bis Sommer 2027 ist nicht mehr auszuschlieĂen. So gelingt kein Bauturbo.
Die Wohnungsbauförderung ist fĂŒr die Bundesregierung der gĂŒnstigste Weg, die Konjunktur anzukurbeln. Wer Wohneigentum fördert, entlastet angespannte MietmĂ€rkte, stĂ€rkt die heimische Wirtschaft und zeigt den BĂŒrgern, dass er ihre Sorgen ernst nimmt.
Wer jetzt plant und bauen will, braucht VerlĂ€sslichkeit. Nötig ist eine Ăbergangsregelung bis zum Start der neuen Förderung, damit zum Jahreswechsel keine FörderlĂŒcke entsteht. Andernfalls bleiben die positiven Signale der letzten Monate nur ein Strohfeuer und der Wohnungsbau kommt weiter nicht in Gang."
Einzelne Bausparten
Das Umsatzplus kommt vor allem aus dem Tiefbau durch AuftrĂ€ge aus den Vormonaten. Der Hochbau bleibt deutlich schwĂ€cher. Bei den AuftragseingĂ€ngen fehlen neue Impulse: Im Juli lagen sie sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau geringfĂŒgig höher als im Vorjahr.
Der Wohnungsbau kommt weiter nicht voran. Nach dem Plus im Juni gingen die AuftrĂ€ge im Juli wieder deutlich um nominal 3,6 Prozent zurĂŒck. Der Umsatz liegt seit Jahresbeginn etwa auf Vorjahresniveau.
Solange Bauherren nicht wissen, mit welcher Förderung sie kĂŒnftig rechnen können, bleibt der Wohnungsbau das Sorgenkind der Branche. Dabei wird durchaus genehmigt. Im Juli lag die Zahl der genehmigten Wohnungen um 1,9 Prozent ĂŒber dem Vorjahresmonat. Hinzu kommen rund 453.000 Wohnungen, die Ende 2025 zwar genehmigt, aber noch nicht begonnen waren. Diese Projekte lieĂen sich mit befristeten Sonderkonditionen schnell mobilisieren, etwa mit einem Zinsvorteil oder Zuschuss bei Baustart innerhalb einer festen Frist.
Auch im Wirtschaftsbau bleibt die Entwicklung uneinheitlich. Zwar stieg der Umsatz krĂ€ftig, getragen vom Wirtschaftstiefbau. Bei den AuftrĂ€gen im gewerblichen Hochbau gab es jedoch ein Minus von nominal 2,6 Prozent. Das spricht dafĂŒr, dass die InvestitionszurĂŒckhaltung der Unternehmen anhĂ€lt.
Stabilisierend wirkt der öffentliche Bau . Hier stiegen die AuftrĂ€ge um nominal 12,2 Prozent, auch im StraĂenbau ging es aufwĂ€rts. Der Zuwachs geht allerdings zu einem guten Teil auf einzelne GroĂprojekte zurĂŒck. In der Breite kommen die Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen bislang jedoch kaum an. Damit das Sondervermögen wirkt, mĂŒssen die Mittel verbindlich zusĂ€tzlich zu den regulĂ€ren Investitionshaushalten flieĂen und nicht bestehende HaushaltslĂŒcken schlieĂen.
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