Aktien Frankfurt: Dax folgt Tech-Branche mit nächstem Rückschlag
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 12:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZahlen großer US-Tech-Konzerne sorgten dafür, dass die Stimmung wieder umschwenkte, nachdem die Vortagserholung dem Leitindex noch den höchsten Stand seit vier Wochen beschert hatte. Wegen eines Angriffs auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien stiegen auch die Ölpreise wieder deutlich.
Der Dax fiel gegen Mittag um 1,24 Prozent auf 25.327 Punkte. Er rutschte damit wieder unter seine 100-Tage-Linie, um die er in den vergangenen Tagen schon geschwankt war. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Werten sank noch etwas deutlicher um 1,6 Prozent auf 30.164 Zähler. Auch in New York bahnte sich vor allem an der Nasdaq-Börse ein schlechter Handelsauftakt an.
Gute Zahlen des Dax-Schwergewichts SAP DE0007164600 verpufften im Umfeld einer international wieder beobachteten Technologie-Schwäche. Die Erholung des Nasdaq 100 US6311011026 hatte am Vorabend in New York schon an Schwung verloren und über Nacht ging es an den technologielastigen Börsen in Japan und Südkorea wieder merklich bergab.
"Die Quartalsberichte von Tesla US88160R1014, Meta US30303M1027, IBM US4592001014 und SAP reichen nicht aus, um das Vertrauen in den Technologiesektor und hier insbesondere in den Chip-Sektor zu festigen", schrieb der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker. Tags zuvor hatten Milliarden-Gewinne des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX US84615Q1031 die jüngsten Sorgen damit nur vorübergehend gemildert.
Laut Bernecker belastet besonders, dass der Elektroautobauer Tesla auf die Investitionsbremse tritt. Der Marktbeobachter Stephen Innes sieht das Trendthema KI in einer schwierigen Phase zwischen technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Meta wachse zwar stark, habe aber auch klargemacht, dass der nächste Schub viel Geld kosten werde.
Unter den deutschen KI-Profiteuren gaben die Kurse von Infineon DE0006231004, Siemens Energy DE000ENER6Y0 und Siemens DE0007236101 um bis zu vier Prozent nach.
Mit einem Abschlag von zuletzt einem Prozent konnten sich auch die SAP-Aktien der Tech-Schwäche nicht entziehen, obwohl der Softwareriese etwas zuversichtlicher für die Cloud-Erlöse im Gesamtjahr wird. Die Aktien waren zunächst noch im Plus gestartet in der Annahme, dass die Sorgen vor einer KI-Disruption weiter entkräftet werden. Über der 210-Euro-Marke traf der Kurs auf dem höchsten Niveau seit Januar jedoch auf zu großen Widerstand.
Im Rüstungsbereich sank der Kurs des MDax-Wertes Renk DE000RENK730 um 1,5 Prozent. Der Panzergetriebehersteller verkauft sein Gleitlagergeschäft und kürzte deshalb seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Mit minus 5,7 Prozent war der Druck bei Krones DE0006335003 im MDax aber noch viel größer. Von dem Anlagenbauer gab es mit gedämpften diesjährigen und mittelfristigen Umsatzerwartungen auch nichts Gutes zu berichten.
Eine positive Ausnahme waren deutsche Laborausrüster: Bei Qiagen NL0015002CX3 macht der schwedische Finanzinvestor EQT gemeinsam mit zwei Staats- und Pensionsfonds Ernst mit einer Offerte. Der schon lange von Übernahmedebatten getriebene Kurs näherte sich mit einem Sprung um 5,5 Prozent auf 45,18 Euro dem Gebot von 46,50 Euro.
Der SartoriusDE0007165631-Kurs legte außerdem um 2,5 Prozent zu. James Vane-Tempest von Jefferies Research attestierte dem Laborausrüster in einer ersten Einschätzung ein starkes drittes Quartal, vor allem mit dem Laborgeschäft (LPS) als Treiber. Für diesen Geschäftsbereich wird das Unternehmen wachstums- und margenseitig einen Tick optimistischer.
