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Aktien Frankfurt: Dax im Sog der KI-Turbulenzen wieder weit weg vom Rekordhoch

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 14:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der weltweite Ausverkauf im KI- und Halbleitersektor hat vor dem Wochenende auch die Anleger am deutschen Aktienmarkt in die Flucht geschlagen.

Der Dax DE0008469008 büßte ausgehend von seinem erst am Vortag mit 26.692 Punkten erreichten Rekord zeitweise über 1.000 Punkte ein. Am Freitagnachmittag verlor er 2,4 Prozent auf 25.699 Punkte. Die US-Arbeitsmarktdaten für Oktober ließen die Anleger kalt.

Für den MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen ging es um 1,2 Prozent auf 30.521 Zähler bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor 1,5 Prozent.

Nach dem klaren Erfolg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen war die Ungewissheit, die bis zum Wahlergebnis den Markt noch etwas gelähmt hatte, zunächst verflogen und der Ölpreis mit der Hoffnung auf ein schnelleres Ende des Irankriegs zeitweise deutlich zurückgegangen. Sorgen vor einer stärkeren Regulierung des KI-Bereichs angesichts der politisch wieder erstarkten Demokraten wurden erst einmal verdrängt, kehrten dann aber umso stärker aufs Parkett zurück.

Am Markt dominiere statt der Freude über politische Klarheit bei den US-Zwischenwahlen nun die Furcht, dass Washington in Zukunft den KI-Motor abwürgen könnte, erläuterte Marktanalyst Timo Emden vom Broker CapTrader. Es sorge für Unbehagen, dass die Leitplanken des KI-Sektors neu justiert und die regulatorischen Daumenschrauben stärker angezogen werden könnten als bislang gedacht.

In New York hatte der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 am Donnerstag den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020 verzeichnet. Für den Halbleiterindex SOX ging es sogar um mehr als 12 Prozent abwärts. Auch für den marktbreiten S&P 500 US78378X1072 und den US-Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 war es ein schwarzer Tag. Am Freitag zeichnet sich am US-Markt zunächst ein positiver Handelsauftakt ab.

Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset-Solutions bei Swisscanto/ZKB, sieht die jüngste Korrektur eher als kurzfristige Bereinigung denn als grundlegenden Trendwechsel. Die Fundamentaldaten blieben robust. Die politischen Risiken hält er kurzfristig ebenfalls für übertrieben. Ein landesweites Stop-Signal für neue Rechenzentren sei unwahrscheinlich, denn viele Projekte seien vertraglich langfristig abgesichert. Unsicherheiten im Nahen Osten sorgten zwar für höhere Energiepreise und damit für Nervosität, änderten aber derzeit nichts am insgesamt soliden globalen Wachstum, analysierte der Experte.

Quartalszahlen gab es vor dem Wochenende aus dem Dax von Daimler Truck DE000DTR0CK8. Die am Vortag starken Aktien des Lastwagenherstellers fielen um 4,5 Prozent. Der Auftragseingang im dritten Quartal sei wie erwartet schwach gewesen, hieß es von der Investmentbank Oddo BHF. Insgesamt sei das Quartal allerdings solide gelaufen.

Munich Re DE0008430026 und Hannover Rück DE0008402215 verbuchten Kursverluste von jeweils um die 4 Prozent. JPMorgan US46625H1005 hatte die Aktien der beiden Rückversicherer abgestuft und bremste deren jüngste Rally damit aus.

Rüstungswerte standen weiter unter Druck. Für die Papiere von Rheinmetall DE0007030009 hagelte es Kurszielsenkungen nach der jüngsten Gewinnwarnung. Der Kurs rutschte vorübergehend unter die 800-Euro-Marke und verlor zuletzt 3,5 Prozent. Vor 13 Monaten hatten Rheinmetall-Aktien noch mehr als 2.000 Euro gekostet.

Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus DE000STAB1L8 wird wegen gesenkter Erwartungen an das Geschäft in China und Nordamerika vorsichtiger. Für die Anteile ging es um 5,7 Prozent bergab. Zuversichtlicher blickt dagegen der Nutzfahrzeug-Zulieferer Jost DE000JST4000 nach einem guten dritten Quartal auf das laufende Jahr. Die Titel verteuerten sich um 2,9 Prozent.

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de | DE0008469008 | AKTIEN | boerse | 70470201 |