Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Stabil vor US-Zinsentscheid

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 12:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach der Erholung zum Wochenstart hat sich der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte behauptet.

Geprägt wird der Handelstag von vielen Unternehmenszahlen. Am Abend steht dann die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed im Fokus. Die Kauflaune bremsen die Ölpreise, die angesichts der Wahl in Israel und eines Medienberichts über mögliche US-Angriffe auf den Iran nach den US-Zwischenwahlen Anfang November wieder anzogen.

Der Dax DE0008469008 notierte zuletzt praktisch unverändert bei 25.591 Punkten. Damit bleibt das Oktoberhoch bei 25.706 Punkten für den deutschen Leitindex nah. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen sank um 0,1 Prozent auf 30.474 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor 0,2 Prozent.

"Die Anleger stehen vor einem Stresstest aus Geldpolitik, Geopolitik und Quartalszahlen", konstatierte Marktanalyst Timo Emden vom Broker CapTrader. Befürchtet werde, dass die Fed bei ihrem Drahtseilakt zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsstützung die Balance verlieren und damit den geldpolitischen Gegenwind weiter anfachen könnte.

Nach den Zahlen von Symrise DE000SYM9999 für das dritte Quartal sowie Aussagen zum Gesamtjahr sackte der Kurs der Aktie um knapp 10 Prozent ab und war damit größter Verlierer im Dax. Die spezifizierte Zielspanne für die operative Marge (Ebitda) deute für das Schlussquartal 2026 auf ein verlangsamtes Wachstum auf vergleichbarer Basis hin, kommentierte Analyst Thomas Maul von der DZ Bank. Die Konsensschätzungen könnten nun moderat nach unten revidiert werden, fürchtet er.

Spitzenreiter im Dax waren die Papiere der Deutschen Bank DE0005140008 mit plus 3,6 Prozent. Das Geldhaus verbuchte im dritten Quartal einen weiteren Rekordgewinn. Damit sei die Bank auf einem guten Weg, die Ziele für 2026 zu erreichen, bilanzierte Konzernchef Christian Sewing. Die Erträge - also die gesamten Einnahmen - könnten nun den Wert von rund 33 Milliarden Euro sogar noch übertreffen.

Der Gewinn von Mercedes-Benz DE0007100000 stieg im dritten Quartal deutlich, der Umsatz fiel hingegen etwas. Bereits am Dienstag hatte Mercedes sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Neben einem zunehmend schwierigen Umfeld in China erwartet der Konzern höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material. Die Aktie stieg um 0,4 Prozent, hatte aber am Dienstag fast 4 Prozent eingebüßt.

Trotz eines unerwartet guten Quartals der BASF DE000BASF111 und optimistischer Aussichten für das Gesamtjahr fielen die Aktien des Chemiekonzerns um 0,8 Prozent. Grund könnte sein, dass die Markterwartungen derzeit hoch sind. So implizieren nach Ansicht von Jefferies-Analyst Marcus Dunford-Castro die von der BASF aktualisierten Aussichten für das vierte Quartal ein operatives Ergebnis unter der Konsensschätzung.

Auch die Quartalszahlen der DWS DE000DWS1007 konnten die Anleger nicht überzeugen. Die Papiere der Fondsgesellschaft fielen um 1,7 Prozent. Die Deutsche-Bank-Tochter hatte im Sommer so viel Geld von Anlegern eingesammelt wie nie zuvor in einem Quartal. Allerdings stiegen Ertrag und Gewinn deutlich weniger stark als Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Der neue Werkstoffkonzern TK Accelis ist mit zeitweise deutlichen Gewinnen an der Börse gestartet. Den Aktienkurs des Mutterkonzerns Thyssenkrupp DE0007500001 belastete die Abspaltung hingegen zumindest optisch stark. Mit dem nun vollzogenen Spin-off wird der Marktwert des Mutterkonzerns um den Wert des abgespaltenen Accelis-Anteils bereinigt. Die Aktionäre erhielten je 20 ThyssenKrupp-Aktien einen Anteilsschein von Accelis./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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