Dax, Inflation

Dax fÀllt zum Start unter 26.000 Punkte

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 09:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der deutsche Leitindex verliert am Freitagmorgen 0,3 Prozent und fÀllt wieder unter die Marke von 26.000 Punkten. Anleger richten ihre Aufmerksamkeit auf deutsche Preis- und Wachstumsdaten sowie die Entwicklung an den internationalen TechnologiemÀrkten.

Marktbewegungen am Freitagmorgen

  • Der Dax wurde gegen 9:30 Uhr mit rund 25.965 Punkten berechnet.
  • Ein Euro kostete 1,1199 US-Dollar, wĂ€hrend Gold bei 3.989 US-Dollar je Feinunze lag.
  • Der Brent-Preis stieg gegen 9 Uhr deutscher Zeit auf 117,30 US-Dollar je Fass.
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Dax verliert zum Handelsstart die 26.000-Punkte-Marke

Der Dax ist am Freitagmorgen negativ in den Handelstag gestartet und wurde gegen 9:30 Uhr mit rund 25.965 Punkten berechnet. Damit lag der Leitindex 0,3 Prozent unter dem Schlussniveau des Vortags.

Technologiewerte belasten die Risikostimmung

Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, bezeichnete die Verteidigung der am Vortag zurĂŒckeroberten Marke von 26.000 Punkten als zentrale Aufgabe des Dax. Zugleich verwies er auf zunehmende Positionsreduzierungen bei Halbleiter- und KI-Werten an den internationalen AktienmĂ€rkten.

Nach den Quartalszahlen von Alphabet und Meta hÀtten auch Amazon und Intel die Zweifel an den hohen Erwartungen an den Technologiesektor verstÀrkt, sagte Lipkow. Die bereits im asiatischen Handel erkennbare geringere Risikobereitschaft könne deshalb auch die europÀischen Börsen belasten.

Inflationsdruck durch Energiepreise

ZusĂ€tzlichen Druck erzeugt die Entwicklung der Verbraucherpreise. Lipkow verwies auf die anhaltend ĂŒber dem Zielwert von zwei Prozent liegende Inflation in Japan sowie auf hohe Energiepreise infolge des Kriegs mit dem Iran.

Auch bei der EuropĂ€ischen Zentralbank sei am Vortag das Spannungsfeld zwischen energiegetriebenem Preisanstieg und der Gefahr eines dauerhaft höheren Inflationsdrucks deutlich geworden. Die Geldpolitik bleibe damit ein Belastungsfaktor fĂŒr die mittelfristigen Börsenaussichten.

Konjunkturdaten bestimmen den Handelstag

Der Dax zeigt laut Lipkow trotz des internationalen Drucks relative StĂ€rke. Anleger setzten auf eine konjunkturelle Erholung im Jahr 2027 und auf bessere Perspektiven fĂŒr exportorientierte deutsche Unternehmen.

Im Mittelpunkt stehen am Freitag das deutsche Bruttoinlandsprodukt sowie Verbraucher- und Importpreise. Die Importpreise stiegen den Angaben zufolge um 2,1 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat und um 10,4 Prozent im Jahresvergleich.

Auf europĂ€ischer Ebene wird außerdem das BIP der Eurozone veröffentlicht. Aus den USA steht der Chicagoer Einkaufsmanagerindex auf der Agenda.

Euro stĂ€rker, Gold schwĂ€cher, Öl deutlich teurer

Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung notierte am Freitagmorgen etwas fester. Ein Euro kostete 1,1199 US-Dollar, ein Dollar war fĂŒr 0,8929 Euro erhĂ€ltlich.

Der Goldpreis gab um 0,9 Prozent auf 3.989 US-Dollar je Feinunze nach. Der Ölpreis stieg dagegen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 117,30 US-Dollar und damit 2,1 Prozent mehr als am vorherigen Handelsschluss.

Der Dax-Start fĂ€llt in eine Phase, in der mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig auf die AktienmĂ€rkte wirken. Die Marke von 26.000 Punkten hatte der deutsche Leitindex am Vortag zurĂŒckerobert; ihr erneuter Verlust am Freitag unterstreicht die hohe kurzfristige SchwankungsanfĂ€lligkeit.

Besonders relevant ist die Neubewertung internationaler Technologie- und KI-Aktien. Die Quartalszahlen großer US-Unternehmen haben die Erwartungen an weiteres Wachstum nicht vollstĂ€ndig erfĂŒllt. FĂŒr den Dax ist das deshalb wichtig, weil eine schwĂ€chere globale Risikobereitschaft auch exportorientierte deutsche Unternehmen und deren Bewertungen belasten kann.

Inflation und Energiepreise im Fokus

Hinzu kommt der Druck durch steigende Energiepreise. Ein Brent-Preis von mehr als 117 US-Dollar je Barrel erhöht die Kosten fĂŒr Unternehmen und Haushalte und erschwert den Notenbanken die AbwĂ€gung zwischen InflationsbekĂ€mpfung und konjunktureller UnterstĂŒtzung. Energiegetriebene Preissteigerungen lassen sich geldpolitisch nur indirekt beeinflussen.

Die anstehenden Konjunkturdaten können deshalb ĂŒber die Tagesbewegung hinaus Bedeutung gewinnen. Ein schwaches Wachstum bei gleichzeitig hohem Preisauftrieb wĂŒrde den Spielraum fĂŒr Zinssenkungen verringern und die Erholungserwartungen fĂŒr deutsche Unternehmen dĂ€mpfen. Umgekehrt könnten robuste Daten den Dax trotz der internationalen Technologiewerte stabilisieren.

Breite Datenagenda bestimmt den Handel

Neben deutschen Verbraucher- und Importpreisen richten sich die Blicke auf das Eurozonen-BIP und den Chicagoer Einkaufsmanagerindex. FĂŒr Anleger liefern diese Veröffentlichungen Hinweise darauf, ob der aktuelle Druck vor allem aus den KapitalmĂ€rkten kommt oder bereits auf eine breitere wirtschaftliche AbkĂŒhlung hindeutet.

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