Dax steigt auf 25.704 Punkte – Anleger bleiben vorsichtig
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 17:38 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSHandelsdaten und Ausblick auf die US-Termine
- Der Dax schloss am Mittwoch bei 25.704 Punkten und gewann gegenüber dem Vortag 0,4 Prozent.
- Deutsche Bank, Siemens Energy und Infineon führten die Kursliste an.
- Symrise, Zalando und DHL lagen am Ende der Kursliste.
- Ein Euro kostete am Mittwochnachmittag 1,1148 US-Dollar, Brent lag bei 116,40 US-Dollar je Fass.
Dax schließt bei 25.704 Punkten
Der Dax hat am Mittwoch zugelegt und den Xetra-Handel bei 25.704 Punkten beendet. Damit lag der deutsche Leitindex 0,4 Prozent über dem Vortagesschluss.
Deutsche Bank führt die Gewinner an
An der Spitze der Kursliste standen die Deutsche Bank, Siemens Energy und Infineon. Am Ende rangierten Symrise, Zalando und DHL.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, verwies trotz der steigenden Notierungen auf die Vorsicht der Anleger. Mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank sowie den Quartalszahlen von Microsoft und Alphabet stünden zwei wichtige Bewährungsproben für die Aktienmärkte bevor.
Berichtssaison liefert gemischte Signale
Nach Einschätzung Lipkows überzeugten im Dax die Ergebnisse von Deutsche Bank und Mercedes-Benz, während Symrise und BASF enttäuschten. In den USA setzte sich die überwiegend freundliche Berichtssaison mit den Ergebnissen von Vertiv und Biogen fort.
Die Anleger unterschieden zunehmend zwischen Unternehmen, die hohe Erwartungen erfüllten, und solchen, bei denen sich die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bereits bemerkbar machten. Auch die erneut steigenden Energiepreise lösten laut Lipkow derzeit kaum zusätzlichen Verkaufsdruck aus.
Ölpreis steigt auf 116,40 Dollar
Als Gründe für die Zuversicht nannte Lipkow unter anderem Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Nahen Osten und Vermittlungsbemühungen einiger Golfstaaten. Die Inflationsrisiken seien dadurch nicht verschwunden, sondern würden an den Börsen derzeit von positiven Unternehmensnachrichten überlagert.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas stärker. Ein Euro kostete 1,1148 US-Dollar, während ein Dollar 0,8970 Euro wert war.
Der Ölpreis stieg unterdessen weiter. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 17 Uhr deutscher Zeit 116,40 US-Dollar und damit 2,2 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Fed und Technologiekonzerne im Fokus
Lipkow erwartete die eigentliche Richtungsentscheidung am Mittwochabend. Die US-Notenbank müsse angesichts hoher Energiepreise und der damit verbundenen Inflationsgefahren ihren weiteren geldpolitischen Kurs erläutern.
Gleichzeitig müssten Microsoft und Alphabet zeigen, dass ihre milliardenschweren Investitionen in künstliche Intelligenz weiterhin durch überzeugendes Wachstum und solide Cashflows gedeckt seien.
Der Dax bewegte sich am Mittwoch in einem Umfeld, in dem Unternehmenszahlen und geldpolitische Signale gleichzeitig auf die Bewertung der Aktienmärkte einwirkten. Der Schlussstand von 25.704 Punkten markiert dabei den aktuellen Marktpreis, sagt aber allein wenig über die Nachhaltigkeit des Anstiegs aus.
Im Mittelpunkt steht die US-Notenbank. Ihre Zinsentscheidung und die anschließende Kommunikation geben Hinweise darauf, wie die Währungshüter mit dem Spannungsfeld aus Konjunktur, Energiepreisen und Inflationsrisiken umgehen. Für Aktien sind Zinsperspektiven besonders relevant, weil sie die Finanzierungskosten und die Bewertung künftiger Gewinne beeinflussen.
Unternehmenszahlen als Belastungstest
Die Berichtssaison verstärkt die Differenzierung unter den Anlegern. Positive Ergebnisse einzelner Dax-Konzerne können den Index stützen, während Enttäuschungen bei anderen Unternehmen zeigen, wie empfindlich die Kurse auf verfehlte Erwartungen reagieren. In den USA richten sich die Blicke zusätzlich auf Microsoft und Alphabet, deren Investitionen in künstliche Intelligenz hohe Ausgaben erfordern und deshalb an Umsatzwachstum und Cashflows gemessen werden.
Der gestiegene Brent-Preis erhöht zugleich den Kostendruck für Unternehmen und Haushalte. Solange die Börse steigende Energiepreise vor allem als vorübergehendes Risiko einordnet, können gute Unternehmensnachrichten diesen Faktor überlagern. Eine anhaltende Verteuerung würde jedoch die Inflationsdebatte verschärfen und den Spielraum für mögliche Zinssenkungen begrenzen.
