Dax steigt um 0,5 Prozent vor EZB-Zinsentscheid
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 09:34 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSHandelssignale am Donnerstagmorgen
- Der Dax wurde gegen 9:30 Uhr mit rund 25.820 Punkten berechnet.
- Ein Euro kostete 1,1141 US-Dollar, während Gold bei 4.031 US-Dollar je Feinunze lag.
- Brent-Öl verbilligte sich gegen 9 Uhr auf 114,20 US-Dollar je Fass.
Dax legt vor EZB-Entscheid zu
Der Dax ist am Donnerstagmorgen positiv in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.820 Punkten berechnet, 0,5 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.
US-Vorgaben und Asien uneinheitlich
Die Vorgaben aus den USA und Asien fielen unterschiedlich aus. Die US-Notenbank ließ die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert und schwächte ihre zuletzt restriktive Tonalität etwas ab.
Gleichzeitig sorgten heftige Kursreaktionen auf jüngste Quartalszahlen für Nervosität. Im Technologiesektor stießen die Ergebnisse von Alphabet und ServiceNow auf Ablehnung, während Microsoft und eBay die Anleger überzeugten.
Berichtssaison rückt in den Fokus
Auch in Asien überwog die Skepsis. Selbst besser als erwartet ausgefallene Zahlen von Samsung Electronics verhinderten einen Ausverkauf der Aktie nicht.
Am deutschen Aktienmarkt stehen die Quartalszahlen von Volkswagen, Henkel und Adidas im Mittelpunkt. Nach Einschätzung von Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, könnten die unmittelbaren Auswirkungen der Technologieturbulenzen auf den deutschen Markt begrenzt bleiben.
EZB-Kommunikation entscheidend
Von der Europäischen Zentralbank wird ebenfalls keine Veränderung der Leitzinsen erwartet. Wegen der weiterhin hohen Energiepreise kommt der Kommunikation der EZB jedoch besondere Bedeutung zu.
Die Währungshüter müssen abwägen, wie groß die Gefahr eines erneuten Inflationsschubs ist und wie viel zusätzliche geldpolitische Belastung die europäische Konjunktur verkraften kann. Anleger achten deshalb darauf, ob die EZB vorsichtiger argumentiert oder die Inflationsrisiken stärker hervorhebt.
US-Daten liefern weitere Impulse
Zusätzliche Bewegung könnte ein umfangreicher US-Datenkalender bringen. Erwartet werden unter anderem Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt, zu den Konsumausgaben, zur PCE-Kerninflation und zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagmorgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1141 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8976 Euro zu haben.
Der Goldpreis gab um 0,5 Prozent auf 4.031 US-Dollar je Feinunze nach. Das entspricht einem Preis von 116,32 Euro pro Gramm.
Auch der Ölpreis sank: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 114,20 US-Dollar. Das waren 111 Cent oder 1,0 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Dax steht am Donnerstag im Spannungsfeld zwischen einer gelockerten geldpolitischen Tonlage in den USA, gemischten Signalen aus der internationalen Berichtssaison und dem anstehenden EZB-Entscheid. Die US-Notenbank ließ ihre Leitzinsen unverändert. Für europäische Anleger richtet sich der Blick nun vor allem darauf, wie die EZB die Risiken durch hohe Energiepreise und eine fragile Konjunktur bewertet.
Die Bedeutung des EZB-Termins liegt deshalb weniger in einer erwarteten Zinsänderung als in der Kommunikation. Aussagen zu Inflation, Energiepreisen und dem weiteren geldpolitischen Kurs können Anleihen, Euro und Aktien zugleich bewegen. Ein vorsichtigerer Ton könnte den Druck auf Unternehmen und Verbraucher begrenzen, während eine stärkere Betonung der Inflationsgefahren die Zinserwartungen wieder erhöhen könnte.
Unternehmenszahlen als Belastungsprobe
Parallel prägen die Quartalsberichte deutscher Unternehmen die Auswahl der Anleger. Die dts-Meldung nennt Volkswagen, Henkel und Adidas als wichtige Impulsgeber des Tages. Ein aktueller Volkswagen-Bericht weist für das dritte Quartal einen Verlust von 5,82 Milliarden Euro aus. Damit zeigt sich, dass die Berichtssaison neben Wachstums- und Technologiethemen auch die strukturellen Belastungen großer deutscher Konzerne sichtbar macht.
Für private Anleger bedeutet die Lage erhöhte Schwankungsanfälligkeit: Gute Unternehmenszahlen werden nicht automatisch belohnt, wenn der Ausblick enttäuscht oder die Finanzierungskosten hoch bleiben. Neben dem EZB-Entscheid können deshalb die angekündigten US-Daten zu Wachstum, Konsum, Inflation und Arbeitsmarkt die Richtung des Handelstags zusätzlich beeinflussen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesschau: „Marktbericht: DAX dürfte vor der EZB-Zinsentscheidung leicht zulegen“ (29.10.2026)
Der Beitrag bestätigt die erwartete freundliche Eröffnung und stellt die anstehende EZB-Zinsentscheidung als zentralen Termin des Handelstags heraus. Der Schwerpunkt liegt auf der Markterwartung und dem geldpolitischen Umfeld, während die dts-Meldung zusätzlich Rohstoff- und Wechselkurse sowie konkrete Unternehmensberichte einordnet.
NDR: „5,8 Milliarden Euro - Volkswagen fährt im dritten Quartal großes Minus ein“ (29.10.2026)
Der NDR berichtet über Volkswagens Verlust von 5,82 Milliarden Euro im dritten Quartal. Damit ergänzt der Beitrag den in der dts-Meldung angekündigten Fokus auf Unternehmenszahlen um ein konkretes Ergebnis; offen bleibt, wie die weiteren Bilanzen von Henkel und Adidas aufgenommen werden.
Übereinstimmend steht die EZB-Entscheidung im Mittelpunkt des Börsentags. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt: Während der Marktbericht die geldpolitische Erwartung betont, konzentriert sich der NDR auf die Belastung eines einzelnen Dax-Unternehmens.
