Aktien Frankfurt: Dax erholt sich dank 'SchnÀppchenjÀgern'
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 11:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Die ersten SchnĂ€ppchenjĂ€ger wagen sich auf das Parkett und nutzen die gĂŒnstigeren Kurse zum Einstieg", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.
Gegen Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,84 Prozent höher bei 25.393 Punkten. FĂŒr den MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Unternehmen ging es um 1,06 Prozent auf 30.193 Punkte bergauf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann 0,5 Prozent.
Die weiterhin sehr hohen Ălpreise kamen zum Wochenstart zumindest etwas zurĂŒck. Zudem verbesserte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Oktober ĂŒberraschend erneut: Das Ifo-GeschĂ€ftsklima legte entgegen der erwarteten Stagnation den sechsten Monat in Folge zu und erreichte den höchsten Stand seit dem FrĂŒhjahr 2023. Dank eines dicken Auftragspolsters rechnen Ăkonomen mit einer Fortsetzung der Konjunkturerholung in Deutschland.
Die Vorgaben aus Ăbersee fielen indes mĂ€Ăig positiv aus: An den asiatischen HandelsplĂ€tzen fehlte ein klarer Trend, wĂ€hrend sich in den USA nach dem ĂŒberwiegend schwachen Freitag moderate Kursgewinne abzeichnen.
Weltweit im Fokus bleibt die Frage, ob sich die hohen Investitionen in den KI-Boom tatsĂ€chlich zeitnah rentieren oder sich viele, vor allem der kleineren Anbieter, angesichts immer höherer Zinsen nicht doch ĂŒbernehmen. Bei den Zinsen entspannte sich die Lage zuletzt etwas, nachdem sich die Rendite der zehnjĂ€hrigen US-Staatsanleihen knapp unter der FĂŒnf-Prozent-Marke stabilisiert hat.
Im Blick bleibt zudem Frankreich mit seiner angespannten Haushaltslage und Protesten. Marktbeobachter Altmann zeigte sich ĂŒberrascht davon, dass die US-Ratingagentur Moody's das Kreditrating fĂŒr das Land unverĂ€ndert lieĂ. Denn immerhin sei der Ausblick fĂŒr die französische KreditwĂŒrdigkeit bereits seit einem Jahr negativ.
Altmann warnte davor, dass die Dax-Gewinne nicht zwangslÀufig eine langfristige Trendwende bedeuteten. Denn "die letzten Wochen haben gezeigt, dass diese SchnÀppchenjÀger ihre Gewinne in einem steigenden Markt sehr schnell realisieren und damit weitere Kursgewinne ausbremsen. Den Dax sieht er charttechnisch "weiterhin in seinem SeitwÀrtsmarkt gefangen".
Die Experten der Landesbank Helaba glauben eher nicht an eine nachhaltige Beruhigung der MĂ€rkte. Denn neben dem deutschen Ifo-GeschĂ€ftsklima stĂŒnden im Wochenverlauf weitere wichtige Konjunkturdaten sowie die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed sowie der EuropĂ€ischen Zentralbank an. Die WĂ€hrungshĂŒter dies- wie jenseits des Atlantiks dĂŒrften diesmal nicht an der Zinsschraube drehen, doch jeweils eine weitere Zinserhöhung im Dezember sei schon zum GroĂteil eingepreist.
Die Bayer DE000BAY0017-Aktien setzten sich mit plus 3 Prozent an die Indexspitze. HĂ€ndler verwiesen auf gute Daten einer Phase-III-Studie. Diese hĂ€tten gezeigt, dass das Prostatakrebsmittel Nubeqa das Risiko fĂŒr Metastasen und die MortalitĂ€t beeindruckend senke, und bedeuteten einen ĂŒberraschend frĂŒhen weiteren Wachstumstreiber fĂŒr das Blockbuster-Medikament. Zudem darf Bayer nun auf dem wichtigen chinesischen Markt den Blutgerinnungshemmer Asundexian zur Vorbeugung sekundĂ€rer SchlaganfĂ€lle verkaufen.
Bei Flatexdegiro DE000FTG1111 konnten die Anleger durchatmen. Nach einer mehrwöchigen Talfahrt auf ein Tief seit April 2025 berappelten sich die Aktien um 5,3 Prozent. Die britische Investmentbank Barclays senkte zwar das Kursziel etwas, blieb aber bei ihrer "Overweight"-Empfehlung. Die von den Investoren gesehenen Wachstumsrisiken seien auf dem aktuellen Bewertungsniveau mehr als eingepreist, schrieb Grace Dargan. Flatexdegiro ist nun ihr Favorit unter den europÀischen Onlinebrokern.
Dagegen prÀsentierten sich die seit Anfang Oktober starken Titel von Munich Re DE0008430026 gegen den Markt 0,3 Prozent schwÀcher. Hier bremste eine Abstufung von Exane BNP Paribas.
Im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 markierte Schlusslicht Deutsche Pfandbriefbank DE0008019001 mit einem Kursrutsch um 4,5 Prozent ein Rekordtief. Die Privatbank Metzler schraubte ihr Kursziel noch etwas weiter nach unten und bekrĂ€ftigte ihr Verkaufsvotum. Analyst Jochen Schmitt geht wegen der gestiegenen Zinsen nun von einem höheren RĂŒckstellungsbedarf als bisher aus./gl/jha/
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
