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Aktien Frankfurt: KI-Werte belasten den Dax - Lage trübt sich weiter ein

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 14:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag an den schwachen Wochenauftakt angeknüpft.

Im Dax prägten Kursverluste bei Einzelwerten mit KI-Fantasie das Gesamtbild negativ. Aber auch die hohen Energiepreise sowie die Unruhen in Frankreich mit ihren Auswirkungen am Anleihemarkt wurden weiterhin als Belastungen genannt.

Mit zuletzt 25.073 Punkten stand der Dax DE0008469008 am Nachmittag mit gut einem Prozent im Minus. Der Leitindex rutschte nach einigen Tagen wieder zurück unter die kurzfristig relevante Indikatorlinie des 21-Tage-Durchschnitts. Der MDax DE0008467416 verlor 1,7 Prozent auf 29.982 Zähler und an der New Yorker Nasdaq bahnten sich zeitgleich Verluste an.

Charttechnisch wackelt in der neuen Woche der am Freitag versuchte Dax-Ausbruch aus dem jüngsten Korrekturtrend, der Ende August mit dem Rekord begonnen hatte. Als nun wichtige Unterstützungen werden zuerst die 25.000-Punkte-Marke und darunter dann die 200-Tage-Linie sowie das bisherige Oktober-Tief angesehen.

Der US-Index Nasdaq 100 US6311011026 mit seinen vielen KI-Werten hatte sich am Montag zwar etwas stabilisiert, doch in Asien war es am Dienstag für Tech-Werte schon wieder abwärts gegangen. Die Infineon-Titel DE0006231004 gaben vor diesem Hintergrund als größter Dax-Verlierer um vier Prozent nach. Im MDax erwischte es auch mit der Chipbranche verbundene Ausrüster und Zulieferer.

Mit Hochtief DE0006070006 und Siemens Energy DE000ENER6Y0 gerieten auch andere Dax-Werte mit Fantasie für den Ausbau von Rechenzentren unter Druck. Dies galt außerdem für das Index-Schwergewicht Siemens DE0007236101, dessen Aktien mit einem Abschlag von 3,6 Prozent zum größten Indexverlierer wurden. Rekordhohe Auftragseingänge des Schweizer Konkurrenten ABB CH0012221716 konnten dies nicht mildern.

In der Tech-Branche machen sich weiterhin Sorgen breit, wie lange die enorm hohen Investitionen noch das Potenzial haben, sich zu lohnen. Angespannt wird außerdem auf die bald erwarteten Quartalszahlen großer US-Tech-Konzerne geblickt. SpaceX US84615Q1031 wird am Dienstag nach Börsenschluss berichten und am Tag darauf folgen Meta US30303M1027 und IBM US4592001014.

Laut Experte Nelson Yu von AllianceBernstein trifft die lange Zeit gültige KI-Euphorie neuerdings auch "auf Zinsrealität". Nach Ansicht der Landesbank Baden-Württemberg machen die massiven Ausschreitungen in Frankreich, die es am Wochenende gegeben hatte, die Bemühungen um eine Konsolidierung des Staatshaushalts nicht einfacher. Damit einhergehend bleibt die Unsicherheit am Anleihemarkt groß.

Steigende Marktzinsen sind schon länger ein Problem für Immobilienunternehmen, unter denen die Titel von Vonovia DE000A1ML7J1 am Dienstag um drei Prozent auf einen weiteren Tiefstand seit 2023 abrutschten. Der Kurs von LEG DE000LEG1110 fiel um 1,1 Prozent, nachdem die US-Bank Morgan Stanley ihr Votum auf "Underweight" gesenkt hatte.

Die Aktien von TAG Immobilien DE0008303504 hoben sich mit fast einem Prozent Plus positiv ab nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs. Der Wachstumsmotor Polen verhelfe zu einer branchenführenden Gewinndynamik, schrieb der Experte Jonathan Kownator. Zudem lobte er bei TAG die Rendite und die geringen Leerstände im deutschen Immobilienbestand.

Im Dax waren die Aktien des Energiekonzerns Eon DE000ENAG999 dank ihres defensiven Charakters ein Lichtblick. Ein Händler verwies hier auf das Nachwirken eines Artikels im "Manager Magazin", das am Vortag über ein geplantes Sparprogramm berichtet hatte.

Unter den kleineren Werten im SDax DE0009653386 waren Tonies LU2333563281 und Mutares DE000A0SMSH2 gefragt. Bei dem Hörspielboxen-Hersteller Tonies setzt Analyst Sinan Doganli von der Investmentbank Oddo BHF auf ein gutes drittes Quartal. Das Beteiligungsunternehmen Mutares schloss eine Vereinbarung zur Veräußerung der polnischen Drogeriemarktkette Natura ab.

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de | DE0008469008 | AKTIEN | boerse | 70373833 |