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Europa Schluss: Ins Minus gedreht - Ausverkauf bei US-Techwerten

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 19:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Europas wichtigste AktienmÀrkte haben am Donnerstag unter einem drastischen Stimmungsumschwung an den US-Börsen gelitten.

Die wichtigsten Indizes diesseits des Atlantiks bĂŒĂŸten zwischenzeitliche Gewinne ein und drehten ins Minus.

Der US-Aktienmarkt wurde von einem Ausverkauf der Technologiewerte nach unten gezogen, die unter der Sorge vor einer schĂ€rferen Regulierung im Bereich der KĂŒnstlichen Intelligenz (KI) litten. Hintergrund ist der klare Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen in den USA am Dienstag. Die Demokraten gelten KI gegenĂŒber als skeptischer als die Republikaner, die sich eher fĂŒr Deregulierung starkmachen.

Nachdem die Wall Street am Mittwoch noch positiv auf die Wahlergebnisse reagiert hatte, ĂŒberwog nun die Skepsis. Der Technologie-Index Nasdaq 100 US6311011026 war zwischenzeitlich um 6,4 Prozent eingebrochen. Er war allerdings auch seit Anfang 2023 rasant gestiegen und hatte damit sehr stark von der Hoffnung auf gute GeschĂ€fte mit KĂŒnstlicher Intelligenz profitiert. Erst im Oktober hatte das Börsenbarometer ein Rekordhoch erreicht.

Damit fiel der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 am Ende um 0,55 Prozent auf 6.231,54 Punkte. Außerhalb des Euroraums gab der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 um 0,37 Prozent auf 14.967,73 Punkte nach. Der britische FTSE 100 GB0001383545 verlor 0,43 Prozent auf 10.782,66 Punkte.

Aus Branchensicht fanden sich europaweit Technologiewerte EU0009658921 mit einem Minus von 3,2 am Ende des Sektortableaus ein. "Anleger befĂŒrchten, dass nach dem Wahlsieg der Demokraten strengere Auflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen und Projekte verzögern könnten", urteilte Salah-Eddine Bouhmidi vom Handelshaus IG. Diese politischen Risiken trĂ€fen auf die ohnehin schwelende Unsicherheit, wann sich die milliardenschweren Investitionen in KĂŒnstliche Intelligenz ausreichend auszahlen werden. Verzögerungen beim Ausbau könnten die Geduld der Investoren zusĂ€tzlich strapazieren.

Damit kam es in den USA und auch europaweit zu einem Ausverkauf bei Halbleiterwerten. So knickten die Anteilscheine von STMicroelectronics NL0000226223 um 9,3 Prozent ein. Die Papiere des Chipzulieferers ASML NL0010273215 sackten um 6,6 Prozent ab.

Unter den weiteren Einzelwerten setzte Air France-KLM FR001400J770 in dem trĂŒben Umfeld ein positives Ausrufezeichen. Die Aktien sprangen nach der Vorlage von Quartalszahlen um gut zwölf Prozent nach oben. Die Analysten der US-Bank JPMorgan sprachen von einem deutlich besser als erwarteten Zahlenwerk.

Nicht ganz so spektakulĂ€r war die Reaktion der Papiere von Swiss Re CH0126881561 auf die GeschĂ€ftszahlen. Vergleichsweise geringe GroßschĂ€den und ZuwĂ€chse im Leben-GeschĂ€ft hatten dem RĂŒckversicherer in den ersten neun Monaten des Jahres einen Gewinnanstieg beschert. Der Wert gewann am Ende zwei Prozent. Zwischenzeitlich hatten die Papiere den höchsten Stand seit 2002 erreicht.

Unter den ansonsten unauffĂ€lligen Herstellern von Nahrungsmitteln und GetrĂ€nken verzeichneten Diageo GB0002374006 mit einem Plus von 3,2 Prozent stĂ€rkere AufschlĂ€ge. Der zuletzt schwĂ€chelnde Schnaps- und Guinness-Hersteller hatte im ersten Quartal seines GeschĂ€ftsjahres ĂŒberraschend mehr erlöst.

In Kopenhagen bĂŒĂŸten die Aktien von Moller-Maersk DK0010244508 sechs Prozent ein. Experten der AL Sydbank verwiesen auf das Ergebnis zum dritten Quartal, das die Erwartungen verfehlt habe. Zudem bewegt sich der neue Ausblick unter den durchschnittlichen SchĂ€tzungen von Analysten.

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