ROUNDUPAktien, Frankfurt

Frankfurt Schluss: Dax schüttelt Verluste weitgehend ab

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 18:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Dax DE0008469008 hat angesichts vager Hoffnungen auf eine Lösung im festgefahrenen Nahost-Konflikt seine Tagesverluste am Dienstag fast vollständig abgeschüttelt.

Die Öl- und Gaspreise sanken. Zudem stützte die positive Börsenstimmung in den USA.

Mit einem Minus von 0,06 Prozent auf 25.304,42 Punkte ging der deutsche Leitindex aus dem Tag, nachdem er zeitweise bis an die 25.000-Zähler-Marke abgesackt war. Damit stabilisierte er sich knapp über für den kurzfristigen Trend relevanten 21-Tage-Durchschnittslinie. Der MDax DE0008467416 verringerte sein Minus auf 0,40 Prozent und ging mit 30.391,65 Zählern aus dem Handel.

Die Märkte reagierten wohl vor allem darauf, dass es im festgefahrenen Konflikt zwischen den USA und dem Iran eine Lösung geben könnte, hieß es. So kursierten Gerüchte über einen möglichen Kompromissvorschlag von Vermittlern aus Katar und Pakistan, der den Forderungen beider Seiten gerecht werden soll.

In ganz Europa hellte sich die Stimmung an den Börsen am späteren Nachmittag auf. Der EuroStoxx 50 EU0009658145, Leitindex der Euroregion, schloss mit minus 0,38 Prozent auf 6.121,66 Punkte. In London wurden ebenfalls nur moderate Verluste verbucht, während in Zürich der SMI CH0009980894 seine Gewinne ausbaute. In den USA stieg der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Börsenschluss um 0,9 Prozent und der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 zeigte sich stabil.

Gegen Börsenschluss verdrängte an der Dax-Spitze die Qiagen NL0015002CX3-Aktie die von Eon DE000ENAG999. Das Papier des Diagnostik-Spezialisten gewann 3,8 Prozent und erreichte damit wieder den höchsten Stand seit Mitte Februar. Es profitierte einem Händler zufolge von Übernahme-Gerüchten, die in einem M&A-Blog verbreitet wurden.

Für das Plus von 2,9 Prozent der Eon-Aktie wurde auf einen Bericht des "Manager Magazins" verwiesen. Demnach arbeitet der Strom- und Gasnetzbetreiber an einem umfassenden Sparprogramm, das 2027 starten könnte. Unter dem Projektnamen "Polaris" sollen Kosten um 20 bis 25 Prozent reduziert werden, schrieb das Wirtschaftsmagazin unter Berufung auf Konzerninsider. Eon bestätigte dem Magazin, derzeit an einer Vereinfachung des derzeitigen Managementmodells zu arbeiten. Konkrete Beschlüsse gebe es jedoch noch keine.

Weitere Abgaben verzeichneten Papiere mit KI-Bezug. Nicht nur Infineon DE0006231004 und Siemens Energy DE000ENER6Y0 zählten zu den größten Verlierern im Dax. Auch Siemens DE0007236101 gaben trotz gemeldeter Rekordaufträge des Schweizer Konkurrenten ABB CH0012221716 um 2,2 Prozent nach. Der Optimismus hinsichtlich einer Fortsetzung des KI- und Halbleiterbooms schwindet. Die Zweifel an der Profitabilität der enormen Investitionen wachsen. Obendrein lassen die inflationsbedingt steigenden Marktzinsen auch die Kreditrisiken steigen.

Angespannt wird daher auf die anstehenden Quartalszahlen der Schwergewichte im Tech-Sektor geblickt. SpaceX US84615Q1031 wird am diesem Abend nach Börsenschluss berichten. Am Mittwoch folgen Meta US30303M1027 und IBM US4592001014.

Im MDax büßten Aurubis DE0006766504 4,7 Prozent ein und litten unter den Zwischenberichten von BHP AU000000BHP4 und Anglo American GB00BTK05J60. Beide Bergbauunternehmen meldeten einen Rückgang der Kupferproduktion. TAG Immobilien DE0008303504 waren Spitzenwert mit plus 4,5 Prozent. Eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs gab Auftrieb. Polen als Wachstumsmotor verhelfe zu einer branchenführenden Gewinndynamik, schrieb Analyst Jonathan Kownator. Zudem lobte er bei TAG die Rendite und die geringen Leerstände im deutschen Immobilienbestand.

Im SDax DE0009653386 waren Tonies LU2333563281 und Mutares DE000A0SMSH2 gefragt. Mit Blick auf den Hörspielboxen-Hersteller Tonies setzt Analyst Sinan Doganli von der Investmentbank Oddo BHF auf ein gutes drittes Quartal. Die Aktie war mit plus 6,5 Prozent Spitzenreiter im Kleinwerte-Index. Das Beteiligungsunternehmen Mutares DE000A2NB650 schloss eine Vereinbarung zur Veräußerung der polnischen Drogeriemarktkette Natura ab. Diese Aktie gewann 4,2 Prozent./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

Disclaimer...
de | DE0008469008 | ROUNDUPAKTIEN | boerse | 70375898 |