Grönland, DÀnemark und USA unterzeichnen Abkommen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Neu: Merz)
NEW YORK (dpa-AFX) - Im Streit um Grönland haben die USA, DĂ€nemark und die Arktisinsel ein Abkommen geschlossen. US-PrĂ€sident Donald Trump, die dĂ€nische MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen und der grönlĂ€ndische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen unterzeichneten am Rande der UN-Generalversammlung in New York eine Vereinbarung, in der es um Sicherheitsinteressen geht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrĂŒĂte die Einigung.
Die drei Parteien hatten vor wenigen Tagen ĂŒberraschend einen Durchbruch im Streit um die Insel verkĂŒndet. Trump zufolge sichern sich die USA mit der Vereinbarung etwa weitreichende Befugnisse zur Verteidigung der Arktisinsel, die zwar weitgehend autonom ist, aber zum dĂ€nischen Hoheitsgebiet gehört. Die dĂ€nische und grönlĂ€ndische Seite hatten die Darstellungen Trumps in dieser Form zunĂ€chst nicht bestĂ€tigt.
Die dĂ€nische Regierungschefin Mette Frederiksen hatte erklĂ€rt, Details erst nach der Unterzeichnung preiszugeben. Sie selbst und Nielsen wĂŒrden jedoch kein Abkommen unterzeichnen, "wenn es nicht gut fĂŒr Grönland wĂ€re". Frederiksen bezeichnete den Deal kurz vor der Unterzeichnung als "Meilenstein", der nicht nur gut fĂŒr die drei Parteien, sondern auch fĂŒr die Nato und Europa sei. Nielsen sprach von einer "win win win"-Situation und einem historischen Abkommen. Die Vereinbarung fĂŒhre das bereits seit 1951 existierende Verteidigungs-Abkommen mit den USA weiter.
Trump sprach von einer "fantastischen langfristigen Beziehung".
Trump will Grönland gegen China und Russland abschirmen
Wie Trump zuvor bei seiner Rede bei der UN-Generalversammlung in New York sagte, dĂŒrften Gegner der USA keine Basis in Grönland errichten, keine militĂ€rische PrĂ€senz dort haben und keine "sensiblen Investitionen" tĂ€tigen - es sei denn, die USA genehmigen es. AuĂerdem wĂŒrden sofort Vorbereitungen fĂŒr den Aufbau einer groĂen MilitĂ€rprĂ€senz auf der Insel aufgenommen. Konkret sollten zwei groĂe neue MilitĂ€rbasen entstehen.
Der US-PrĂ€sident hatte in der Vergangenheit mehrfach mit der Annexion Grönlands gedroht und damit nicht nur den Nato-Partner DĂ€nemark brĂŒskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der MilitĂ€rallianz geweckt. Auch versuchte er, mit der Androhung von Strafzöllen einen Verkauf an die USA zu erzwingen. Trump begrĂŒndete sein Vorgehen mit Sicherheitsinteressen der USA und damit, dass Feinde der Vereinigten Staaten wie China und Russland die Insel unter ihre Kontrolle bringen wollten - und DĂ€nemark dem nichts entgegenzusetzen habe.
USA sehen Grönland in strategisch wichtiger Position
Durch ein Abkommen aus dem Jahr 1951 haben die USA ohnehin schon recht groĂen militĂ€rischen Spielraum auf der Eisinsel. Aktuell unterhĂ€lt das US-MilitĂ€r dort aber nur noch eine MilitĂ€rbasis, die fĂŒr Raketenabwehr und RadarĂŒberwachung wichtige Pituffik Space Base im Nordwesten Grönlands. Sie soll den US-StreitkrĂ€ften ihre Ăberlegenheit im Weltraum sichern. Trump sprach mehrfach davon, ein Raketenabwehrsystem namens "Golden Dome" auf der Insel zu errichten. Grönland könnte beim Angriff eines Feindes wie Russland direkt in der Flugbahn möglicher Raketen liegen.
FĂŒr die Nato ist der Grönland-Konflikt ein höchst brisantes Thema. Einerseits muss das BĂŒndnis um seine GlaubwĂŒrdigkeit fĂŒrchten, wenn ein fĂŒhrendes Mitglied damit droht, sich Gebiete eines anderen Nato-Staates einzuverleiben. Andererseits wĂ€re es fatal fĂŒr die Nato gewesen, wenn die USA im Streit darĂŒber aus dem BĂŒndnis ausgetreten wĂ€ren.
Kanzler Merz wertete die Einigung als gute Nachricht. "Es stĂ€rkt unsere transatlantische Partnerschaft in der Nato und trĂ€gt zur Sicherheit im hohen Norden bei", erklĂ€rte Merz in Berlin. Er versicherte: "Unsere Partner können auch in Zukunft auf die UnterstĂŒtzung Deutschlands zĂ€hlen, wenn es darum geht, gemeinsam diese Ziele zu verfolgen."
