IEA senkt Nachfrageprognose - Dieselmarkt unter 'extremem Druck'
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 13:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer weltweite Verbrauch werde 2027 zwar um rund zwei Millionen Barrel pro Tag steigen, den durch den Iran-Krieg verursachten Schock jedoch nicht vollstĂ€ndig ausgleichen, heiĂt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht des Interessenverbands von Industriestaaten. Damit dĂŒrfte die Nachfrage im kommenden Jahr knapp unter dem Niveau von 2025 bleiben.
Die tĂ€gliche globale Nachfrage nach Rohöl wird fĂŒr 2027 auf durchschnittlich nur noch 104,4 Millionen Barrel geschĂ€tzt. Zuvor hatten die Experten der IEA noch eine Nachfrage von 105,0 Millionen Barrel pro Tag erwartet. Die Nachfrageprognose fĂŒr das laufende Jahr blieb hingegen unverĂ€ndert, nachdem sie zuletzt gesenkt worden war. Der Interessenverband erwartet demnach 2026 weiter eine tĂ€gliche Nachfrage von durchschnittlich 102,4 Millionen Barrel.
Die Nachfrage werde durch hohe Preise und EinschrĂ€nkungen beim Angebot belastet, schreiben die IEA-Experten. Rohöl hat sich im Oktober nach wiederholten Angriffen auf Handelsschiffe in der StraĂe von Hormus verteuert. Der Preis fĂŒr Ăl der Referenzsorte Brent ist in dieser Zeit wieder ĂŒber die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen und wurde zuletzt bei 106,35 Dollar gehandelt.
"FĂŒr den Ălmarkt wird bis Jahresende weiterhin ein Angebotsdefizit prognostiziert", heiĂt es im Monatsbericht. Vor allem bei Destillaten, also Heizöl und Diesel, rechnet die IEA mit einer knappen Versorgung "voraussichtlich bis weit ins Jahr 2027". Der Markt fĂŒr Diesel stehe aufgrund von VersorgungsengpĂ€ssen "unter extremem Druck".
Die angespannte Versorgung treffe auf sinkende LagerbestĂ€nde und eine trotz steigender Preise kaum beeintrĂ€chtigte Dieselnachfrage, wĂ€hrend hohe Kraftstoffkosten zugleich die Transport- und Warenpreise, die Kaufkraft und die wirtschaftliche AktivitĂ€t belasteten. Da sich die Spannungen auf dem Rohöl-Frachtmarkt ausgeweitet hĂ€tten, könnten die Preise fĂŒr gelieferten Diesel in den wichtigsten ImportmĂ€rkten - Europa, Afrika und Lateinamerika - in den kommenden Wochen erneut steigen, erklĂ€rte die IEA.
Vor dem Hintergrund der knappen Versorgung mit Diesel drĂ€ngt die IEA ihre Mitgliedstaaten dazu, die zugesagte Freigabe von Diesel-Notreserven umzusetzen. Angesichts der angespannten Lage solle der Freigabe von VorrĂ€ten so weit wie möglich Vorrang eingerĂ€umt werden. Ăber diese Schritte will der IEA-Verwaltungsrat bei einem Treffen an diesem Donnerstag beraten.
Angesichts der Rekordpreise an den ZapfsĂ€ulen will US-PrĂ€sident Donald Trump ein Exportverbot fĂŒr Diesel und hat sogar ein Lieferabkommen mit Russland in Aussicht gestellt. Die von Trump angekĂŒndigten MaĂnahmen dĂŒrften das Gleichgewicht auf dem globalen Ălmarkt aber kaum wesentlich verĂ€ndern, meinte die Energieagentur. Die derzeitigen russischen ExporteinschrĂ€nkungen seien nĂ€mlich auf einen Mangel an betriebsbereiten Raffinerie-KapazitĂ€ten infolge von Drohnen-Angriffen aus der Ukraine zurĂŒckzufĂŒhren.
