Iran wehrt sich vor UN gegen Trump-Drohungen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Gestern sagte der PrÀsident der Vereinigten Staaten, wir seien Terroristen. Wir sind Opfer des Terrorismus", sagte Peseschkian bei der UN-Generaldebatte in New York. Der US-Vertreter verlieà bei der Rede des iranischen PrÀsidenten unterdessen demonstrativ den Saal.
Trump hatte dem Iran in seiner Rede am Vortag zum Auftakt der Generaldebatte zwei mögliche Optionen fĂŒr den weiteren Verlauf des Konflikts skizziert: Ein Abkommen, das es dem Iran erlaube, zu groĂer wirtschaftlicher StĂ€rke zurĂŒckzufinden. Oder die Vernichtung der Islamischen Republik, um dem Iran "niemals wieder die Chance zu geben, Menschen zu töten und LĂ€nder zu zerstören". WĂ€hle der Iran den Krieg, lande die Republik in der "Hölle, ohne Ăberlebenschance und ohne Hoffnung auf zukĂŒnftige GröĂe oder nachfolgende Generationen".
Auch Ukraine-Krieg rĂŒckt wieder in den Fokus
Bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen rĂŒckte unterdessen auch der seit mehr als viereinhalb Jahren andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wieder in den Fokus. Unter anderem wird am Abend deutscher Zeit eine Rede des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj vor der Vollversammlung erwartet, zudem trafen sich die AuĂenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Marco Rubio.
AuĂenminister Johann Wadephul begrĂŒĂte die GesprĂ€che. "Wenn GesprĂ€che des amerikanischen AuĂenministers mit dem russischen AuĂenminister uns Verhandlungen nĂ€herbringen, dann wĂ€re das eine gute Nachricht hier aus New York", sagte der CDU-Politiker. US-AuĂenminister Rubio teilte indes mit, die USA hĂ€tten den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen.
Peseschkian beklagt "Politik der Gewalt"
Irans PrĂ€sident Peseschkian beklagte in seiner Rede bei den UN eine internationale Ordnung der "GewalttĂ€tigen". "Wir dĂŒrfen keine Welt schaffen, in der militĂ€rische Macht an die Stelle der LegitimitĂ€t tritt, Sanktionen an die Stelle der Diplomatie, Terror an die Stelle der Politik und Krieg an die Stelle des Dialogs." US-PrĂ€sident Trump solle "wissen, dass die Drohung gegen unsere Nation uns geschlossener macht, stĂ€rker macht und den Widerstand der Iraner vergröĂert." Der Iran wolle Zusammenarbeit mit der Welt. "Entweder werden wir die Sicherheit miteinander schaffen, oder wir werden die Unsicherheit miteinander ertragen." Sein Land werde die zivile Nutzung von Kernenergie nicht aufgeben, sagte er weiter.
Drohungen - aber auch wieder Austausch im Iran-Konflikt
Trotz der gegenseitigen Drohungen wÀhrend der UN-Generaldebatte waren am Rand der Veranstaltung am Dienstag aber auch erstmals seit Monaten wieder Vertreter der Kriegsparteien USA und Iran zu Verhandlungen zusammengekommen. Der Austausch am Rande der UN-Generalversammlung in New York sei "sehr gut" gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte Trump danach vor Reportern. Iranische Staatsmedien bestÀtigten die Verhandlungen.
An den Verhandlungen nahmen laut Trump sein UnterhĂ€ndler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner teil. Konkrete Ergebnisse wurden zunĂ€chst nicht mitgeteilt. Witkoff selbst sprach auf der Plattform X von einer GesprĂ€chsrunde, die ĂŒber Vermittler stattgefunden habe. Man hoffe, dass sich diese als konstruktiv erweisen werde - die Vermittler wĂŒrden ihre Arbeit fortsetzen.
Iran: GesprÀche fanden auf Bitten von Witkoff statt
Iranische Staatsmedien hoben hervor, das GesprĂ€ch habe auf Bitten Witkoffs stattgefunden. Den USA seien unter anderem von AuĂenminister Abbas Araghtschi die Bedingungen fĂŒr eine Ăffnung der StraĂe von Hormus kommuniziert worden. Dazu zĂ€hlen die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade vor der iranischen KĂŒste, die Auszahlung aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte sowie die Beendigung des Kriegs an allen Fronten, wie der staatliche Sender Irib berichtete.
Die "New York Times" nannte unter Berufung auf zwei iranische Beamte Pakistan und Katar als Vermittler der neuen GesprĂ€chsrunde. Die beiden Staaten hĂ€tten sich intensiv fĂŒr eine RĂŒckkehr zur Diplomatie eingesetzt. Trump stellte vor Reportern eine baldige Fortsetzung der GesprĂ€che in Aussicht - nannte aber keine Details.
Deutschlands AuĂenminister Wadephul traf sich mit seinem iranischen Kollegen Araghtschi und forderte Teheran zu einem Ende der Blockade der StraĂe von Hormus auf. "Es ist an Iran, sich konstruktiv an Verhandlungen zu beteiligen und den WĂŒrgegriff zu lösen".
Iran-Krieg galt als festgefahren
Der Iran-Krieg galt zuletzt als festgefahren - GesprÀchsrunden zwischen den USA und dem Iran gab es lÀnger nicht mehr. Anfang Juli trafen sich Vertreter der USA und des Irans in Doha getrennt voneinander mit Vermittlern aus Katar und Pakistan zu indirekten GesprÀchen.
Ein zentraler Streitpunkt zwischen Washington und Teheran - die Kontrolle der fĂŒr den internationalen Ăl- und FlĂŒssiggashandel wichtigen StraĂe von Hormus - ist nach wie vor ungelöst.
