Ölpreise auf hohem Niveau leicht im Minus - neue diplomatische Schritte
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 07:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAm Freitagmorgen sank der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November um gut 0,8 Prozent auf 105,72 US-Dollar. Am Donnerstagabend hatten die Ölnotierungen wegen der anhaltenden Sorgen über die Lage im Nahen Osten kräftig zugelegt und ihre Gewinne weiter ausgebaut - binnen 48 Stunden waren dies rund 10 Prozent gewesen. Seit Jahresbeginn hat sich Brent-Öl um mehr als 70 Prozent verteuert und damit den Inflationsdruck verstärkt.
Unterdessen scheint es Bewegung zu geben. Der Iran hat den USA nach Medienberichten einen neuen Vorschlag zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges vorgelegt. Über Vermittler sei der US-Regierung ein Plan vorgelegt worden, wonach die Straße von Hormus nach sieben Tagen wieder geöffnet werden könne, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi laut der "New York Times" und der "Financial Times" am Rande der UN-Woche in New York. Auf Nachfrage zu dem angeblichen Verhandlungsangebot der Iraner hieß es aus dem Weißen Haus: "Wir führen über die Vermittler positive und konstruktive Gespräche."
"Brent dürfte sich wahrscheinlich um 100 bis 110 Dollar halten, solange sich die Lage nicht grundlegend ändert", sagte Haris Khurshid, Anlagechef bei Karobaar Capital, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Eine glaubwürdige schrittweise Vereinbarung könnte den Preis recht schnell wieder unter 100 Dollar drücken. Weitere Probleme bei Exporten oder in der Logistik könnten dagegen wieder einen Preis von 120 Dollar ins Spiel bringen.
Um die Versorgung des Weltmarktes mit Öl aus Saudi-Arabien zu unterstützen, wird Frankreichs Militär ein wichtiges Ölterminal des Königreichs am Roten Meer schützen. Dafür würden Soldaten, Radarsysteme und Systeme zur Verteidigung in die Hafenstadt Yanbu geschickt, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron den Sendern TF1 und France 2.
