Europa Schluss: Anleiherenditen und Ălpreise beunruhigen Anleger
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 18:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSInsbesondere französische Staatsanleihen standen unter Druck. Der PrĂ€sident der französischen Zentralbank, Emmanuel Moulin, sagte dazu, dass Frankreich mit Blick auf das Staatsdefizit durchaus in einer Risikozone sei und der Haushaltsplan fĂŒr 2027 wichtig werde, um die FinanzmĂ€rkte zu beruhigen.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni und schloss mit einem Minus von 1,47 Prozent bei 6.180,29 Punkten. AuĂerhalb der Euroregion sank der britische FTSE 100 GB0001383545 um 0,79 Prozent auf 10.458,50 ZĂ€hler. Der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 legte um 0,14 Prozent auf 13.808,42 ZĂ€hler zu und profitierte damit von Kursgewinnen einiger defensiver Schwergewichte.
"Die Lage an den AnleihemÀrkten bereitet den Anlegern zunehmend Sorgen", konstatierte Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Gemeinsam mit den immer noch hohen Energiepreisen braue sich damit eine gefÀhrliche Mixtur zusammen, die verstÀrkt auch die AktienmÀrkte erfassen könnte, so Lipkow.
Die erneut verschÀrfte Lage an den AnleihemÀrkten belastete vor allem die europÀischen Bankenwerte. So verbuchten die Aktien von BNP Paribas FR0000131104, Societe Generale FR0000130809, Credit Agricole FR0000045072, Santander ES0113900J37, BBVA ES0113211835, Unicredit IT0005239360 und Intesa Sanpaolo IT0000072618 KursabschlÀge zwischen 2,0 und 5,0 Prozent.
Unter Druck standen auch Technologietitel. Vor den Zahlen asiatischer Halbleiterschwergewichte war ZurĂŒckhaltung zu spĂŒren. Marktexperte Lipkow sieht darin die Unsicherheit reflektiert, "ob groĂe Technologieunternehmen wie Samsung KR7005930003 und SK Hynix KR7000660001 die hohen Erwartungen der Anleger tatsĂ€chlich erfĂŒllen können". Die Papiere von BE Semiconductor NL0012866412 sackten um 8,5 Prozent ab. Die Analysten von UBS hatten die Aktien von "Kaufen" auf "Verkaufen" abgestuft und das Kursziel deutlich gesenkt.
Besser als der Gesamtmarkt hielt sich der Autosektor. Die Aussicht auf europĂ€ische ImportbeschrĂ€nkungen gegen Hybridautos aus China bremste das Verkaufsinteresse der Anleger. Die EuropĂ€ische Union (EU) bereite SchutzmaĂnahmen vor, die die Einfuhr chinesischer Hybridfahrzeuge in die EU begrenzen sollen, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet. Unter den Einzelwerten zogen die Papiere von Renault FR0000131906 um 3,7 Prozent an, jene von Stellantis NL00150001Q9 gewannen 1,6 Prozent.
