New York Schluss: Märkte im Plus nach US-Zinsentscheid
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 21:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVor allem galt dies für die Technologiewerte an der Nasdaq, deren Erholung weiterging. Aktien mit KI-Fantasie kommen neuerdings wieder in Mode, doch auf sie wartete nach US-Börsenschluss mit den Quartalszahlen von Microsoft US5949181045 und Alphabet US02079K3059 schon die nächste Belastungsprobe.
Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 legte am Ende um 0,55 Prozent auf 29.813,16 Punkte zu, was ihm zum höchsten Stand seit einer Woche und zu einem Test der kurz- bis mittelfristig relevanten 50-Tage-Durchschnittslinie verhalf. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 schloss 0,28 Prozent höher bei 7.743,98 Zählern und der Dow Jones Industrial US2605661048 legte um 0,19 Prozent auf 52.475,10 Punkte zu.
Nach der im September vollzogenen ersten Zinserhöhung seit Jahren behalten die US-Währungshüter jetzt ihren Leitzins unverändert. Spannend bleibt die Frage, ob es nun im Dezember zur nächsten Straffung der Geldpolitik kommt, mit der Anleger rechnen. Der Fed-Chef Kevin Warsh untermauerte diese Erwartung. Er überraschte die Märkte mehr mit der Ankündigung baldiger Sitzungen, die ohne Zinsentscheid bleiben werden.
Unter den sieben bedeutendsten Tech-Riesen ("Magnificent 7") rangierte die Mehrheit im Minus, nur Alphabet US02079K3059 und Amazon US0231351067 konnten sich im Plus behaupten. Bei beiden kam nach zuletzt schlechtem Lauf etwas Vorfreude auf, denn von Amazon werden am Donnerstag die Resultate erwartet. Alphabet half auch ein Kreise-Bericht, wonach der KI-Konzern OpenAI beabsichtigen soll, für den Ausbau seiner Rechenkapazitäten Chips von der Tochter Google US02079K1079 zu kaufen.
Viele Chipwerte profitierten weiter von der zuletzt wieder auflebenden Attraktivität von KI-Werten. Starke Zahlen des südkoreanischen Speicherchipkonzerns SK Hynix KR7000660001 kamen vor allem bei US-Unternehmen gut an, die mit Speichern oder Speicherchips ihr Geld verdienen. Dazu gehörten etwa Micron US5951121038 und Sandisk US80004C1018 mit Anstiegen um bis zu 7,7 Prozent.
Oracle US68389X1054 gab seinen mehr als zehn Prozent höheren Aktien im Verlauf mächtig Schub mit einem hohen mittelfristigem Umsatzziel, das im Rahmen einer Investorenkonferenz genannt wurde. Es verspricht eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von über 35 Prozent. Zudem bremste der Konzern die Sorgen der Investoren hinsichtlich der Rendite von KI-Investitionen mit seinem langfristigen Cashflow-Ausblick.
Die Berichtssaison bewegte vor allem Nebenwerte. Beim Spezialisten für Solarenergietechnik Enphase Energy US29355A1079 mussten die Anleger wegen eines schwachen Quartalsausblicks einen Kurseinbruch um 16 Prozent verkraften.
Viel besser sah es da bei Vertiv Holdings US92537N1081 mit einem Kurssprung um 16,5 Prozent aus. Der Hersteller von Energie- und Kühlanlagen hat seine Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie für das Gesamtjahr auf ein Niveau über den Konsensschätzungen angehoben.
Bei Unternehmen, die aus dem Mischkonzern GE hervorgingen, war das Bild unterschiedlich. Angehobene Jahresziele bescherten dem Medizintechnikkonzern GE Healthcare US36266G1076 ein Kursplus, das fast sieben Prozent groß war. Die Titel des Energietechnikkonzerns GE Vernova US36828A1016 gaben dagegen um fast zwei Prozent nach. Einer angehobenen Ergebnisprognose stand eine milliardenschwere Übernahme gegenüber.
Im Dow wurden vorgelegte Resultate für die gut gelaufenen Visa-Titel US92826C8394 kein richtiger Kurstreiber mehr, ihr Handel endete mit 0,3 Prozent im Minus. Der Zahlungsdienstleister erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar einen Rekordumsatz, erfüllte damit aber lediglich die Erwartungen.
