Medienproduktion, KĂĽnstliche Intelligenz

Wie KI, Streaming und Effizienzdruck die Medienproduktion verändern

15.06.2026 - 16:15:00 | pressetext.de

St. Pölten - Branchenexpert*innen, Produzent*innen und Kreative diskutierten bei der c-tv Konferenz Zukunftsperspektiven der Film-, TV- und Content-Produktion

Wie KI, Streaming und Effizienzdruck die Medienproduktion verändern
Medienproduktion - c-tv Konferenz 2026 15.06.2026 - Bild: Emma Hauser ĂĽber pressetext.de

Künstliche Intelligenz verändert Workflows, Streaming fragmentiert Märkte und steigender Kostendruck fordert neue Finanzierungsmodelle: Diese Entwicklungen standen im Mittelpunkt der von Studierenden organisierten c-tv Konferenz 2026 an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten. Die Konferenz konnte vor Ort am Campus St. Pölten und online auf DerStandard.at/etat verfolgt werden. Auf ORFIII wird die Konferenz am 25.06. um 08:00 Uhr ausgestrahlt.

Zwischen technologischer Innovation und wirtschaftlicher Realität

Die Konferenz des Bachelor-Studiengangs Medientechnik zeigte, dass technologische Innovation und wirtschaftlicher Wandel die Medienbranche gleichermaßen prägen. "KI in der Bewegtbildproduktion verändert Workflows, verschiebt Job-Profile und lässt neue Erzählformen entstehen. Streaming und Effizienzdruck verlangen neue Wege der Finanzierung", betont Rosa von Suess, Leiterin des Creative-Content-Channel c-tv und des Bachelor-Studiengangs Medientechnik an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten.

In zwei Themenblöcken widmete sich die Konferenz den aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Medienproduktion. Während Lottie Webb (Particle6 AI Production Studios), Irdin Nino Begic (Soda Zitron Media), Georg Tiller (Subabscura Films) und Rainer Maly (Visual Effects – 3D – 2D – AI) im ersten Teil die Rolle künstlicher Intelligenz im medientechnischen Alltag anhand konkreter Anwendungsbeispiele beleuchteten, stand im zweiten Teil der Wandel der Produktionsbedingungen im Fokus. Die Vertreter*innen aus Film-, TV- und Dokumentarproduktion Iva Hauk (Big Blue Marble), Marco Gilles (freier Produzent, u.a. eitelsonnenschein), Bernhard Natschläger (ORF) und Susanne Lummer (Terra Mater Studios) diskutierten, wie steigende Kosten, kürzere Produktionszeiträume und neue Marktanforderungen die Branche verändern und welche Strategien, Technologien und Finanzierungsmodelle dabei helfen können, qualitativ hochwertige Inhalte weiterhin wirtschaftlich zu produzieren.

Künstliche Intelligenz erweitert kreative Spielräume

Für die Expert*innen eröffnet KI neue Möglichkeiten in Entwicklung, Recherche und Produktion. Prompting gilt dabei zunehmend als neue Kernkompetenz in der Medienproduktion.

Am Beispiel der KI-generierten virtuellen Schauspielerin Tilly Norwood zeigte Lottie Webb, Creative AI Producer bei Particle6 AI Production Studios, auf, welches Potenzial KI-Charaktere bieten: "Als KI-Schauspielerin können wir Tilly in verschiedene Szenen und Handlungsstränge integrieren, um zu zeigen, auf welchem Stand die aktuelle Technologie ist. [ … ] Menschliche Beteiligung ist entscheidend. Und wir arbeiten auch mit Hollywood-Regisseur*innen, Kostümbildner*innen und sogar Komponist*innen zusammen – alle nutzen Tilly als Muse, während sie ihre Fähigkeiten und ihr Handwerk anpassen, um mit KI zu arbeiten", sagte Lottie Webb, die remote aus Großbritannien zugeschaltet war.

Erfahrene Artists weiterhin gefragt

Es wurde deutlich, dass KI kreative Prozesse zwar unterstützt, hochwertige visuelle Effekte, komplexe Produktionen und überzeugendes Storytelling jedoch weiterhin erfahrene Expert*innen erfordern. Kreativität, journalistische Sorgfalt und glaubwürdige Inhalte seien nicht automatisierbar, so der Tenor der Diskussion.

Authentizität bleibt entscheidend

Besonders im Dokumentar- und Naturfilmbereich wurden Transparenz und nachvollziehbare Produktionsprozesse als zentrale Voraussetzungen genannt, um Vertrauen beim Publikum zu erhalten. Susanne Lummer, Biologin, Wissenschaftsjournalistin und Head of Specialist Factual bei Terra Mater Studios, verwies auf die "Sehnsucht nach dem Echten" hinter der wachsenden Flut an Fakes und KI-generierten Inhalten. Als Reaktion darauf führte Terra Mater Studios ein Authentizitätssiegel für Produktionen ohne KI-generierte Naturaufnahmen ein, welches die Herkunft der gezeigten Bilder für das Publikum nachvollziehbar machen soll.

Neue Wege der Finanzierung

Darüber hinaus geraten klassische Förder- und Finanzierungsmodelle unter Druck. An die Stelle weniger großer Geldgeber treten zunehmend zahlreiche kleinere Finanzierungs- und Verwertungstöpfe, die kombiniert werden müssen. Dadurch entstehen zwar neue Chancen für innovative Formate und Nischenangebote, gleichzeitig wächst jedoch der wirtschaftliche Druck auf Produzent*innen.

Studierende gestalten c-tv Konferenz

Die c-tv Konferenz wurde von Studierenden im vierten Semester des Studiengangs Medientechnik organisiert und durchgefĂĽhrt.

"Bei der c-tv Konferenz arbeiten Studierende unter realitätsnahen Produktionsbedingungen an einem Live-Show-Format und Cross-Media-Inhalten auf hohem Niveau. Dass die Ergebnisse direkt mit Expert*innen aus der Branche geteilt werden, sorgt für Sichtbarkeit, Wertschätzung und hilfreiches Feedback", sagt Tanja Ploner, Junior Digital Producer beim Ausbildungsfernsehen c-tv der USTP, die das Studierendenteam begleitet hat.

Die Studierenden des Wahlpflichtfaches Virtual Production kreierten für die Einspieler der diesjährige c-tv Konferenz ein spezielles, eigens entwickeltes Bühnenbild mit virtueller Kulisse und echten selbstgebauten Requisiten. "In einer Zeit, in der KI-generierte Inhalte immer realistischer und makellos werden, ist es uns wichtig, die Bedeutung von menschlichem Handwerk hervorzuheben. Denn nicht nur ein perfektes Endresultat ist erstrebenswert – auch der kreative Prozess, Individualität sowie Menschlichkeit bereichern Projekte auf besondere Weise", sagt Miriam Heidegger stellvertretend für das Studierendenteam.

Eine Pitching Session von Studierenden ermöglichte zudem einen frühen Einblick in neue Format- und Projektideen der nächsten Generation von Medienschaffenden – und damit in kommende Trends, Produktionsansätze und mögliche Entwicklungen im Markt. Die Jury bildeten Caroline Klinger (Leitung Programmentwicklung, ProSiebenSat.1 PULS 4), Marco Gilles (Freier Produzent), Bernhard Natschläger (ORF, Redakteur Fernsehfilm), René Rodlauer (Regisseur).

Auszeichnung fĂĽr Lehrveranstaltungskonzept

Das Lehrveranstaltungskonzept der c-tv Konferenz wurde mit dem 2. Platz beim Award of Excellence der von der USTP koordinierten European University Allianz E³UDRES² ausgezeichnet und erstmals auch für Studierende und Mitarbeitende der Allianz geöffnet. Die Auszeichnung unterstreicht den praxisorientierten Ansatz der c-tv Konferenz.

Erfahren Sie mehr zur c-tv Konferenz ( https://ctvkonferenz.ustp.at/ ) Mehr zum Bachelor-Studiengang Medientechnik ( https://edit.ustp.at/de/studium/medien-digitale-technologien/medientechnik )

Fotos: Credit: Emma Hauer Impressionen finden Sie hier zum Download: 20260615_c-tv Konferenz ( https://fhstp.sharepoint.com/:f:/s/BD/IgCpiLOUVIDsSIQ4ztpUf5TJAc8x48tuJ-TyYBgq-icrO-Y?e=pGJ6Aj )

Ăśber die c-tv Konferenz

Die c-tv Konferenz hat sich als wichtige Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen in Theorie und Praxis der Broadcast- und Medienbranche etabliert. Gleichzeitig bietet sie Studierenden die Chance, spannende Jobmöglichkeiten zu entdecken, während Medienprofis gezielt Nachwuchskräfte für die Zukunft rekrutieren können.

Über die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten (vormals Fachhochschule St. Pölten) steht für innovative Lehre, wirkungsvolle angewandte Forschung und – als leitende Hochschule der European-University-Allianz E³UDRES² – für gelebte Europeanness. Als USTP – University of Applied Sciences St. Pölten unterstreicht sie ihre wachsende Internationalität und ihre Rolle als dynamischer Knotenpunkt für tertiäre Bildung, Forschung und gesellschaftliche Transformation – regional, national und in ganz Europa. Mehr als 4.000 Studierende erhalten in zahlreichen Bachelor- und Master-Studiengängen sowie berufsbegleitenden Weiterbildungsprogrammen eine praxisorientierte Ausbildung in den Themenbereichen Medien, Kommunikation, Management, Digitale Technologien, Informatik & KI, Security, Bahntechnologie, Gesundheit und Soziales. Lehre und Forschung sind dabei eng verzahnt.

(Ende)

Aussender: USTP – University of Applied Sciences St. Pölten Ansprechpartner: Sandra Lagler Tel.: +43/676/847 228 288 E-Mail: sandra.lagler@ustp.at Website: www.ustp.at

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