EABG-Entwurf droht zum Showstopper zu werden
09.09.2025 - 12:07:00 | pressetext.deDoch genau hier endet die Liste der Fortschritte auch schon. "Es gibt ein bisschen Licht, aber sehr viel Schatten. In seiner aktuellen Form werden zwar EU-Vorgaben aus der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) umgesetzt, das EABG wird seinem Namen jedoch trotzdem nicht gerecht und droht eher zum Showstopper fĂŒr die Energiewende zu werden", urteilt Vera Immitzer , GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von PV Austria.
Ausbauziele zu niedrig, Speicherplan fehlt, Vorgaben gestrichen â Energiewende ja, aber eingebremst
Die im Entwurf vorgesehenen Mindestausbauziele fĂŒr Photovoltaik (PV) sind viel zu niedrig angesetzt. Sie decken lediglich rund die HĂ€lfte des bis 2030 laut "Integriertem österreichischem Netzinfrastrukturplan" (ĂNIP) erforderlichen PV-Ausbedarfs von 21 Terawattstunden PV-Strom ab. Die BundeslĂ€nder Burgenland, Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg werden ihre EABG-Vorgabe bereits in diesem Jahr erfĂŒllen. "Damit wird fĂŒr die BundeslĂ€nder faktisch die Stopptaste gedrĂŒckt. Von Beschleunigung kann keine Rede sein", warnt Herbert Paierl , Vorstandsvorsitzender von PV Austria.
Auch beim Thema Batteriespeicher bleibt der Entwurf weit hinter den Notwendigkeiten zurĂŒck. Ein verbindlicher Ausbauplan fehlt völlig, obwohl eine von PV Austria gemeinsam mit der Austrian Power Grid und der TU-Graz erstellte Studie einen österreichweiten Bedarf an Batteriespeichern von 5,1 Gigawatt (GW) bis 2030 und 8,7 GW bis 2040 ausweist und ganz konkrete VorschlĂ€ge zum Batteriespeicherausbau enthĂ€lt. Angesichts des derzeitigen Ausbaustands von nur 1,1 GW sei das "ein gravierendes VersĂ€umnis", so Paierl.
ZusĂ€tzlich wird den BundeslĂ€ndern freie Hand bei der Ausweisung von sogenannten "Beschleunigungsgebieten" fĂŒr erneuerbare Energie-Projekte gelassen. Damit fehlt ein entscheidendes Instrument, um die Errichtung von groĂen PV-FreiflĂ€chenprojekten, die tausende Haushalte und Betriebe direkt mit gĂŒnstigem Strom versorgen könnten, tatsĂ€chlich zu beschleunigen und bĂŒrokratische HĂŒrden abzubauen. Ein frĂŒherer Entwurf hatte hier noch verbindliche Vorgaben vorgesehen â diese sind nun gestrichen.
"Das Ziel der KlimaneutralitÀt bis 2040, wie es im Regierungsprogramm sehr wohl verankert ist, sucht man im Gesetzesentwurf vergeblich. Ohne diese klare Richtung, verbindliche Vorgaben und ambitionierte Ausbauziele droht die Energiewende gehörig ins Stocken zu geraten. Zigtausend heimischen Handwerksbetrieben nimmt man dadurch langfristige Planungssicherheit", kritisiert Immitzer .
Wer A(usbau) sagt, muss auch B(eschleunigung) sagen
PV Austria fordert daher bereits vor Ende der Begutachtungsfrist entsprechende Nachbesserungen:
* ambitioniertere PV-Mindestausbauziele fĂŒr die BundeslĂ€nder, * einen verbindlichen Batteriespeicherfahrplan, * die Festschreibung der KlimaneutralitĂ€t 2040 sowie * konkrete Vorgaben fĂŒr Beschleunigungsgebiete.
Nur so könne das EABG zu dem werden, was sein Name verspricht â ein Beschleunigungsgesetz fĂŒr die Energiewende.
(Ende)
Aussender: Photovoltaic Austria Bundesverband Ansprechpartner: Vera Immitzer Tel.: +43 1 522 35 81 440 E-Mail: office@pvaustria.at Website: www.pvaustria.at
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
