Wirtschaftsweise: Tankrabatt teuer und schwÀcht Sparsignal
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 07:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Tankrabatt sei "teuer, entlastet auch diejenigen, die keine UnterstĂŒtzung benötigen, und schwĂ€cht ausgerechnet das Preissignal, das bei knappen Kraftstoffen zum Sparen anregen sollte", kritisierte die Vorsitzende des SachverstĂ€ndigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der "Augsburger Allgemeinen".
Sie forderte die Bundesregierung auf, "endlich" einen Mechanismus zu schaffen, mit dem Geld direkt an Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen ausgezahlt werden könne.
Nicht der ganze Rabatt kommt bei Tankstellen-Kunden an
Der Tankrabatt gilt seit dem 1. Oktober. Der Bund verzichtet dabei auf Energie- und Mehrwertsteuer in Höhe von 16,7 Cent pro Liter. Laut dem ifo-Institut haben die Tankstellen in den ersten fĂŒnf Tagen im Schnitt nicht den gesamten rechnerisch möglichen PreisrĂŒckgang von etwa 17 Cent pro Liter an die Kunden weitergegeben. Beim Diesel und beim Super E10 lag die VergĂŒnstigung demnach durchschnittlich bei rund 15 Cent und bei Super E5 bei gut 16 Cent.
Die Warnungen vieler Ăkonomen vor Steuergeldverschwendung hĂ€tten sich bestĂ€tigt, sagte Schnitzer der "Augsburger Allgemeinen". Es sei schwer nachvollziehbar, "dass Deutschland vier Jahre nach der Energiekrise noch immer keinen vollstĂ€ndig funktionsfĂ€higen Mechanismus hat, mit dem kurzfristig und zielgenau Geld an besonders belastete Haushalte ausgezahlt werden kann", kritisierte sie dem Blatt zufolge. "Technisch wĂ€re das grundsĂ€tzlich möglich, die notwendigen Voraussetzungen hĂ€tten in den vergangenen Jahren aber konsequenter geschaffen werden mĂŒssen."
Strukturelle Wettbewerbsprobleme in der Mineralölbranche?
Die unzureichende Weitergabe des Tankrabatts liegt aus Sicht der Ăkonomin derweil vor allem an zu wenig funktionierendem Wettbewerb in der Mineralölbranche. Hier seien die WettbewerbshĂŒter gefragt, sagte sie. Das Bundeskartellamt sollte mit seinen erweiterten Befugnissen mögliche strukturelle Wettbewerbsprobleme auf der Raffinerie- und GroĂhandelsebene konsequent weiter untersuchen, mahnte Schnitzer an.
