World Password Day: Wenn Angreifer sich als Mitarbeiter anmelden
30.04.2026 - 10:30:00 | pressetext.deDer Grund ist einfach: Angreifer mĂŒssen heute nicht immer technische Schwachstellen ausnutzen. Oft genĂŒgt eine gĂŒltige IdentitĂ€t. Gestohlene oder wiederverwendete Zugangsdaten öffnen den Weg in PostfĂ€cher, Cloud-Umgebungen oder interne Systeme. FĂŒr Sicherheitsabteilungen ist das besonders tĂŒckisch. Im ersten Moment sieht ein solcher Zugriff nicht wie ein Einbruch aus, sondern wie eine normale Anmeldung.
Wie konkret dieses Risiko ist, zeigt die aktuelle ESET-Telemetrie. Im ESET Threat Report H2 ( https://www.welivesecurity.com/en/eset-research/eset-threat-report-h2-2025/ ) 2025 stiegen E-Mail-Bedrohungen gegenĂŒber der ersten JahreshĂ€lfte um 36 Prozent. Unter den Top-Bedrohungen in E-Mails lag HTML/Phishing.Agent mit 30,8 Prozent klar vorn. Auch klassische Passwortangriffe bleiben relevant. Bei externen Netzwerkangriffsvektoren entfiel mit 43,3 Prozent der gröĂte Anteil auf Password Guessing. Hinzu kommen Infostealer wie Formbook, Agent Tesla oder SnakeStealer, die Zugangsdaten, Browserdaten und weitere sensible Informationen von kompromittierten GerĂ€ten abgreifen können.
"Viele Angriffe beginnen heute mit einer ganz normalen Anmeldung", sagt Michael Schröder, Head of Product Marketing bei ESET Deutschland. "Genau deshalb dĂŒrfen Unternehmen Passwörter nicht lĂ€nger alleinlassen. Multi-Faktor-Authentifizierung sorgt dafĂŒr, dass ein gestohlenes Passwort nicht automatisch zum Zugang ins Unternehmen wird. Wichtig ist aber, dass MFA sauber eingefĂŒhrt und im Alltag akzeptiert wird."
Multi-Faktor-Authentifizierung wird zur Pflichtaufgabe
Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ergĂ€nzt das Passwort um mindestens einen weiteren Nachweis. Das kann eine App-Freigabe sein, ein Einmalcode, ein Hardware-Token, ein biometrisches Merkmal oder ein FIDO-basierter SicherheitsschlĂŒssel. Der Nutzen liegt auf der Hand: Selbst, wenn ein Passwort kompromittiert wurde, fehlt Angreifern ein weiterer Faktor.
Auch regulatorisch gewinnt MFA an Bedeutung. Das BSI verweist im NIS2-Kontext auf Multi-Faktor-Authentisierung ( https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Regulierte-Wirtschaft/NIS-2-regulierte-Unternehmen/NIS-2-Infopakete/NIS-2-MFA/NIS-2-MFA.html ) und gesicherte Kommunikation als Teil der RisikomanagementmaĂnahmen fĂŒr wichtige und besonders wichtige Einrichtungen. Damit wird MFA fĂŒr viele Unternehmen in Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz nicht nur zu einer technischen Empfehlung, sondern zu einem Baustein professioneller UnternehmensfĂŒhrung.
ESET rĂ€t Unternehmen deshalb, MFA nicht als Einzelprojekt zu betrachten. Entscheidend ist eine Strategie, die kritische ZugĂ€nge priorisiert, Nutzergruppen einbindet und SonderfĂ€lle sauber regelt. Dazu gehören verlorene Smartphones, GerĂ€tewechsel, DienstleisterzugĂ€nge, Notfallkonten und Ă€ltere Anwendungen, die moderne Authentifizierung nur eingeschrĂ€nkt unterstĂŒtzen.
World Password Day als Anlass fĂŒr den Sicherheitscheck
Auch mit MFA bleiben gute Passwörter wichtig. Sie sollten lang, einzigartig und nicht mehrfach verwendet werden. Passwortmanager helfen, sichere Zugangsdaten praktikabel zu machen. Der regelmĂ€Ăige Zwangswechsel ohne konkreten Anlass ist dagegen kein Allheilmittel. Wichtiger ist, unsichere oder kompromittierte Kennwörter zu erkennen und kritische ZugĂ€nge zusĂ€tzlich abzusichern.
Der World Password Day sollte fĂŒr Unternehmen deshalb mehr sein als ein Hinweis auf Sonderzeichen und MindestlĂ€ngen. Er ist ein guter Anlass, die eigene Identity-Security-Strategie zu prĂŒfen. Welche Konten sind besonders kritisch? Wo fehlt MFA noch? Welche Dienstleister haben Zugriff? Welche Altanwendungen umgehen moderne Sicherheitsregeln? Und wie schnell erkennt das Unternehmen, wenn Zugangsdaten missbraucht werden?
(Ende)
Aussender: ESET Deutschland GmbH Ansprechpartner: Michael Klatte Tel.: +49 3641 3114 257 E-Mail: michael.klatte@eset.de Website: www.eset.de
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