Klabin-Aktie setzt auf konventionelle Eukalyptus-Züchtung
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 05:03 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSKlabin hält an Züchtungsstrategie fest
- Klabin sieht in konventioneller Kreuzung unter den Bedingungen im Süden Brasiliens derzeit die größeren Produktivitätsvorteile.
- Das Unternehmen bleibt für Genomeditierung offen, betrachtet sie aber vorerst nicht als Teil seiner Strategie.
- Für Forschung und Entwicklung stellte die brasilianische Entwicklungsbank BNDES 122,55 Millionen BRL bereit.
Klabin hält bei Eukalyptus an der konventionellen Züchtung fest. Der brasilianische Zellstoff- und Verpackungspapierhersteller will nach Angaben von Valor International vom 3. November 2026 derzeit keine gentechnisch veränderten oder geneditierten Eukalyptuspflanzen anbauen.
Konventionelle Züchtung bleibt Kernstrategie
Darlon Orlamunder, bei Klabin für Forschung, Entwicklung, Nachhaltigkeit, Strategie und Märkte verantwortlich, begründete die Entscheidung mit den Bedingungen in den südbrasilianischen Anbaugebieten. Kreuzung und Hybridisierung lieferten dort nach Unternehmensangaben derzeit schnellere und effizientere Produktivitätsfortschritte.
Klabin schließt einen späteren Einsatz der Technologie nicht grundsätzlich aus. Eine Änderung der Strategie würde laut Orlamunder jedoch einen Konsens über wirtschaftliche, ökologische und soziale Vorteile voraussetzen. Zertifizierungsregeln könnten zudem den Marktzugang von Produzenten mit gentechnisch veränderten Beständen einschränken.
Forschung soll Walderträge steigern
Das Unternehmen baut seine Forschung an Eukalyptus und Kiefern weiter aus. Klabin erhielt in diesem Jahr von der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES 122,55 Millionen BRL für Forschung und Entwicklung, davon 41,1 Millionen BRL für genetische Verbesserungen und eine höhere Holzqualität.
Zusätzlich testet Klabin Wälder in trockeneren und heißeren Regionen. Damit sollen Baumarten identifiziert werden, die besser an den Klimawandel angepasst sind. Genetische Kartierung und molekulare Marker nutzt der Konzern bereits, um gewünschte Eigenschaften junger Setzlinge früh zu erkennen.
Geschäft mit Zellstoff und Verpackungen
Klabin produziert in Brasilien Zellstoff, Papier sowie Wellpappen- und Verpackungslösungen. Der Konzern betreibt Forstflächen und industrielle Anlagen vor allem im Süden des Landes und verbindet damit Holzproduktion, Zellstoffgeschäft und Papierverarbeitung. Im Wettbewerb stehen unter anderem Suzano und Arauco, die ebenfalls Zellstoff- und Papiermärkte bedienen; Suzano und Arauco erforschen im Gegensatz zu Klabin bereits Anwendungen der Geneditierung in Eukalyptusbeständen.
Klabin im Überblick
- Unternehmen: Klabin S.A.
- ISIN: US49834M1009
- Geschäft: Zellstoff, Papier sowie Wellpappen- und Verpackungslösungen
- Heimatmarkt: Brasilien
Das Marktumfeld für brasilianische Unternehmen verfolgen Anleger über die aktuellen Entwicklungen am Bovespa.
