Aktie, KI-Projekt

2CRSI Aktie: 10,38-Prozent-Sturz trotz ÆTHER-Konsortium

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 20:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Trotz milliardenschwerem KI-Projekt bricht 2CRSI-Aktie ein. Ein Shortseller-Bericht belastet den Kurs und überschattet die positive Strategie.

2CRSI Aktie: Shortseller-Angriff überschattet KI-Konsortium
Aktie - Abstrakte Darstellung des Technologiesektors mit dunkler, fallender Tendenz trotz angedeuteter Zusammenarbeit, die einen Marktabschwung widerspiegelt. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eigentlich sollte dieser Mittwoch ein guter Tag für 2CRSI werden. Der Serverhersteller gab seine Rolle im milliardenschweren ÆTHER-Konsortium bekannt – einem Zusammenschluss für Europas digitale Souveränität in der KI-Infrastruktur. Die Märkte reagierten trotzdem mit einem kräftigen Ausverkauf.

Die Aktie stürzte um 10,38 Prozent auf 32,98 Euro ab. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich das Minus auf fast 40 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 59,80 Euro ist der Kurs inzwischen 45 Prozent entfernt.

Europas KI-Offensive

2CRSI ist Gründungsmitglied des ÆTHER-Konsortiums, das bei der EU-Kommission für die sogenannte AI Gigafactory-Ausschreibung antritt. Ziel: Europas Unabhängigkeit bei KI-Hardware. Der Konzern liefert hochdichte Server, die speziell für KI-Workloads ausgelegt sind. Die Chips kommen von SiPearl, die Beschleuniger von Axelera AI – alles europäisch.

Parallel laufen fortgeschrittene Verhandlungen für die ersten beiden Campus-Standorte in der Region Straßburg. Das Projekt umfasst Hochleistungsrechnen, Cloud-Dienste, Energie-Rückgewinnung und regionale Wirtschaftsförderung. Kurz gesagt: ein Leuchtturmvorhaben für Europas KI-Ambitionen.

Die Schattenseite

Doch die Nachricht vom Konsortium verpuffte an der Börse. Der Grund liegt tiefer. Seit Mitte Juni belastet ein schwerer Shortseller-Angriff die Aktie. Grizzly Research veröffentlichte am 18. Juni einen Bericht und wirft 2CRSI vor, Umsätze zu fabrizieren. Das Unternehmen weist die Vorwürfe vehement zurück.

Das Management hat Konsequenzen gezogen. Am 1. Juli leitete 2CRSI ein unabhängiges Prüfverfahren ein. Im Fokus steht der Verkauf von 194 Servern an einen deutschen Kunden – ein Auftrag über 110 Millionen Euro, der am 9. Juni bekannt gegeben wurde. Die Prüfung begann am 22. Juni im Audit- und Risikoausschuss. Banken, der Kunde und Spediteure sollen die Transaktion bestätigen.

Die Ergebnisse will 2CRSI über offizielle Kanäle veröffentlichen. Solange die Ungewissheit bleibt, dürfte der Kurs unter Druck stehen – die positive KI-Strategie hin oder her.

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