ABB Aktie: 30 Prozent mehr Aufträge
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 15:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Berenberg bestätigte am 20. Juli 2026 die Einstufung „Hold" und beließ das Kursziel bei 80 Franken. Die zurückhaltende Haltung der Analysten kontrastiert mit robusten operativen Zahlen, die der Industriekonzern zuletzt vorgelegt hat.
Auftragseingang springt um 30 Prozent
Nach Angaben des Handelsblatts verbuchte ABB im zweiten Quartal einen Auftragseingang von 12,04 Milliarden Dollar – ein Plus von 30 Prozent. Der Nettogewinn lag bei 1,23 Milliarden Dollar. Diese Kennzahlen unterstreichen, dass die Nachfrage nach Automatisierungs- und Elektrifizierungslösungen des Konzerns ungebrochen hoch ist. Damit reiht sich ABB in eine Reihe europäischer Industriewerte ein, die im laufenden Berichtszyklus überraschend stark abschnitten – darunter auch Salzgitter und Wacker Neuson, die ihre Prognosen anhoben.
Trotz dieser Dynamik bleibt Berenberg skeptisch und signalisiert mit dem unveränderten Kursziel von 80 Franken, dass die Bewertung der Aktie nach der jüngsten Rally bereits ausgereizt erscheint. Eine Begründung für die Beibehaltung der Einstufung nannte die Bank nicht.
Neuer Auftrag in Australien
Parallel zu den Quartalszahlen meldete sich ABB mit einem konkreten Projekt zu Wort: Der Konzern soll das Kraftwerk Pelican Point mit einer Leistung von 532 Megawatt modernisieren. Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Infrastrukturprojekten ein, mit denen ABB in den vergangenen Monaten regelmäßig für Schlagzeilen sorgte – von Indien-Aufträgen bis zu Übernahmen im Bereich Antriebstechnik.
Kurs unter dem 50-Tage-Schnitt
An der Börse spiegelt sich die Skepsis der Analysten in der Kursentwicklung wider. Die Aktie notiert aktuell bei 86,82 Euro und damit rund 4,71 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 91,11 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 96,36 Euro, erreicht Ende Juni 2026, trennen das Papier inzwischen knapp zehn Prozent. Auf Monatssicht hat die Aktie rund 7,85 Prozent verloren – ein Dämpfer nach der starken Entwicklung der vergangenen zwölf Monate, in denen der Kurs um mehr als die Hälfte zugelegt hatte.
Die Konsolidierung fällt in eine Phase, in der die europäischen Börsen insgesamt verhalten in die Woche starteten. Der DAX gab am 20. Juli 2026 leicht nach, während auch der Euro Stoxx 50 schwächer tendierte. Belastend wirkten zudem Sorgen um eine mögliche Neubewertung von Künstliche-Intelligenz-Titeln, nachdem in Südkorea Werte wie Samsung Electronics und SK Hynix deutlich unter Druck geraten waren.
Fazit
Für ABB-Aktionäre ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Operativ liefert der Konzern mit einem um 30 Prozent gestiegenen Auftragseingang und Aufträgen wie der Modernisierung von Pelican Point weiterhin überzeugende Argumente. Die Analysten von Berenberg sehen im aktuellen Kursniveau von rund 80 Franken jedoch keinen zusätzlichen Spielraum nach oben. Ob sich die jüngste Kursschwäche als Verschnaufpause nach der starken Rally der vergangenen zwölf Monate erweist oder der Beginn einer längeren Konsolidierung ist, dürfte sich an den kommenden Geschäftszahlen und weiteren Großaufträgen entscheiden.
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