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ABB Aktie: Rotork-Übernahme für 5,5 Milliarden

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 17:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ABB treibt Aktienrückkäufe und milliardenschwere Deals voran. Der Konzern erwartet hohe Erlöse aus dem Robotics-Verkauf und plant weitere Zukäufe.

ABB Aktie: Milliarden-Rückkäufe und Übernahmen treiben Umbau voran
Moderne industrielle Fertigungsanlage mit Fokus auf Automatisierung und Präzisionstechnik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ABB verliert am Donnerstag an Wert, während der Konzern gleich mehrere Großprojekte gleichzeitig stemmt. Die Aktie notiert bei 85,84 Euro und fällt damit um 1,63 Prozent. Im Hintergrund läuft eine der ambitioniertesten Kapitalallokationen im europäischen Industriesektor.

Rückkäufe laufen unvermindert weiter

ABB hat sein Aktienrückkaufprogramm in der vergangenen Woche fortgesetzt. Zwischen dem 16. und 22. Juli kaufte der Konzern 360.906 eigene Aktien über die SIX Swiss Exchange zurück. Die täglichen Volumina schwankten zwischen 13.500 und 132.000 Titeln.

Seit dem Start im Februar 2026 hat ABB damit bereits 4.617.262 Aktien erworben. Das Programm zielt auf eine Kapitalherabsetzung ab und hat ein Gesamtvolumen von bis zu 2 Milliarden US-Dollar. Es soll bis Januar 2027 laufen.

Zwei Milliarden-Deals parallel in Arbeit

Während die Rückkäufe planmäßig weiterlaufen, treibt ABB parallel zwei große Transaktionen voran. Im Zentrum steht die geplante Übernahme des britischen Durchflusskontroll-Spezialisten Rotork. Die Mitte Juli angekündigte Transaktion hat ein Volumen von rund 4,1 Milliarden Pfund, umgerechnet etwa 5,5 Milliarden US-Dollar.

Der Abschluss wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet. Aktionäre und Aufsichtsbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

Gleichzeitig nähert sich die Veräußerung der Robotics-Sparte an SoftBank ihrem Abschluss. Ein Bankenkonsortium hat am Mittwoch die Finanzierung für SoftBank in Höhe von 1,75 Milliarden US-Dollar finalisiert. Die Gesamtakquisition ist rund 5,4 Milliarden US-Dollar schwer und war bereits 2025 vereinbart worden.

Der Vollzug wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. ABB rechnet mit Nettoerlösen von rund 4,8 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf. Diese Mittel sollen die Liquidität des Konzerns weiter stärken.

Kursrückgang trotz starkem Jahresverlauf

Der heutige Rücksetzer ändert wenig am Gesamtbild. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 34,59 Prozent im Plus und zählt damit zu den stärksten Werten im Industriesektor. Der aktuelle Kurs liegt zwar rund 11 Prozent unter dem Hoch von 96,36 Euro aus dem Juni. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 75,13 Euro beträgt aber weiterhin über 14 Prozent und signalisiert einen intakten langfristigen Aufwärtstrend.

CEO Morten Wierod betonte zuletzt die finanzielle Flexibilität des Konzerns. Er bezifferte den Spielraum für weitere Zukäufe auf rund 13 Milliarden US-Dollar. Diese sogenannte Firepower soll genutzt werden, um die Position in Elektrifizierung und industrieller Automatisierung weiter auszubauen.

Starkes Auftragspolster als Basis

Das zweite Quartal 2026 lieferte dafür die Grundlage. Der Auftragseingang überschritt die Marke von 12 Milliarden US-Dollar. Die operative EBITA-Marge lag zuletzt bei 20,2 Prozent.

ABB verfolgt damit einen doppelten Ansatz: Kapital an Aktionäre zurückführen und gleichzeitig ins Portfolio investieren. Ob die Integration von Rotork reibungslos verläuft und wie ABB die Robotics-Erlöse einsetzt, dürfte die Bewertung des Konzerns in den kommenden Quartalen maßgeblich prägen.

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