ABN Amro Aktie: 80 Millionen Klage in Deutschland
25.06.2026 - 18:49:14 | boerse-global.de
Die niederländische Großbank ABN Amro bekommt juristischen Ärger in Deutschland. Ihre Tochter HAL (Hauck Aufhäuser Lampe) steht vor einer millionenschweren Klage, die weitreichende Folgen haben könnte.
Drei deutsche Krankenversicherungen fordern 80 Millionen Euro Schadenersatz. Der Grund: ein Immobilienfonds, den HAL gemeinsam mit Verius aufgelegt hatte. Der Fonds verlor rund 500 Millionen Euro seines 1,2 Milliarden Euro schweren Volumens und wurde 2023 abgewickelt.
Die Versicherer vertreten zusammen rund zwei Millionen Versicherte. Sie werfen der Bank vor, sie über die Risiken des Investments getäuscht zu haben. ABN Amro wollte sich auf Nachfrage nicht äußern – die Sache sei Gegenstand laufender Verfahren.
Das könnte erst der Anfang sein. Nach Berichten der niederländischen Zeitung De Telegraaf und des Handelsblatt könnten bis zu 20 weitere Versicherungen betroffen sein.
Expansion im Heimatmarkt
Trotz der juristischen Altlasten in Deutschland treibt die Bank ihre Wachstumsstrategie im Heimatmarkt voran. Die niederländische Wettbewerbsbehörde hat die Übernahme von NIBC genehmigt.
Der Kaufpreis liegt bei rund 960 Millionen Euro. Die Behörde sieht keine Wettbewerbsbeschränkung – NIBC sei ein relativ kleiner Player im Markt. Die Akquisition ist ein Kernstück von ABN Amros Strategie, die eigene Marktposition zu stärken und das Portfolio zu diversifizieren.
Aktie nahe Rekordhoch
Die ABN Amro-Aktie notiert am Donnerstag bei 36,73 Euro – ein minimales Plus von 0,46 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Gewinn von knapp 21 Prozent. Damit nähert sich die Aktie wieder dem 52-Wochen-Hoch von 38,59 Euro, liegt aber noch knapp fünf Prozent darunter.
Der RSI von 61,5 signalisiert leichte Überhitzung, aber noch keinen Alarm. Der Titel notiert gut zwölf Prozent über der 50-Tage-Linie – das spricht für einen intakten Aufwärtstrend.
Anleger dürften nun genau beobachten, ob die Klage in Deutschland weitere Kreise zieht. Ein strafrechtliches Randthema kommt hinzu: Ein Gericht verurteilte kürzlich einen Mann zu 30 Monaten Haft, der mit Deepfake-Technologie 47 Konten bei ABN Amro eröffnet hatte. Der Schaden für die Bank belief sich auf 13.000 Euro. Der Fall zeigt, dass auch etablierte Institute zunehmend mit digitalen Sicherheitsrisiken kämpfen.
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