Adidas Aktie: Marktanteil bei Fußballschuhen auf 39,74 Prozent
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 05:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Fußball-Weltmeistertitel ist vergeben, doch für Adidas beginnt jetzt erst die kommerzielle Auswertung des Turniers. Der Konzern rüstete beim Finale zwischen Spanien und Argentinien beide Endspielteilnehmer aus und lieferte mit dem „Trionda Final“ auch den offiziellen Spielball der Endrunde. Diese maximale Markenpräsenz auf der größten Sportbühne der Welt fällt zeitlich mit einer Serie positiver Nachrichten zusammen, die den Titel bereits im Vorfeld überschattete.
Trikots und Schuhe verkaufen sich deutlich besser als 2022
Medienberichten zufolge hat Adidas bei den WM-Trikotsätzen 2026 eine Vervierfachung des Absatzvolumens gegenüber dem Turnier 2022 erzielt. Auch bei Fußballschuhen zeigt sich der Fortschritt in Zahlen: Laut einer Marktstudie steigerte der Konzern seinen Marktanteil während der WM auf 39,74 Prozent, nach 33,17 Prozent vier Jahre zuvor. Damit verkürzt Adidas den Abstand zum Marktführer Nike spürbar – ein Punkt, den auch Analysten registrierten. Parallel dazu ging Anfang Juli die letzte große Kollektion der über 70 Jahre währenden Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball-Bund an den Start: eine „Abschiedskollektion“ mit Retro-Designs, bevor Nike ab 2027 die DFB-Ausrüstung übernimmt.
Aktienrückkauf läuft planmäßig weiter
Während das operative Geschäft von der WM profitiert, treibt Adidas auch die Kapitalrückführung an die Aktionäre voran. In einer Zwischenmeldung zum laufenden Rückkaufprogramm bestätigte der Konzern, im Zeitraum vom 6. bis 10. Juli insgesamt 268.915 eigene Aktien erworben zu haben. Über die zweite Tranche des Programms wurden bis zum 17. Juli bereits 962.604 Aktien zurückgekauft. Das Gesamtvolumen ist auf bis zu 500 Millionen Euro ausgelegt und soll bis September 2026 abgeschlossen sein – ein Signal, dass das Management trotz der jüngsten Kursschwäche Vertrauen in die eigene Bewertung setzt.
JPMorgan sieht Aufwärtspotenzial
Am 17. Juli stufte JPMorgan die Adidas-Aktie mit „Overweight“ ein und nannte ein Kursziel von 230 Euro. Die Analysten verwiesen dabei auf die vorteilhafte Wettbewerbsposition gegenüber Nike, die sich in den WM-Absatzzahlen bereits widerspiegelt. Gemessen am Schlusskurs von 178,75 Euro würde das Kursziel ein deutliches Aufwärtspotenzial implizieren, sollte sich die Einschätzung bewahrheiten.
Kurs bleibt trotz guter Nachrichten unter Druck
An der Börse zeigt sich das positive Newsflow bislang nur gedämpft. Die Aktie verlor auf Wochensicht 2,00 Prozent und notiert damit rund 12,16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 203,50 Euro, das im Juli vergangenen Jahres erreicht wurde. Offenbar überwiegt am Markt derzeit die Frage, wie sich der WM-Boom in den kommenden Quartalszahlen konkret niederschlägt, während die operativen Erfolge – Rekordabsätze bei Trikots, gestiegener Marktanteil bei Schuhen, maximale Präsenz beim Finale – für sich genommen wenig Zweifel an der strategischen Ausrichtung des Konzerns lassen. Für Anleger bleibt damit die Frage im Raum, wann sich der sportliche und mediale Erfolg auch nachhaltig im Aktienkurs niederschlägt.
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