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Adobe Aktie: Morgan Stanley senkt Ziel auf 240 Dollar

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 04:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Morgan Stanley stuft Adobe auf 'Underweight' ab und kürzt das Kursziel auf 240 Dollar. KI-Risiken und Führungswechsel belasten die Aktie.

Adobe Aktie unter Druck: Morgan Stanley senkt Kursziel drastisch
Abstrakte Darstellung moderner digitaler Infrastruktur und Technologie in einem professionellen Büroumfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Aktie des Softwaregiganten Adobe geriet am Dienstag unter deutlichen Verkaufsdruck, nachdem das Analysehaus Morgan Stanley seine Einschätzung für das Unternehmen grundlegend revidiert hat. Analyst Adam Wood senkte das Rating von „Equalweight“ auf „Underweight“ und strich das Kursziel drastisch von 365 US-Dollar auf 240 US-Dollar zusammen. Im gestrigen Handel verbuchte das Papier daraufhin eine Tagesveränderung von -3,11 %. Damit setzt sich die schwierige Jahresentwicklung fort: Seit Jahresanfang verlor der Wert bereits 33,53 %.

KI-Risiken und Führungswechsel im Fokus

Die Experten von Morgan Stanley begründen ihren Pessimismus mit einer sogenannten „dreifachen Transformation“, die das Unternehmen derzeit durchlaufe. Im Zentrum stehen dabei die Risiken durch Künstliche Intelligenz (KI). Die Analysten befürchten, dass KI-basierte Substitute das traditionelle Geschäftsmodell von Adobe disruptieren könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass Wettbewerber wie Canva und Figma Marktanteile gewinnen.

Ein weiterer kritischer Faktor ist die Umstellung auf ein Freemium-Modell. Laut Medienberichten kostete dieser strategische Schwenk das Unternehmen bereits im zweiten Quartal rund 500 Millionen US-Dollar an jährlich wiederkehrendem Umsatz (ARR). Parallel dazu steht Adobe vor einem Umbruch in der Führungsebene, da Nachfolgeregelungen für die Positionen des CEO und des CFO anstehen. Morgan Stanley sieht angesichts dieser Unsicherheiten und notwendiger hoher Reinvestitionen in KI-Technologien ein ungünstiges Chance-Risiko-Verhältnis für die Anleger.

CLSA setzt auf Erholung nach Quartalszahlen

Trotz der deutlichen Warnung von Morgan Stanley gibt es auch Stimmen, die das aktuelle Kursniveau als Einstiegschance begreifen. Die Analysten von CLSA stuften Adobe zeitgleich auf „Moderate Buy“ (zuvor Outperform) hoch und halten an einem Kursziel von 300 US-Dollar fest. Sie verweisen auf die zuletzt gemeldeten Zahlen für das zweite Quartal. Adobe erzielte einen Umsatz von 6,62 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von etwa 13 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht und die Erwartungen leicht übertraf.

Auch beim Gewinn je Aktie (EPS) lieferte das Unternehmen mit 5,96 US-Dollar ein Ergebnis ab, das über der Konsensschätzung von 5,82 US-Dollar lag. Für das dritte Quartal prognostiziert das Management ein EPS zwischen 6,05 und 6,10 US-Dollar. Zudem hat Adobe ein massives Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 25 Milliarden US-Dollar autorisiert, was den Aktienkurs langfristig stützen könnte.

Insiderkäufe und Marktlage

Interessante Signale kamen zuletzt aus dem Kreis der Unternehmensführung. David Ricks, ein Mitglied des Boards, erwarb laut Pflichtmitteilungen 10.000 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 194,51 US-Dollar. Demgegenüber stehen Verkäufe von CEO Shantanu Narayen, der unter anderem 4.112 Anteile veräußerte. In den vergangenen drei Monaten überwogen bei den Insidern netto die Verkäufe mit einem Volumen von rund 18,5 Millionen US-Dollar gegenüber Käufen von 1,9 Millionen US-Dollar.

An der Börse wird die Aktie derzeit kontrovers diskutiert. Während das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit 13,4 weit unter dem historischen Fünf-Jahres-Median von über 39 liegt, bleiben die Sorgen über die langfristige Marktstellung im KI-Zeitalter bestehen. Durch den jüngsten Rücksetzer notiert der Titel mit einem Abstand von 0,61 % nur noch knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Neben Morgan Stanley zeigten sich auch andere Häuser vorsichtig; die Bank of America führt Adobe weiterhin mit „Underperform“ und einem Ziel von 190 US-Dollar.

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