Airbus Aktie: 237 Flugzeuge im Q2 ausgeliefert
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 01:46 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Juli nach oben korrigiert. Auslöser sind kräftig gestiegene Auslieferungszahlen im zweiten Quartal 2026 sowie eine Reihe strategischer Weichenstellungen kurz vor der Farnborough Airshow und den Halbjahresergebnissen des Konzerns.
Analysten erhöhen Kursziele deutlich
RBC Capital hat sein Kursziel für Airbus von 200 auf 215 Euro angehoben und die Einstufung Outperform bestätigt. Begründet wird der Schritt mit einem starken zweiten Quartal: Airbus lieferte 237 Flugzeuge aus, ein Plus von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Stückzahl teilt sich auf in 25 A220, 190 A320, sieben A330 und 15 A350. RBC rechnet angesichts dieser Dynamik mit einem starken freien Cashflow und einem soliden bereinigten operativen Ergebnis.
Noch optimistischer positioniert sich Banco BTG Pactual, das die Airbus-Abdeckung neu mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 240 Euro startet. JP Morgan stuft die Aktie mit Overweight ein, wenngleich Details zur Einschätzung hinter einer Bezahlschranke liegen. Der Analystenkonsens liegt inzwischen bei 215,88 Euro, die Spanne der Kursziele reicht von 175 bis 258 Euro.
Der Auslieferungsrekord ist zugleich Beleg und Bürde: Airbus peilt für das Gesamtjahr 2026 rund 870 Ausgelieferungen an. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Konzern in der zweiten Jahreshälfte 519 weitere Maschinen ausliefern. Der nächste Prüfstein dafür ist die Farnborough Airshow am 21. Juli, bevor Airbus am 29. Juli seine Halbjahreszahlen vorlegt.
Aufträge, Cloud-Deal und Rüstungsgeschäft
Neben den Stückzahlen sorgt Airbus auch abseits der Fertigungslinien für Bewegung. Der Konzern hat einen mehrjährigen Cloud-Vertrag mit dem Iliad-Ableger Scaleway geschlossen, um sensible Anwendungen und Daten in einer souveränen europäischen Infrastruktur zu hosten. Bis Ende 2028 sollen 70 kritische Anwendungen migriert werden, mittelfristig könnten es binnen fünf bis sechs Jahren bis zu 900 werden. Catherine Jestin, EVP Digital bei Airbus, begründet den Schritt damit, Daten vor dem Zugriff extraterritorialer Gesetzgebung schützen zu wollen.
Auf der Auftragsseite zeichnet sich weiteres Potenzial ab: Die saudi-arabische Fluggesellschaft Flynas erwägt, Optionen auf acht A330neo in Festbestellungen umzuwandeln, während Condor über sechs zusätzliche A330-900 nachdenkt. Im Verteidigungsgeschäft absolvierte der erste Eurofighter der Tranche 4 mit dem Namen Quadriga am 14. Juli seinen Jungfernflug. Zudem unterzeichnete Airbus eine Absichtserklärung mit Northrop Grumman zur Drohne MQ-4C Triton.
Auch beim A220-Programm gibt es Entwarnung: Airbus Canada und Triebwerkshersteller Pratt & Whitney erwarten, dass bis Ende 2026 keine A220 mehr wegen Triebwerksproblemen am Boden bleiben müssen. Aktuell sind nur noch zwei bis drei Prozent der Flotte betroffen, die Zuverlässigkeit des PW1500G-Triebwerks nähere sich inzwischen dem Niveau der A320-Familie an.
Kursbild: Erholung mit Abstand zum Hoch
Die Airbus-Aktie notiert bei 48,40 Euro und liegt damit gut sechs Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 45,52 Euro – ein Zeichen für die jüngste Aufwärtsbewegung. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,00 Euro, das am 12. Januar 2026 markiert wurde, fehlen der Aktie aber weiterhin rund zwölf Prozent. Die Kombination aus operativer Stärke, angehobenen Kurszielen und einem noch nicht ausgereizten Aufwärtspotenzial dürfte die Aufmerksamkeit der Anleger in den kommenden Wochen hoch halten.
Abgerundet wird das positive Bild durch die wirtschaftliche Bedeutung des Konzerns in Kanada: Dort haben die Airbus-Aktivitäten zwischen 2023 und 2025 nach eigenen Angaben 8,4 Milliarden US-Dollar zur Wirtschaftsleistung beigetragen und rechnerisch fast 60.000 Arbeitsplätze gestützt. Das A220-Programm soll die Produktion bis 2028 auf 13 Maschinen pro Monat hochfahren.
Mit der Farnborough Airshow und den Halbjahreszahlen stehen binnen zweier Wochen gleich zwei Termine an, die zeigen dürften, ob Airbus sein ambitioniertes Auslieferungsziel für 2026 tatsächlich erreichen kann.
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