Airbus Aktie: EBIT-Ziel 12 bis 13 Milliarden bis 2029
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 12:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus setzt sich für die kommenden Jahre ehrgeizige finanzielle Ziele und plant eine massive Ausweitung der Kapitalrückführungen an seine Aktionäre. Wie das Unternehmen im Rahmen eines Investorentages in London bekannt gab, strebt Airbus bis zum Jahr 2029 ein bereinigtes Betriebsergebnis (EBIT Adjusted) zwischen 12 und 13 Milliarden Euro an. Dies käme nahezu einer Verdopplung des im Jahr 2025 erzielten Wertes von 7,13 Milliarden Euro gleich. Parallel dazu kündigte der Vorstand ein Programm zum Rückkauf eigener Aktien im Volumen von 5 Milliarden Euro an, das über einen Zeitraum von drei Jahren umgesetzt werden soll.
Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel positiv auf die neuen Mittelfristziele und verzeichnete ein Plus von 4,64 Prozent auf 49,60 Euro. Mit diesem Anstieg notiert der Wert aktuell 8,13 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 45,87 Euro. Dennoch verbleibt ein gewisser Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das am 12. Januar 2026 bei 55,00 Euro markiert wurde.
Rekordgewinne und Fokus auf die Verkehrsflugzeugsparte
Die optimistische Prognose für das Jahr 2029 stützt sich maßgeblich auf die zivile Luftfahrtsparte. Laut Medienberichten erwartet Airbus, dass dieser Bereich bis Ende des Jahrzehnts rund 10 Milliarden Euro zum operativen Konzernergebnis beisteuern wird. CFO Thomas Toepfer betonte während der Veranstaltung zudem das Ziel einer Cash-Conversion-Rate von rund 1 über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Finanzplanung des Konzerns basiert dabei auf der Annahme eines Wechselkurses von 1,22 US-Dollar je Euro sowie stabilen Rahmenbedingungen im Welthandel.
Analysten von JPMorgan bewerteten die Zielsetzungen positiv und halten das Erreichen dieser Gewinnniveaus bereits innerhalb der nächsten drei Jahre für machbar. Airbus-CEO Guillaume Faury unterstrich den Kurs des Unternehmens und sprach von einer Visibilität in der Planung, wie man sie zuvor noch nie gehabt habe. Neben den Gewinnzielen prüft Airbus derzeit auch die Entwicklung längerer Versionen der Modellreihen A220 und A350 sowie eine weitere Erhöhung der Produktionsraten für den A350.
Produktionshochlauf und Entspannung in der Lieferkette
Ein wesentlicher Pfeiler für das geplante Wachstum ist die Beschleunigung der Fertigung. Airbus bestätigte konkrete monatliche Produktionsziele: Für die A320neo-Familie werden bis 2027 monatlich 70 bis 75 Maschinen angestrebt. Die Produktion des A350 soll bis 2028 auf 12 Flugzeuge pro Monat steigen, während für den A220 im gleichen Zeitraum 13 Einheiten monatlich geplant sind. Der A330 soll bis 2029 eine Rate von 5 Maschinen pro Monat erreichen.
Hinsichtlich der Lieferkettenproblematik, die die Branche zuletzt belastete, gab sich die Konzernführung zuversichtlich. Laut Reuters erwartet Airbus, dass die Triebwerksengpässe für die A320neo-Reihe bis zum Jahr 2028 vollständig gelöst sein werden. Bei den Triebwerken von Pratt & Whitney zeichnet sich bereits eine Entspannung ab; die Anzahl der am Boden verbliebenen Maschinen sei um 40 Prozent gegenüber dem Höchststand gesunken. Dennoch bleibt die Lage laut Faury "sehr angespannt", insbesondere bei der Zusammenarbeit mit dem Zulieferer CFM, einem Gemeinschaftsunternehmen von GE Aerospace und Safran. Airbus bemühe sich derzeit um zusätzliche Triebwerkslieferungen für das Jahr 2027.
Bestätigter Ausblick für das laufende Geschäftsjahr
Trotz der weitreichenden Ziele für 2029 bleibt die kurzfristige Prognose für das Jahr 2026 unverändert. Airbus hält an seinem Ziel fest, in diesem Jahr rund 870 Flugzeuge auszuliefern und ein bereinigtes EBIT von 7,5 Milliarden Euro zu erzielen. Im ersten Halbjahr konnten die Auslieferungen bereits um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert werden.
Für die weiteren Segmente setzt Airbus ebenfalls auf Wachstum: Der Bereich Services soll bis zum Jahr 2030 einen Umsatz von 10 Milliarden US-Dollar erreichen. Während der A350-Frachter voraussichtlich Ende des Sommers 2026 seinen Erstflug absolvieren wird, peilt der Konzern für das A220-Programm zeitnah die Gewinnschwelle an. CEO Guillaume Faury bekräftigte, dass die Prioritäten klar auf profitablem Wachstum und der Stärkung der Aktionärsrendite liegen.
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