Airbus Aktie: Flynas ordert 25 Flugzeuge
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 22:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Farnborough Airshow ist gestern zu Ende gegangen, und in der Bestellstatistik hat sich Boeing gegen Airbus durchgesetzt. Der US-Rivale meldete 173 feste Bestellungen und Optionen, angeführt von einem Großauftrag der Leasinggesellschaft Avolon über 100 737 MAX sowie 15 Bestellungen für die 787-10. Airbus kam zahlenmäßig deutlich schmaler weg – wohl aber nicht ohne Substanz, denn mehrere Fluggesellschaften stockten ihre Flotten gezielt auf.
Flynas und Philippine Airlines sichern neue Aufträge
Die saudische Billigfluggesellschaft Flynas orderte 20 zusätzliche A321neo sowie fünf A330-900 und hob damit ihre gesamten Verpflichtungen gegenüber Airbus auf 235 Flugzeuge an. Die aktuelle Flotte der Airline umfasst bislang 67 Airbus-Maschinen; im vierten Quartal soll zudem eine neue Tochtergesellschaft in Syrien den Betrieb aufnehmen. Parallel unterzeichnete Philippine Airlines eine Absichtserklärung über neun A350-1000 mit fünf zusätzlichen Kaufoptionen. Beide Deals zeigen, dass der Auftragseingang bei Airbus zwar hinter Boeings Schlagzeilenzahl zurückbleibt, der Langstrecken- und Schmalrumpfbereich aber weiterhin gefragt ist.
Vorstandschef Faury sieht Auslieferungsziel in Reichweite
Am Dienstag äußerte sich Airbus-Vorstandschef Faury auf dem Airshow-Gelände zum Auslieferungstempo. Laut Reuters lagen die Auslieferungen im ersten Halbjahr 2026 um 15 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Faury bekräftigte das Jahresziel von 870 ausgelieferten Flugzeugen und sprach von einer Stabilisierung bei den Triebwerkslieferungen, die dem Konzern zuletzt wiederholt Kopfzerbrechen bereitet hatten.
Trotz dieser positiven Signale ändert sich am strategischen Zeitplan des Konzerns wenig. Ein komplett neu entwickeltes Flugzeug wird es nach aktuellem Stand frühestens 2031 geben – später als bislang angenommen. Als Gründe gelten Engpässe in der Lieferkette, Verzögerungen bei Triebwerken und ein Auftragsbestand von mehr als 7.000 Flugzeugen, der die Kapazitäten bindet. Airbus verlagert Entwicklungsressourcen stattdessen auf die laufenden Programme A320neo und A350, während Tests zu Hybrid-elektrischem und Wasserstoff-Antrieb im Hintergrund weiterlaufen.
Rüstungssparte sucht neue Rolle, Stellenabbau angekündigt
Auch abseits des Verkehrsflugzeuggeschäfts bewegt sich etwas. Airbus Defence and Space prüft gemeinsam mit Deutschland einen Beitritt zum Kampfflugzeugprogramm GCAP, an dem bislang Großbritannien, Italien und Japan beteiligt sind – nachdem das deutsch-französisch-spanische FCAS-Projekt gescheitert war. Kanada ist bereits als Beobachter eingestiegen, Großbritannien hat für die Entwicklung 8,6 Milliarden Pfund über vier Jahre zugesagt, Einsatzreife ist für 2035 anvisiert. Airbus-Defence-Chef Schoellhorn macht einen möglichen Beitritt von einer signifikanten Rolle mit deutscher und spanischer Beteiligung abhängig. Zugleich hat die Rüstungssparte einen Abbau von 2.500 Stellen angekündigt, was rund sieben Prozent der Division betrifft – ein Hinweis darauf, dass der Konzern sein Verteidigungsgeschäft trotz der GCAP-Ambitionen straffen will.
Kurs pendelt unter dem Rekordhoch
An der Börse zeigte sich am Freitag ein Dämpfer: Die Aktie schloss bei 50,50 Euro und verlor auf Tagessicht 1,94 Prozent. Damit bleibt Airbus rund acht Prozent unter dem erst im Januar erreichten 52-Wochen-Hoch von 55,00 Euro. Auf Wochen- und Monatssicht steht dennoch ein Plus, was die Aktie insgesamt in einer soliden Verfassung zeigt – der jüngste Rücksetzer dürfte auch mit der gemischten Bilanz des Airshows zusammenhängen.
Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 29. Juli legt Airbus die Halbjahreszahlen vor. Anleger werden dabei genau darauf achten, ob sich Faurys Auslieferungsversprechen in den Konzernzahlen niederschlägt und wie stark die angekündigten Stellenstreichungen in der Rüstungssparte bereits die Kostenstruktur beeinflussen. Zwischen Rekordbestellungen der Konkurrenz, verschobenen Zukunftsprogrammen und einer neu ausgerichteten Verteidigungsstrategie zeichnet sich ab, dass Airbus an mehreren Fronten gleichzeitig navigieren muss.
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