Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Airbus verschiebt PlĂ€ne fĂŒr Wasserstoff-Flugzeug

20.02.2025 - 11:32:49

Airbus-Chef NL0000235190 Guillaume Faury verschiebt seine PlĂ€ne fĂŒr ein Wasserstoff-Flugzeug weit in die Zukunft.

Die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft liege fĂŒnf bis zehn Jahre hinter dem zurĂŒck, was Airbus bei AnkĂŒndigung seiner Wasserstoff-Strategie im Jahr 2020 angenommen habe, erklĂ€rte der Manager bei der Bilanzvorlage am Donnerstag in Toulouse. Dass ein Passagierflugzeug mit Wasserstoff-Antrieb wie lange anvisiert im Jahr 2035 in den Liniendienst gehe, hĂ€lt er daher nicht mehr fĂŒr realistisch. Airbus arbeite weiter daran, aber es werde ein paar Jahre lĂ€nger dauern.

Dass ein Wasserstoff-Flugzeug technisch machbar ist, steht fĂŒr Faury außer Frage. Allerdings bringe es nichts, ein Flugzeug zu entwickeln, das niemand kaufe, weil die Infrastruktur nicht zur VerfĂŒgung stehe oder es im Betrieb zu teuer sei.

Mit Blick auf die Technik ist Airbus laut Faury einen Schritt weiter. Der Konzern setzt auf eine Brennstoffzelle, die mithilfe von Wasserstoff Strom erzeugt. Dieser treibt dann wiederum das Flugzeug an. Verworfen wird damit die Alternative, bei der eine Gasturbine Wasserstoff auf Ă€hnliche Weise verbrennt, wie es bei herkömmlichen DĂŒsenflugzeugen mit Kerosin der Fall ist.

Um das Wasserstoff-Flugzeug bis 2035 zur Marktreife zu bringen, hĂ€tte Airbus die konkrete Entwicklung nach frĂŒheren Aussagen im Jahr 2027 oder 2028 anschieben mĂŒssen. Bisher arbeitet der Hersteller noch an den technischen Grundlagen - wie auch der MĂŒnchner Triebwerkshersteller MTU DE000A0D9PT0, der ebenfalls auf eine Brennstoffzelle setzt.

Um ein Flugzeug mit Wasserstoff-Antrieb zum Erfolg zu bringen, braucht es eine Wasserstoff-Versorgung an den FlughĂ€fen. Die Technik gilt als teuer und aufwendig. Um das eigentliche Ziel der CO2-NeutralitĂ€t zu erreichen, mĂŒsste der Wasserstoff zudem mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen hergestellt werden. Davon gibt es bisher deutlich zu wenig.

Realistisch ist die Wasserstoff-Technik aus Sicht der Airbus-FĂŒhrung ohnehin nur fĂŒr kleinere Passagierflugzeuge mit schĂ€tzungsweise bis zu 100 SitzplĂ€tzen. Bei Mittelstreckenjets etwa in der GrĂ¶ĂŸe der Modellfamilie A320neo und großen Langstreckenflugzeugen will Airbus wie Konkurrent Boeing US0970231058 auch bei der nĂ€chsten Generation weiterhin auf klassische Triebwerke setzen, die dann nachhaltig produzierten Flugzeugtreibstoff verbrennen sollen. Dieser wird etwa aus Pflanzen oder mithilfe von Strom als sogenannte E-Fuels hergestellt. Auch diese Art Treibstoff ist bislang weltweit nur in geringen Mengen verfĂŒgbar.

@ dpa.de | DE000A0D9PT0 PRODUKTION/ABSATZ