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AKTIEN IM FOKUS: Papiere der Autobranche gefragt nach Aussagen vor Quartalsahlen

14.04.2026 - 14:20:40 | dpa.de

Aktien deutscher Autobauer sind im freundlichen Gesamtmarkt am Dienstag überdurchschnittlich gestiegen.

Sie profitierten nicht nur von der allgemeinen Entspannung an den Börsen, da die USA und der Iran eine weitere Gesprächsrunde erwägen. Auch die Aussagen der beiden Autobauer Mercedes DE0007100000 und Porsche DE000PAG9113 zur Entwicklung im ersten Quartal (Pre-Close Calls), bevor bis zur Vorlage der Zahlen die Schweigeperiode folgt, sorgten für positive Stimmung.

Continental DE0005439004 als Zulieferer der Autobranche stiegen ebenfalls. Ihnen kam eine Hochstufung auf "Overweight" durch die britische Bank Barclays zugute. Im aktuellen Umfeld setzt Analyst Erwann Dagorne stärker auf Defensivqualitäten und Preismacht, und Conti vereine dies in sich.

Am frühen Nachmittag gewannen die Papiere des Reifenherstellers im festen Dax DE0008469008 1,9 Prozent auf 64,82 Euro. Mercedes-Benz DE0007100000 stiegen zugleich um 2,0 Prozent auf 55,30 Euro und überwanden damit - wie auch Porsche AG DE000PAG9113 - wieder die 200-Tage-Durchschnittslinie, die ein viel beachteter Indikator für den längerfristigen Trend ist.

VW DE0007664039 gewannen 1,7 Prozent auf 89,34 Euro, während BMW DE0005190003 nach schwachen Absatzzahlen im ersten Quartal um 0,3 Prozent auf 83,60 Euro nachgaben. Im festen MDax DE0008467416 ging es für den Sportwagenbauer Porsche AG um 4,1 Prozent auf 43,20 Euro nach oben.

Besser als befürchtet ausgefallene Aussagen in den Calls von Mercedes und Porsche hätten nicht nur den Aktien der beiden, sondern auch der gesamten Autobranche geholfen, sagte ein Händler. Analysten sprachen von erfreulichen Entwicklungen in einigen Bereichen der zwei Autobauer, wiesen aber auch auf Details hin, die einen kritischeren Blick rechtfertigen.

So rechnet Barclays-Analyst Henning Cosman nach den Aussagen von Porsche mit einem "soliden Quartal", allerdings von einer schwachen Basis ausgehend. Der Umsatz insgesamt dürfte weniger stark zurückgehen als der im Großhandelsgeschäft. Die Margen für das operative Ergebnis (Ebit) und den Mittelzufluss (Free Cashflow) im ersten Quartal erwartet der Experte jeweils am oberen Ende der Zielspannen für 2026. Der Grund für die positiven Auswirkungen auf die Margen sei etwa der starke Modell-Mix des Sportwagenbauers.

Jefferies-Experte Philippe Houchois sah keine großen Überraschungen, korrigierte aber seine Schätzung für den freien Barmittelzufluss nach oben. Und die Experten von Bernstein und Oddo BHF hoben zwar die Margenentwicklung positiv hervor, stellten aber auch die für das erste Quartal noch geringen Neuausrichtungskosten dazu ins Verhältnis.

Die Kernaussage von Porsche betraf laut Bernstein-Analyst Stephen Reitman die operative Konzernprofitabilität. Die operative Marge (Ebit), so schrieb er, werde wohl am oberen Ende der im März prognostizierten Spanne liegen, womit auch die Konsensprognose von Visible Alpha übertroffen würde. "Wir weisen jedoch darauf hin, dass die von Porsche für das Quartal prognostizierten strategischen Neuausrichtungskosten von etwa 100 Millionen Euro ungewöhnlich gering sind im Vergleich zu den für das Geschäftsjahr 2026 erwarteten 800 bis 900 Millionen Euro", schrieb er. Und Oddo schrieb: Die relativ robuste Profitabilität im ersten Quartal sei, abgesehen vom Produktmix, auf die Art der Kostenverteilung zurückzuführen.

Auch mit Blick auf Mercedes sahen Analysten Licht und Schatten. Alles in allem seien die Aussagen des Autobauers etwas besser gewesen als von ihm erwartet, kommentierte Jefferies-Analyst Philippe Houchois und lobte dabei vor allem die Margen im Geschäft mit Transportern. Zwar hob er seine Schätzungen daraufhin für seine Margen-Prognosen leicht an, bleibt wegen des Nahostkonflikts aber vorsichtig für das Gesamtjahr.

Reitman von Bernstein Research sprach von einem robusten Cashflow und Barclays-Analyst Cosman sieht für Mercedes mit dem ersten Quartal das Tief des Jahres 2026 erreicht. Die Oddo-Experten senkten unterdessen ihr Kursziel von 43 auf 42 Euro und bekräftigten ihre "Underperform"-Einschätzung. Sie sehen einen schleppenden Jahresstart des Autosegments von Mercedes, sowohl hinsichtlich der Absatzmengen als auch der operativen Leistung, die von Produktumstellungen beeinträchtigt werde. Ihnen zufolge steht Mercedes weiter vor "erheblichen strukturellen Herausforderungen". Zwar stütze die großzügige Ausschüttungspolitik die Aktie, doch angesichts der Verschlechterung der Fundamentaldaten haben sie "Zweifel an der Nachhaltigkeit dieser Strategie".

Die BMW-Aktie litt zunächst wohl unter schwachen Verkäufen in China und bei Elektroautos im ersten Quartal. Vor dem in Kürze anstehenden Pre-Close Call herrscht zudem Vorsicht. Analyst Patrick Hummel von der UBS senkte erst kürzlich sein Kursziel für die BMW-Aktie, auch wenn der Premiumhersteller mit seinen Aussagen positiv überraschen könnte. Auch Houchois von Jefferies hatte in der vergangenen Woche sein Kursziel für BMW gesenkt und auf die Auswirkungen des Iran-Kriegs hingewiesen, auch wenn diese im ersten Quartal noch zu vernachlässigen sein dürften.

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