Aktien Frankfurt Ausblick: Dax schwĂ€chelt - Ălpreis und RentenmĂ€rkte belasten
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 08:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Broker IG signalisierte fĂŒr den deutschen Leitindex am Dienstag rund eine Stunde vor dem Börsenstart ein Minus von 0,4 Prozent auf 26.239 Punkte. Seit dem vergangenen Mittwoch gab es keine neuen HöchststĂ€nde, es kam aber auch nicht zu nennenswerten Gewinnmitnahmen.
Aktuell sprechen maue Vorgaben aus den USA und Asien fĂŒr einen schwĂ€cheren Start. Vor allem der japanische Nikkei 225 JP9010C00002 XC0009692440 gab nach seiner jĂŒngsten Erholung wieder deutlicher nach. Hier warten die Anleger seit Juni auf frische Rekorde.
Die Marktexperten Thomas Altmann von QC Partners sowie Stephen Innes verweisen auf steigende Ălpreise und Anleiherenditen als Belastung fĂŒr den Aktienmarkt, wĂ€hrend sich die erhoffte Lösung im Nahost-Krieg weiterhin nicht abzeichnet.
"Die Renditen 10- und 30-jĂ€hriger Bundesanleihen sind gestern auf neue 15-Jahres-Hochs geklettert", und auch in Frankreich oder den USA sehe es Ă€hnlich aus, sagte Portfoliomanager Altmann. Obendrein verteuerten steigende Zinsen die Refinanzierung der Staaten, aber auch der Unternehmen. Wieder steigende Ălpreise brĂ€chten die AktienmĂ€rkte zusĂ€tzlich unter Druck, da sie Inflationssorgen befeuerten.
Der Preis fĂŒr die Ăl-Sorte Brent stieg erneut deutlich ĂŒber 90 US-Dollar je Barrel. Die Aussicht auf eine baldige Lösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran trĂŒbte sich weiter ein, nachdem ein nĂ€chster Angriff auf ein Schiff in der StraĂe von Hormus gemeldet worden war.
Unternehmensseitig ist es weiterhin ruhig, nachdem die Berichtssaison so gut wie beendet ist. Aus dem MDax DE0008467416 gab der Modekonzern Hugo Boss DE000A1PHFF7 bekannt, dass die Frasers Group ihren Anteil auf knapp unter 48 Prozent erhöhen konnte. Im Juni hatte der britische Sportartikelhersteller und ModeeinzelhĂ€ndler den AktionĂ€ren ein freiwilliges Ăbernahmeangebot unterbreitet, dessen offizielle Frist am 13. August ausgelaufen ist. Auf Tradegate reagierte das Boss-Papier im Vergleich zum Xetra-Schluss nicht.
Das SDax DE0009653386-Unternehmen Einhell DE000A40ESU3 gab detaillierte Halbjahreszahlen bekannt und bestÀtigte seinen Umsatzausblick auf das Gesamtjahr. Auf Tradegate zeigte sich das Papier des bayerischen Werkzeugherstellers schwach.
Bewegen dĂŒrften insbesondere Umstufungen von Einzelwerten durch Analysten. So hat Analyst David Dymonds von der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas das Kursziel fĂŒr Lanxess DE0005470405 von 15 auf 12 Euro gesenkt und in der Folge die Aktie von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft. Auf Tradegate gab das Papier des Spezialchemieunternehmens um 2,7 Prozent nach.
Dagegen wurde die Privatbank Berenberg positiver fĂŒr Sixt DE0007231326 und die britische Bank Barclays positiver fĂŒr Schott Pharma DE000A3ENQ51, was beiden Aktien vorbörslich auf Tradegate Auftrieb gab. Berenberg-Analystin Yasmin Steilen hob das Kursziel fĂŒr die Aktie des Autovermieters von 83 auf 91 Euro an und ihre Bewertung von "Hold" auf "Buy". Angesichts der schwachen Konsumstimmung sprĂ€che zwar das BauchgefĂŒhl gegen die Kaufempfehlung, die Aussichten aber fĂŒr die MĂŒnchner, schrieb sie und erwartet unter anderem ein starkes Sommer-ReisegeschĂ€ft in Europa.
Barclays-Analyst Jonathon Unwin hob unterdessen das Kursziel fĂŒr den Pharma-Verpackungsspezialisten Schott Pharma von 16 auf 27 Euro an und seine EinschĂ€tzung von "Equal Weight" auf "Overweight". Nach drei Jahren sinkender Gewinnerwartungen erwartet er nun eine Trendwende. Als Impulsgeber sieht er neu verhandelte VertrĂ€ge und ist optimistisch fĂŒr das Wachstum im Bereich "Ready-to-use"-PrimĂ€rverpackungen sowie SpezialflĂ€schchen fĂŒr instabile Medikamente.
