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AKTIEN IM FOKUS 2: Microsoft sorgt mit Zahlen fĂŒr Euphorie - Meta unter Druck

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 17:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
NEW YORK - Starke Jahreszahlen von Microsoft US5949181045 und EnttĂ€uschung ĂŒber die Resultate und den Ausblick von Meta US30303M1027 haben die Aktien der beiden Mitglieder der sogenannten Glorreichen Sieben am Donnerstag in entgegengesetzte Richtungen getrieben.Besonders im Fokus standen in beiden FĂ€llen die KI-InvestitionsplĂ€ne.

(neu: Kurs aktualisiert, Neufassung KI-Ausgaben, Charteinordnungen)

NEW YORK (dpa-AFX) - Starke Jahreszahlen von Microsoft US5949181045 und EnttĂ€uschung ĂŒber die Resultate und den Ausblick von Meta US30303M1027 haben die Aktien der beiden Mitglieder der sogenannten Glorreichen Sieben am Donnerstag in entgegengesetzte Richtungen getrieben.

Besonders im Fokus standen in beiden FĂ€llen die KI-InvestitionsplĂ€ne. Von Microsoft kam das Signal, dass diese im Zaum gehalten werden. Dies erleichterte Anleger, unter denen zuletzt in der ganzen Branche Sorgen hochgekocht waren, dass die Investitionen ĂŒberhand nehmen und sich vielleicht nicht rentieren. Die Instagram- und Facebook-Mutter Meta dagegen hob das untere Ende ihrer bisherigen Investitionsspanne an.

Der Microsoft-Kurs sprang um 15 Prozent hoch und setzte sich ĂŒber der 200-Tage-Linie ab, worin viele Anleger ein positives langfristiges Chartindiz sehen. Allerdings war dies den Titeln Ende Mai schon einmal gelungen, bevor dann ein tiefroter Juni folgte. Das Niveau von Ende Mai wurde mit dem Kurssprung jetzt wieder erreicht.

In den vergangenen Tagen, als Anleger aus Chip- und KI-Werten flĂŒchteten, hatten sich Software-Aktien schon erholt davon gezeigt, dass in den Monaten davor immer wieder Sorgen aufkamen, dass die KĂŒnstliche Intelligenz fĂŒr die Branche auch eine Bedrohung sein kann. Das diesjĂ€hrige Kursminus bei Microsoft wurde jetzt wieder auf etwa sieben Prozent gedrĂŒckt.

Meta dagegen bĂŒĂŸten mehr als neun Prozent ein und nĂ€herten sich dem tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr, das mit gut 520 Dollar aus dem MĂ€rz stammt. Schon lĂ€nger sind die Aktien durch Sorgen um hohe Investitionen belastet.

Microsoft habe sein GeschĂ€ftsjahr 2025/26 stark abgeschlossen, wozu alle GeschĂ€ftsbereiche beigetragen hĂ€tten, lobte RBC-Analyst Rishi Jaluria. Die durchschnittlichen Analystenerwartungen seien durch die Bank ĂŒbertroffen worden. Besonders hob er das im Quartalsvergleich beschleunigte Wachstum der Cloud-Plattform Azure hervor. Das Management erwarte bei dieser eine weitere Beschleunigung der Dynamik.

Jaluria wies außerdem darauf hin, dass die Investitionsprognose aufgrund gĂŒnstiger Entwicklungen bei der Leasingumklassifizierung gesenkt wurde, auch wenn die Investitionserwartungen ohne diese unverĂ€ndert geblieben seien. Auch Jefferies-Analyst Brent Thill lobte: "Microsoft hat einen Volltreffer gelandet." Und wie der RBC-Experte hob er vor allem Azure positiv hervor und sprach hier obendrein noch von einer "starken Prognose fĂŒr das erste GeschĂ€ftsquartal".

Zu Meta Ă€ußerten sich dagegen mehrere Analysten verhalten, reihenweise wurden die Kursziele gesenkt - im Falle von JPMorgan auf nur noch 640 Dollar, was den Analysten Doug Anmuth ans Ende der Tabelle im dpa-AFX-Analyser drĂŒckte. Der Facebook-Mutterkonzern stellte fĂŒr das laufende Quartal einen Umsatz von 61 bis 64 Milliarden Dollar in Aussicht, wĂ€hrend Experten im Schnitt mit rund 63 Milliarden gerechnet hatten.

Laut Thill hat Meta zwar mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen leicht ĂŒbertroffen, doch zu den Investitionen in KI Ă€ußerte er sich kritisch: Der massive Ausbau schreite weiter voran, noch bevor sich konkrete ErtrĂ€ge abzeichneten. "Da keine Cloud-Deals angekĂŒndigt wurden und sich das Wachstum im dritten Quartal voraussichtlich erneut verlangsamen wird, bleibt die langfristige Kapitalrendite umstritten."

Anmuth von JPMorgan bemĂ€ngelte, dass es bei Meta an Klarheit zur Produkt-Pipeline und Ausgabenplanung gefehlt habe, auch wenn er das Potenzial etwa bei der Weiterentwicklung von Modellen und neuer Möglichkeiten der KI-Monetarisierung nach wie vor positiv sehe. "Investoren hatten sich mehr Klarheit ĂŒber den Zeitplan und den Umfang neuer GeschĂ€ftsmöglichkeiten erhofft. Wir erfuhren jedoch kaum Neues", resĂŒmierte er.

Zudem habe sich Meta nicht zu den Investitionsausgaben fĂŒr 2027 geĂ€ußert. Es sei nur darauf hingewiesen worden, dass der Fokus auf der Maximierung der KapazitĂ€ten fĂŒr 2026 und 2027 liege, wĂ€hrend es fĂŒr 2028 und die Folgejahre mehr FlexibilitĂ€t geben werde. "Wir gehen daher davon aus, dass Meta kurzfristig weiterhin massiv investieren wird", schrieb Anmuth. Er erwartet den fĂŒr AktionĂ€re viel beachteten freien Barmittelzufluss unter erhöhtem Druck.

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