WOCHENAUSBLICK, Dax

WOCHENAUSBLICK 2: Dax unter Druck nach gescheiterten Iran/ US-GesprÀchen

12.04.2026 - 18:01:32 | dpa.de

(aktualisierte Fassung nach gescheiterten GesprĂ€chen in Islamabad)FRANKFURT - Nach dem vorlĂ€ufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran dĂŒrfte der Dax DE0008469008 zumindest zu Wochenbeginn unter Druck geraten.

(aktualisierte Fassung nach gescheiterten GesprÀchen in Islamabad)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem vorlĂ€ufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran dĂŒrfte der Dax DE0008469008 zumindest zu Wochenbeginn unter Druck geraten. Der Broker IG rechnete am Sonntag mit Verlusten bei Aktien und einem steigenden Ölpreis. Die MĂ€rkte könnten am Montag recht nervös in den Handel starten, hieß es.

US-PrĂ€sident Donald Trump kĂŒndigte nach den GesprĂ€chen eine Seeblockade der Straße von Hormus an. Die US-Marine werde alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge einzufahren oder diese zu verlassen, teilte er auf der Plattform Truth Social mit. Die StreitkrĂ€fte seien auch angewiesen worden, alle Schiffe abzufangen, die GebĂŒhren an den Iran gezahlt hĂ€tten. Zudem kĂŒndigte er an, vom Iran gelegte Seeminen in der fĂŒr die Weltwirtschaft wichtigen Meerenge zerstören zu lassen. "Solange die Straße von Hormus im Zentrum militĂ€rischer Risiken steht, dĂŒrften hohe Ölpreisnotierungen ein anhaltender Belastungsfaktor fĂŒr die globalen FinanzmĂ€rkte bleiben", hieß es dazu von Marktanalyst Timo Emden von Emden Research.

Die Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten fĂŒr den weltweiten Ölhandel. Nach Beginn des Iran-Kriegs hatte Teheran die Meerenge durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen faktisch blockiert, was die Preise fĂŒr Energie in die Höhe trieb. Dies hatte zu Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft gefĂŒhrt. Zudem reduzierten Anleger ihre Hoffnungen auf eine lockere Geldpolitik.

US-PrÀsident Trump hatte dem Iran ein Ultimatum gesetzt, den freien Schiffsverkehr wieder zu ermöglichen, und andernfalls mit Angriffen auf Kraftwerke und weitere Infrastruktur gedroht. Kurz vor Ablauf seiner Frist verstÀndigten sich Washington und Teheran in der Nacht zum vergangenen Mittwoch auf eine zweiwöchige Waffenruhe. Darauf folgten am Samstag direkte Verhandlungen beider Seiten in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, um nach einer dauerhaften Friedenslösung zu suchen.

Diese endeten am frĂŒhen Sonntagmorgen allerdings ohne greifbares Ergebnis. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, war vorerst unklar. Der Iran gab den USA die Schuld fĂŒr das Scheitern der GesprĂ€che, schloss weitere Verhandlungen mit Washington aber nicht aus. US-VizeprĂ€sident JD Vance sagte, der Iran habe die Bedingungen der USA nicht akzeptiert - man lasse einen Vorschlag zurĂŒck, der ein endgĂŒltiges Angebot darstelle.

Nach Ende der GesprĂ€che rief der pakistanische Außenminister Ishaq Dar die beiden Parteien auf, an ihrer Verpflichtung zu einer Waffenruhe festzuhalten. Pakistan werde seine Vermittlerrolle auch weiterhin wahrnehmen.

Emden hatte schon vor dem Beginn der GesprĂ€ch gewarnt, dass viele Anleger bei einem Scheitern der Verhandlungen auf dem falschen Fuß erwischt werden dĂŒrften. "Die MĂ€rkte sind derzeit nicht auf eine erneute Eskalation eingestellt", mahnte der Experte.

Vermögensverwalter Ortay Gelen von Axia Asset Management rĂ€t zum Blick auf die Entwicklung der Ölpreise. Dieser sei fĂŒr den Dax keine Nebensache, hatte er ebenfalls vor GesprĂ€chsbeginn gesagt. "Ein Rohölpreis unter 90 US-Dollar wĂ€re ein klares Signal, dass die InflationsĂ€ngste nachlassen - das wĂŒrde Spielraum fĂŒr Zinssenkungen eröffnen und Aktien strukturell stĂŒtzen." Klettere der Preis hingegen wieder ĂŒber 100 Dollar, weil die Lage eskaliere, werde es eng.

In den USA hat die Teuerung bereits im MĂ€rz angesichts des Iran-Krieges deutlich zugelegt. Die am Dienstag anstehenden Produzentenpreise dĂŒrften diesen Trend bestĂ€tigen, vermutete Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Ein weiterer Fokus liege aus Anlegersicht auf der weltweit zweitgrĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft China, wo am Donnerstag Zahlen zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal veröffentlicht werden, zusammen mit den MĂ€rz-Daten zu Industrieproduktion und Einzelhandel.

Ferner richtet sich die Aufmerksamkeit in der neuen Woche auf den Unternehmenssektor in den USA, wo die Berichtssaison anlĂ€uft. "Angesichts der noch immer hohen Bewertungen sind positive Überraschungen Pflicht", schrieb Analyst Samuel Will von der Landesbank Hessen-ThĂŒringen (Helaba).

Dabei stehen vor allem die Zahlenwerke von Banken und Finanzdienstleistern wie Goldman Sachs US38141G1040, JPMorgan US46625H1005 und Citigroup US1729674242 im Fokus. Das könnte zwar fĂŒr Kursbewegungen bei den deutschen Branchenvertretern Deutsche Bank DE0005140008 und Commerzbank DE000CBK1001 sorgen. Nennenswerte Erkenntnisse darĂŒber, wie sich die gestiegenen Ölpreise auf die Unternehmen auswirken, seien damit aber noch nicht zu erwarten, bemerkte Will.

Hierzulande blicken die Anleger zudem auf Analystenveranstaltungen der Autobauer Mercedes-Benz DE0007100000 am Montag und BMW DE0005190003 am Dienstag. Dabei geht es darum, die aktuellen Markterwartungen bezĂŒglich der anstehenden Quartalszahlen mit der RealitĂ€t abzugleichen./la/edh/he

--- Von Lutz Alexander und Stefan Heider, dpa-AFX ---

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