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Iran bestÀtigt mögliches Treffen mit den USA

02.02.2026 - 17:11:25

(Aktualisierung: Medieninfos zu möglichem Treffen ergÀnzt)TEHERAN/WASHINGTON - Die USA und der Iran wollen nach Medienberichten aus beiden LÀndern neue Verhandlungen aufnehmen.

(Aktualisierung: Medieninfos zu möglichem Treffen ergÀnzt)

TEHERAN/WASHINGTON (dpa-AFX) - Die USA und der Iran wollen nach Medienberichten aus beiden LĂ€ndern neue Verhandlungen aufnehmen. In den kommenden Tagen sei ein Treffen voraussichtlich zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die den mĂ€chtigen Revolutionsgarden im Iran nahesteht.

Der genaue Ort und Zeitpunkt des Treffens sind demnach noch nicht bekannt. Medienberichten zufolge könnte es in der TĂŒrkei stattfinden. Tasnim Ă€nderte den Nachrichtenbeitrag am Nachmittag (Ortszeit) und stellte klar, dass sĂ€mtliche Details fĂŒr ein Treffen noch unklar seien. Eine BestĂ€tigung aus den USA stand zunĂ€chst aus.

Das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet unter Berufung auf zwei informierte Quellen, es werde erwartet, dass sich Witkoff und Araghtschi am Freitag in Istanbul treffen, um ĂŒber ein mögliches Abkommen zum iranischen Atomprogramm zu sprechen. Eine dritte mit den Planungen vertraute Quelle sagte dem Portal demnach aber auch, dass das es sich dabei um das beste Szenario halte, jedoch nichts endgĂŒltig sei, bis es wirklich stattfinde.

Außenminister fordert Respekt ein

Irans Außenminister Araghtschi sagte, sein Land habe die Diplomatie nie aufgegeben, sei aber auch bereit fĂŒr eine militĂ€rische Eskalation. "WĂ€hrend wir immer MĂ€nner des Krieges waren, waren wir auch immer MĂ€nner der Diplomatie", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Isna.

Mit dem iranischen Volk mĂŒsse respektvoll gesprochen werden, forderte er. "Jeder, der mit Zwang sprechen will, wird ebenso mit Zwang eine Antwort erhalten." Zuvor hatte er mit seinen Amtskollegen in Saudi-Arabien, Ägypten und der TĂŒrkei telefoniert, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.

Die Sorgen vor einem neuen Krieg waren zuletzt wieder gewachsen. US-PrĂ€sident Donald Trump hat der StaatsfĂŒhrung in Teheran mehrfach mit MilitĂ€rschlĂ€gen gedroht, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher RepressionskrĂ€fte gegen Demonstranten bei den jĂŒngsten Massenprotesten. Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-MilitĂ€r hat seine PrĂ€senz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem FlugzeugtrĂ€ger "USS Abraham Lincoln" und dessen Begleitschiffen.

Iranisches Atomprogramm weiter im Fokus

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran ĂŒber Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die GesprĂ€che waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans FĂŒhrung ihre Urananreicherung vollstĂ€ndig einstellt. Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet die Maximalforderung jedoch als rote Linie.

Nur einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel den Iran an. Die StreitkrÀfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche spÀter schloss sich das US-MilitÀr dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen. Trump sagte damals, Irans Nukleareinrichtungen seien komplett vernichtet worden.

Weitere Streitpunkte sind Irans Raketenprogramm, die UnterstĂŒtzung militanter Gruppen in Nahost sowie der Verbleib von 400 Kilogramm hochangereichertem Uran. Irans Regierung hatte vor GesprĂ€chen betont, zunĂ€chst nur ĂŒber das Atomprogramm verhandeln zu wollen.

Trump zwischen Drohung und ausgestreckter Hand

Irans Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und wirtschaftlichen Aufschwung. Ausgelöst wurden die jĂŒngsten Demonstrationen Ende Dezember durch die schwere Wirtschaftskrise, ehe sich die Proteste zu einem politischen Aufstand ausweiteten.

Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Proteste seine UnterstĂŒtzung zugesagt. Mitte Januar sprach sich der Republikaner fĂŒr einen Machtwechsel in der Islamischen Republik aus. Dass er nun einen Deal mit der StaatsfĂŒhrung erwĂ€gt, sehen viele Iranerinnen und Iraner kritisch.

Iran reagiert auf EU-Sanktionen gegen Revolutionsgarden

Der Iran hat unterdessen nach eigenen Angaben in Reaktion auf den EU-Beschluss, die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen, alle Botschafter europĂ€ischer LĂ€nder einbestellt. "Gestern und heute wurden alle europĂ€ischen LĂ€nder und EU-Mitgliedstaaten mit Botschaften in Teheran ins Außenministerium einbestellt", sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai bei einer Pressekonferenz. Es sei das "Mindeste", weitere Reaktionen wĂŒrden folgen. Das AuswĂ€rtige Amt in Berlin bestĂ€tigte, dass der deutsche Botschafter erneut einbestellt wurde.

Parlament reagiert mit symbolischer Aktion

Bereits am Sonntag hatte ParlamentsprĂ€sident Mohammed Bagher Ghalibaf erklĂ€rt, dass die Armeen der EuropĂ€er fortan auch als Terrororganisationen betrachtet werden. Er berief sich dabei auf ein Gesetz aus dem Jahr 2019. Aus iranischer Sicht ist damit auch die Bundeswehr eine Terrororganisation. Im Parlament trugen Abgeordnete aus SolidaritĂ€t Uniformen der Revolutionsgarden. "Tod fĂŒr Amerika" und "Tod fĂŒr Israel" riefen einige Politiker mit erhobenen FĂ€usten, wie auf Videos iranischer Medien zu sehen war.

Die EuropĂ€ische Union hatte am Donnerstag entschieden, die Revolutionsgarden wegen ihres blutigen Vorgehens gegen die jĂŒngsten Massenproteste als Terrororganisation einzustufen. Die Entscheidung gilt als symbolischer Schritt, der wegen bereits bestehender Sanktionen wenig praktische Bedeutung haben dĂŒrfte. Über die Listung der Revolutionsgarden als Terrororganisation wurde in der EU jahrelang diskutiert.

@ dpa.de

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