Alibaba Aktie: KI kostet Rendite
09.04.2026 - 20:42:45 | boerse-global.deJefferies hat das Kursziel für Alibaba-Aktien von 212 auf 185 Dollar gesenkt — und die Aktie reagierte prompt. In Hongkong rutschte der Kurs heute um 2,9 Prozent auf 122,70 Hongkong-Dollar ab und zählte damit zu den größten Bremsklötzen im Hang Seng.
Die Buy-Empfehlung bleibt zwar bestehen, doch die Begründung für den niedrigeren Zielpreis ist aufschlussreich: Jefferies sieht zwei Baustellen gleichzeitig. Einerseits drücken die steigenden Ausgaben rund um die KI-Plattform Qwen auf die Marge. Andererseits wächst der Verlust im Segment "All Others", das die Nicht-Kerngeschäfte und Retail-Einheiten bündelt.
Lunar New Year als Kostenfaktor
Konkret hat Alibaba zu Jahresbeginn 2026 rund 3 Milliarden Yuan — umgerechnet etwa 431 Millionen Dollar — für Promotionen im Umfeld des chinesischen Neujahrsfests eingeplant. Ein erheblicher Teil davon floss in die Bewerbung der Qwen-App. Auch der Launch von "Happy Horse", einer KI-gestützten Text-zu-Video-Anwendung, läuft offenbar gut an — treibt aber ebenfalls die Aufwendungen nach oben.
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Im Segment der Nicht-Kerngeschäfte wird für das Märzquartal mit höheren Verlusten gerechnet, da Subventionen und Aktionsangebote ausgeweitet wurden. Beim Schnelllieferdienst sieht Jefferies hingegen eine Entspannung: Die Verluste sollen sich im Märzquartal verbessern und bis zum Geschäftsjahr 2027 auf die Hälfte des Vorjahreswerts sinken.
Eigene Chips, eigene Rechenzentren
Parallel dazu macht Alibaba deutlich, dass die KI-Ambitionen weit über Marketing hinausgehen. In Zusammenarbeit mit China Telecom entsteht im Süden Chinas ein neues Rechenzentrum, das vollständig mit selbst entwickelten "Zhenwu"-Chips bestückt wird — insgesamt 10.000 Prozessoren, speziell für das Training großer KI-Modelle ausgelegt. Das ist technologische Unabhängigkeit als strategisches Programm.
Das Spannungsfeld ist damit klar umrissen: Alibaba investiert aggressiv in KI-Infrastruktur und -Promotion, was kurzfristig die Ergebnisse belastet. Jefferies preist diesen Gegenwind nun ein — hält aber trotzdem an der positiven Grundeinschätzung fest. Ob die Investitionen mittelfristig die erhofften Erträge liefern, wird sich spätestens an den Zahlen für das Märzquartal ablesen lassen.
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