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Veröffentlicht am: 22.04.2026 um 09:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Allianz Trade Insolvenzstudie: Unternehmensinsolvenzen steigen durch Nahostkonflikt deutlich stĂ€rker Hamburg -- Weltweite Unternehmensinsolvenzen dĂŒrften 2026 durch den Nahostkonflikt um 6 % steigen (Prognose vor Eskalation: +3 %) - FĂŒr 2027 Stabilisierung auf hohem Niveau (vor Eskalation: leichter RĂŒckgang) - Nahostkonflikt fĂŒhrt 2026 und 2027 zu insgesamt knapp 15.000 zusĂ€tzlichen Insolvenzen weltweit (2026: +7.000 FĂ€lle 2027: +7.900) - Worst Case: Ein lĂ€nger anhaltender Konflikt könnte 2026 zu einem noch stĂ€rkeren Anstieg der globalen Pleiten fĂŒhren um +10 % im Jahr 2026 und weitere +3 % im Jahr 2027 - Deutschland: Anstieg mit 2 % auf 24.650 FĂ€lle höher als bisher erwartet (+800 FĂ€lle im Vergleich zu 2025 bzw.

Allianz Trade Insolvenzstudie: Unternehmensinsolvenzen steigen durch Nahostkonflikt deutlich stÀrker Hamburg (ots) -

- Weltweite Unternehmensinsolvenzen dĂŒrften 2026 durch den Nahostkonflikt um 6 % steigen (Prognose vor Eskalation: +3 %) - FĂŒr 2027 Stabilisierung auf hohem Niveau (vor Eskalation: leichter RĂŒckgang) - Nahostkonflikt fĂŒhrt 2026 und 2027 zu insgesamt knapp 15.000 zusĂ€tzlichen Insolvenzen weltweit (2026: +7.000 FĂ€lle 2027: +7.900) - Worst Case: Ein lĂ€nger anhaltender Konflikt könnte 2026 zu einem noch stĂ€rkeren Anstieg der globalen Pleiten fĂŒhren um +10 % im Jahr 2026 und weitere +3 % im Jahr 2027 - Deutschland: Anstieg mit 2 % auf 24.650 FĂ€lle höher als bisher erwartet (+800 FĂ€lle im Vergleich zu 2025 bzw. +570 Insolvenzen mehr als ursprĂŒnglich fĂŒr 2026 prognostiziert) - 2027 leichter RĂŒckgang in Deutschland in Sicht (-2 % auf 24.150 FĂ€lle) - Anhaltender Nahostkonflikt könnte 2026 zu Anstieg der deutschen Pleiten um 4 % fĂŒhren (auf 24.994 FĂ€lle, +344 zusĂ€tzliche Insolvenzen)

Mit dem Nahostkonflikt steigen weltweite ZahlungsausfĂ€lle und Insolvenzen. Der weltweit fĂŒhrende Kreditversicherer Allianz Trade hat in seiner aktuellen globalen Insolvenzstudie die Prognosen fĂŒr die Jahre 2026 und 2027 im Zuge des Konflikts deutlich nach oben korrigiert. So dĂŒrften Pleiten im Jahr 2026 mit einem Zuwachs von 6 % (2025: +6 %) zum fĂŒnften Mal in Folge steigen - doppelt so stark als bisher erwartet: Vor dem Konflikt lag die Prognose noch bei einem Anstieg der Fallzahlen um 3 %. 2027 dĂŒrften sich die globalen Unternehmensinsolvenzen auf einem hohen Niveau einpendeln (vor Nahostkonflikt: leichter RĂŒckgang). Ein anhaltender Konflikt in Nahost könnte das Insolvenzrisiko jedoch noch weiter verschĂ€rfen, sowohl weltweit als auch in Deutschland.

Insolvenzen steigen doppelt so stark durch Nahostkonflikt - höchster Stand seit 2012

"Schon jetzt hat der Nahostkonflikt auf Deutschland deutliche Auswirkungen und auch der US-Handelskrieg ist lĂ€ngst nicht vorbei", sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Die Folgen sind nicht nur an der ZapfsĂ€ule und bei der Inflation zu spĂŒren. Der Welthandel, Exporte und die deutsche Wirtschaft wurden erneut ausgebremst. Das hat auch Folgen bei den Insolvenzen, die mit 2 % deutlicher steigen dĂŒrften als bisher erwartet (1 % auf 24.080 FĂ€lle). Wir rechnen mit 24.650 FĂ€llen (+570 FĂ€lle mehr) - das wĂ€re der höchste Stand seit 14 Jahren."

Dennoch bleiben die Fallzahlen deutlich unter dem Negativrekord wÀhrend der globalen Finanzkrise mit mehr als 32.000 Pleiten.

2027: Leichte Entspannung am Horizont - auf weiterhin hohem Niveau

"Es gibt aber zumindest einen Lichtblick", sagt Bogaerts. "Aktuell zeichnet sich am Horizont 2027 ein leichter RĂŒckgang ab (-2 % auf 24.150 FĂ€lle). Bis dahin bleibt es trotz fiskalischer UnterstĂŒtzung holprig und viele Unternehmen stehen unter Druck."

Voraussetzung fĂŒr diese Erholung ist allerdings ein baldiges Ende des Nahostkonflikts und die Öffnung der Straße von Hormus. Sollte sich der Konflikt lĂ€nger hinziehen, dĂŒrften sich die Auswirkungen verschĂ€rfen.

Worst Case Szenario: AbwÀrtsrisiken bei weiterer Eskalation und Dauer des Nahostkonflikts

"Es hÀngt jetzt alles von der Dauer des Nahostkonflikts ab", sagt Bogaerts. "Die AbwÀrtsrisiken sind aktuell hoch. Im Worst Case Szenario (35 % Wahrscheinlichkeit) bei einer weiteren Eskalation und einem lÀnger anhaltenden Konflikt gehen wir mit 4 % von einem doppelt so hohen Insolvenzanstieg aus. Das wÀren mit insgesamt 24.994 Insolvenzen dann nochmals 344 FÀlle mehr als wir aktuell erwarten."

Der vierte Insolvenzanstieg in Folge dĂŒrfte sich 2026 erneut ĂŒber alle deutschen Branchen hinwegziehen. Schon 2025 waren sechs Branchen die stĂ€rksten Treiber. Sie verzeichneten die höchsten Fallzahlen, aber auch zweistellige ZuwĂ€chse, insbesondere im Baugewerbe (+10 %), Handel (+15 %), freiberufliche Dienstleistungen (+10 %), Gastgewerbe (+27 %), Verwaltungs- und UnterstĂŒtzungsdienstleistungen (+12 %) sowie das verarbeitende Gewerbe (+24 %) - darunter erneut eine Reihe von Insolvenzen bekannter Unternehmen.

Auch weltweit treibt der Nahostkonflikt treibt die Unternehmensinsolvenzen in die Höhe

Die Krise im Nahen Osten hat die VolatilitĂ€t und Unsicherheit auf den EnergiemĂ€rkten, bei den Transportkosten und den globalen Lieferketten verstĂ€rkt. Über die unmittelbaren Störungen hinaus deuten die Folgewirkungen auf eine beschleunigte Inflation, schwierigere finanzielle Rahmenbedingungen und eine Verschlechterung des GeschĂ€ftsklimas hin.

"Diese Situation treibt die Kosten entlang globaler Wertschöpfungsketten in die Höhe, von der Agrar- und Lebensmittelindustrie ĂŒber das verarbeitende Gewerbe bis hin zum Gesundheitswesen und zur Technologiebranche. Zudem verschĂ€rft sie den Druck auf energieintensive Sektoren wie Transport, Chemie und Metall. Die Kombination aus schwĂ€cherer Nachfrage, steigenden Inputkosten und angespannten Finanzbedingungen belastet Unternehmen mit schwacher Preissetzungsmacht, geringen Margen, hoher Verschuldung oder strukturell erhöhtem Betriebskapitalbedarf. Im Vergleich zu unserer Prognose vor der Krise wird der direkte Schaden des Nahostkonflikts weltweit 7.000 zusĂ€tzliche Unternehmensinsolvenzen fĂŒr 2026 und 7.900 fĂŒr 2027 bedeuten", sagt Aylin Somersan Coqui, CEO von Allianz Trade.

Downside: bei lÀnger anhaltenden geopolitischen Konflikten und wirtschaftlichen Schocks steigen globale Insolvenzen noch stÀrker

Sollte die Straße von Hormus lĂ€nger blockiert bleiben, könnten sich die Folgewirkungen durch eine anhaltende Unterbrechung der weltweiten Öl- und Gasversorgung sowie durch weitere VersorgungsengpĂ€sse bei Rohstoffen (DĂŒngemittel, Helium) verstĂ€rken. In Verbindung mit steigender Inflation, sinkendem Vertrauen und geringerem Wachstum wĂŒrde dies das Insolvenzrisiko noch weiter verschĂ€rfen.

"Eine anhaltende und weitreichende Eskalation wĂŒrde dazu fĂŒhren, dass die weltweiten Insolvenzen im Jahr 2026 um 10 % und im Jahr 2027 um 3 % steigen. Dies wĂŒrde im Zeitraum 2026-2027 rund 4.100 zusĂ€tzliche InsolvenzfĂ€lle in den USA und 10.500 in Westeuropa bedeuten", sagt Maxime Lemerle, leitender Analyst fĂŒr Insolvenzforschung bei Allianz Trade.

Jobs in Gefahr: 2026 sind 94.000 ArbeitsplÀtze mehr gefÀhrdet als im Vorjahr

Angesichts eines Anstiegs der weltweiten Unternehmensinsolvenzen um 6 % im Jahr 2026 schÀtzt Allianz Trade, dass 2,2 Millionen ArbeitsplÀtze direkt gefÀhrdet wÀren. Dies entspricht einem Anstieg um 94.000 im Vergleich zu 2025.

"Bauwesen, Einzelhandel und Dienstleistungen wĂ€ren die am stĂ€rksten gefĂ€hrdeten Sektoren", sagt Lemerle. "Europa fĂŒhrt mit 1,3 Millionen potenziell betroffenen Jobs die weltweite Statistik an, 209.000 davon in Deutschland. Westeuropa (~960.000) und Nordamerika (~460.000) verzeichnen voraussichtlich beide ein 12-Jahres-Hoch. Insgesamt dĂŒrften die durch Unternehmensinsolvenzen gefĂ€hrdeten ArbeitsplĂ€tze 6 % der Gesamtzahl der Arbeitslosen in den USA und Europa ausmachen."

Die vollstÀndige globale Insolvenzstudie (ENG, pdf) finden Sie hier:

https://bit.ly/4cDhmNx

Allianz Trade ist weltweiter MarktfĂŒhrer im KreditversicherungsgeschĂ€ft und anerkannter Spezialist fĂŒr BĂŒrgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfĂŒgt ĂŒber mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im LiquiditĂ€ts- und Forderungsmanagement zu unterstĂŒtzen.

Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die Allianz Trade Gruppe tĂ€glich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen und hat sofortigen Zugriff auf die Daten von 289 Mio. Unternehmen in mehr als 160 LĂ€ndern. Insgesamt umfassen die Expertenanalysen MĂ€rkte, auf die 92% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und gibt den weltweit ĂŒber 75.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre GeschĂ€fte und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.

Das Unternehmen ist in ĂŒber 40 LĂ€ndern vertreten und beschĂ€ftigt mehr als 5.900 Mitarbeiter weltweit. 2025 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen konsolidierten Umsatz von EUR 4 Milliarden und versicherte weltweit GeschĂ€ftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.

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