Allianz Trade / Allianz Trade Analyse: Das sind die Gewinner und ...
19.09.2025 - 09:59:14Allianz Trade Analyse: Das sind die Gewinner und Verlierer in der US-Wirtschaft im Handelskrieg Hamburg (ots) -
- AuslĂ€ndische Exporteure und US-Verbraucher zahlen in mehr als drei Viertel der Produkte (77 %) die Zeche im Handelskrieg; US-Unternehmen nur bei 23 % - Steigende Kluft: Einige Produkte verteuern sich stĂ€rker als die tatsĂ€chlichen Importkosten es erwarten lieĂen, beispielsweise Möbel, Autos, Bekleidung, Schmuck und Schuhe - Insbesondere US-GroĂhĂ€ndler geben höhere Kosten einfach weiter, um ihre Margen zu erhalten
Die Verbraucherpreise in den USA dĂŒrften mit dauerhaften Zöllen auf importierte Waren und wichtige Vorleistungen in der zweiten JahreshĂ€lfte steigen. Die aktuelle Analyse des weltweit fĂŒhrenden Kreditversicherers Allianz Trade geht davon aus, dass amerikanische EinzelhĂ€ndler und Hersteller ihre Preise fĂŒr Autos, Elektronik, Möbel und Textilien in der zweiten JahreshĂ€lfte 2025 weiter erhöhen werden. Das bleibt nicht ohne Folgen: Das Wachstum der EinzelhandelsumsĂ€tze in den USA dĂŒrfte sich im nĂ€chsten Jahr auf knapp unter +2 % verlangsamen, und das Einzelhandelsvolumen dĂŒrfte nur um 1 bis 3 % steigen, da sich die Auswirkungen auf die Verbraucherpreise zunehmend bemerkbar machen. Neben den US-Verbrauchern zĂ€hlen hĂ€ufig auch auslĂ€ndische Exporteure zu den Verlieren.
"Die eindeutigen Verlierer im Handelskrieg sind US-Verbraucher und auslĂ€ndische Exporteure. Sie zahlen in den meisten FĂ€llen am Ende die Zeche", sagt Ano Kuhanathan, Head of Corporate Research bei Allianz Trade. "Noch sind die Auswirkungen auf die Nachfrage relativ gering, aber das dĂŒrfte sich mit weiteren Preissteigerungen in der zweiten JahreshĂ€lfte Ă€ndern. Die Gewinner und Verlierer variieren allerdings je Branche und Produktsparte."
Gewinner und Verlierer: Ungleiche Last bei Verteilung der Zoll-Kosten
Vergleicht man Importpreise mit den tatsĂ€chlichen Verkaufspreisen dieser GĂŒter in den USA, zeigt sich, dass die Zölle nur in seltenen FĂ€llen von den Importeuren getragen werden. US-Unternehmen ĂŒbernehmen lediglich fĂŒr weniger als ein Viertel (23 %) der Produkte höhere Kosten, hauptsĂ€chlich im Agrar- und Lebensmittelsektor wie beispielsweise FrĂŒhstĂŒckscerealien, SĂŒĂigkeiten und Kekse und Milchprodukte. Dies dĂŒrfte auf den starken inlĂ€ndischen Wettbewerb und die preissensiblen Verbraucher in diesen Kategorien zurĂŒckzufĂŒhren sein.
In 77 % der FĂ€lle mĂŒssen entweder die auslĂ€ndischen Exporteure oder die US-Verbraucher die Zoll-Mehrkosten schultern. AuslĂ€ndische Exporteure haben vor allem bei Tierfutter, Zucker, Papier, Snacks, TiefkĂŒhlkost und Nudeln ihre Verkaufspreise gesenkt und absorbieren so die zusĂ€tzlichen Zollkosten. Gleichwohl bleiben bei vielen Produkten auch an Verbrauchern viele Mehrkosten hĂ€ngen - in manchen FĂ€llen sogar noch zusĂ€tzliche opportunistische Preiserhöhungen von US-Unternehmen mit groĂer Preissetzungsmacht.
Einige Produkte verteuern sich stÀrker als die Importkosten
"Insbesondere bei Kaffee, GetrĂ€nken, Unterhaltungselektronik, Bekleidung, Sportartikeln, Spielzeug und Schmuck sind die Endverbraucherpreise in den USA stĂ€rker gestiegen als die Importkosten", sagt Kuhanathan. "Nach unseren SchĂ€tzungen dĂŒrften Verbraucher insbesondere fĂŒr Waren wie Möbel 3,6 % und fĂŒr Autos, Bekleidung, Schmuck und Schuhe 1,2 % bis 2,3 % mehr bezahlen als aufgrund der Importkosten zu erwarten war."
Selbst in eher nischenhaften Kategorien wie Wein zahlten die Verbraucher fast ein Prozent mehr als die Importpreise suggerieren wĂŒrden.
Insbesondere GroĂhĂ€ndler geben höhere Preise einfach weiter
Diese Entwicklung zeigt sich mitunter auch in den Unternehmensgewinnen im US-Einzelhandel, die teilweise deutlich gestiegen sind. Die operativen Margen der US-GroĂhĂ€ndler stiegen im zweiten Quartal 2025 auf 3,7 % gegenĂŒber 1,8 % im ersten Quartal, die der LebensmitteleinzelhĂ€ndler von 3,5 % auf 4,6 %. Im Gegensatz dazu verzeichneten amerikanische Discounter im vergangenen Quartal kaum VerĂ€nderungen in ihrer RentabilitĂ€t. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen, die sich nicht auf extrem niedrige Preise konzentrieren - oder solche, die eher GeschĂ€ftskunden als Verbraucher bedienen -besser in der Lage waren, höhere Kosten weiterzugeben.
"Dies zeigt aber auch, dass Teile der Lieferkette höhere Preise einfach weitergeben - zumindest ĂŒber einen gewissen Zeitraum - um ihre eigenen Gewinne zu bewahren oder auszubauen", sagt Kuhanathan. "Aufgrund der Marktstruktur dĂŒrften insbesondere US-GroĂhĂ€ndler ihre höheren Margen lĂ€nger durchsetzen können und so doppelt zu profitieren."
Unternehmen absorbieren Mehrkosten bei Arzneimitteln und SĂŒĂigkeiten
In einigen FĂ€llen fĂŒhrten der harte Wettbewerb und die KostenĂŒbernahme durch die Importeure dazu, dass die tatsĂ€chlichen Preissteigerungen unter den Prognosen lagen. So kosteten beispielsweise Arzneimittel und SĂŒĂwaren weniger als aufgrund der Importpreisinflation zu erwarten gewesen wĂ€re. Insbesondere wenn Verbraucher zahlreiche inlĂ€ndische Alternativen haben oder die Preissetzungsmacht der Unternehmen eher schwach ist, schlucken die US-Unternehmen einen Teil oder die gesamten Zölle, um ihren Marktanteil zu erhalten. Das zeigt: Die Weitergabe der Zölle ist ĂŒber Branchen und Produktsparten sehr ungleichmĂ€Ăig verteilt.
Die vollstÀndige Analyse (ENG, pdf) finden Sie hier:
https://bit.ly/3Vplvwk
Allianz Trade ist weltweiter MarktfĂŒhrer im KreditversicherungsgeschĂ€ft und anerkannter Spezialist fĂŒr BĂŒrgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfĂŒgt ĂŒber mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im LiquiditĂ€ts- und Forderungsmanagement zu unterstĂŒtzen.
Ăber das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die Allianz Trade Gruppe tĂ€glich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen. Insgesamt umfassen die Expertenanalysen MĂ€rkte, auf die 92% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.
Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und gibt den weltweit ĂŒber 70.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre GeschĂ€fte und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.
Das Unternehmen ist in ĂŒber 40 LĂ€ndern vertreten und beschĂ€ftigt mehr als 5.800 Mitarbeiter weltweit. 2024 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen konsolidierten Umsatz von EUR 3,8 Milliarden und versicherte weltweit GeschĂ€ftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.
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