Alstom Aktie: Auftragseingang um 37 Prozent eingebrochen
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 20:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der französische Bahntechnikkonzern Alstom ist mit einem deutlichen Kontrast zwischen operativem Geschäft und Auftragseingang in das neue Geschäftsjahr 2026/27 gestartet. Während das Unternehmen am Mittwoch einen Anstieg der Umsatzerlöse für das erste Quartal auswies, brachen die Neubestellungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum massiv ein. Trotz dieser Entwicklung hält die Konzernführung an ihren finanziellen Zielen für das Gesamtjahr fest.
Umsatzwachstum und operative Meilensteine
In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres steigerte Alstom den Umsatz auf 4,734 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal; auf organischer Ebene betrug das Wachstum 4,8 Prozent. Besonders kräftig legte das Segment Services zu, das ein Erlöswachstum von rund 10 Prozent auf 1,178 Milliarden Euro verzeichnete. Der Bereich Rollmaterial, der den größten Teil zum Gesamtumsatz beiträgt, wuchs um 5 Prozent auf 2,538 Milliarden Euro.
Parallel zur Umsatzentwicklung meldete der Konzern Fortschritte bei wichtigen Projekten. So wurde die Zertifizierung für den neuen Hochgeschwindigkeitszug TGV-M in Frankreich erfolgreich abgeschlossen, dessen Markteinführung für September vorgesehen ist. Zudem hob das Management die Bedeutung technologischer Innovationen wie digitaler Zwillinge und energieeffizienter Antriebe hervor, um die Produktionszyklen mittelfristig um bis zu 10 Prozent zu verbessern.
Drastischer Rückgang beim Auftragseingang
Die Kehrseite der Quartalsbilanz bildet der Auftragseingang, der um 37 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro zurückging. Im Vorjahreszeitraum hatten noch Bestellungen im Wert von über 4 Milliarden Euro in den Büchern gestanden. In der Folge sank das Book-to-Bill-Verhältnis, also das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, auf einen Wert von 0,5 nach 0,9 im Vorjahr.
Auffällig ist dabei die regionale Verschiebung der Nachfrage. Während die Aufträge in Europa im Vergleich zum Vorjahr deutlich nachließen, gewann die Region Afrika, Naher Osten und Zentralasien (AMEAC) massiv an Bedeutung. Allein auf diese Region entfielen 42 Prozent der neuen Bestellungen, getrieben unter anderem durch einen Großauftrag für Lokomotiven im Wert von 800 Millionen Euro. Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns bleibt mit 102,8 Milliarden Euro jedoch auf einem hohen Niveau und sichert die Auslastung für mehr als fünf Jahre ab.
Analystenstimmen und Marktreaktion
Die Reaktionen aus dem Analystenlager fallen geteilt aus. Die Experten von JPMorgan bewerten den Wert weiterhin mit „Overweight“. Trotz des schwächer als erwartet ausgefallenen Auftragseingangs im ersten Quartal zeigt sich Analyst Akash Gupta optimistisch und verweist auf die Einschätzung des Managements, wonach die Phase der Auftragsflaute bereits überwunden sein dürfte.
Dagegen positioniert sich Deutsche Bank Research vorsichtiger und belässt die Einstufung auf „Hold“. Analyst Gael de-Bray sprach von einem behäbigen Start in das neue Geschäftsjahr, rechnet jedoch ebenfalls mit einer zunehmenden Dynamik im weiteren Verlauf. An der Börse wird die Entwicklung derzeit skeptisch beurteilt: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 36,08 Prozent. Am heutigen Freitag notiert die Aktie bei 16,00 Euro, was einer Marktkapitalisierung von 7,33 Milliarden Euro entspricht.
Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt
Trotz des verhaltenen Auftragsstarts bestätigte CEO Martin Sion die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Alstom erwartet weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von etwa 5 Prozent und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 6,5 Prozent. Das Ziel für die Produktion liegt unverändert bei 4.400 bis 4.500 Schienenfahrzeugen.
Finanzvorstand Bernard-Pierre Delpit betonte zudem, dass ab dem zweiten Quartal mit einer deutlichen Beschleunigung des Auftragseingangs zu rechnen sei. Für das Gesamtjahr strebt der Konzern ein Book-to-Bill-Verhältnis von über 1,0 sowie einen positiven freien Cashflow an. Ein detaillierter operativer Plan zur weiteren finanziellen Stabilisierung soll Anfang 2027 vorgestellt werden.
Alstom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alstom-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Alstom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alstom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Alstom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
