Aluminiummarkt, Norsk

Aluminiummarkt: Norsk Hydro will Slovalco hochfahren

05.07.2026 - 12:30:02 | boerse-global.de

Der Aluminiumpreis fÀllt nach Auflösung geopolitischer RisikoprÀmien deutlich. Neue KapazitÀten in Europa und eine schwÀchere Nachfrageperspektive belasten den Markt.

Aluminiumpreis: Vom Vierjahreshoch zur raschen Talfahrt
Aluminiummarkt - Geschmolzenes Aluminium wird in einer modernen Schmelzanlage in eine Form gegossen, umgeben von Industrieanlagen. 05.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Vor gut einem Monat kostete eine Tonne Aluminium an der London Metal Exchange ĂŒber 3.780 US-Dollar – der höchste Stand seit vier Jahren. Jetzt liegt der Preis bei 3.100 US-Dollar. Noch deutlicher wird der Einbruch auf Monatssicht: minus 18,91 Prozent.

Der Grund fĂŒr die rasche Korrektur ist politisch. Die RisikoprĂ€mie, die durch die Spannungen im Nahen Osten eingepreist war, löst sich zusehends auf. Die Straße von Hormus ist wieder offen. Emirates Global Aluminium hat in Al Taweelah bereits 89 Schmelzzellen reaktiviert. Die VersorgungsĂ€ngste schwinden. Kein Wunder: Die Golfregion steuert einen erheblichen Teil der globalen Aluminiumproduktion bei.

Angebot kommt zurĂŒck

Auch in Europa tut sich etwas. Norsk Hydro will im vierten Quartal 2026 die Anlage Slovalco wieder hochfahren – zusĂ€tzliche KapazitĂ€t von 75.000 Tonnen pro Jahr. Die LME-LagerbestĂ€nde sanken in der vergangenen Woche zwar um 2,6 Prozent auf 301.945 Tonnen. Marktbeobachter werten das aber als Zeichen fĂŒr solide physische Nachfrage, nicht als Mangelsignal. Das bremst das AbwĂ€rtsrisiko.

Ein Alarmzeichen aus Japan

Gleichzeitig zeigt ein anderer Markt, wie angespannt die Lage bleibt. Die Aluminium-PrĂ€mie fĂŒr Japan stieg im dritten Quartal 2026 auf 395 US-Dollar pro Tonne ĂŒber dem LME-Preis. Das sind 12 bis 13 Prozent mehr als im Vorquartal – der höchste Wert seit 2015.

Die Botschaft: Auf dem Terminmarkt fÀllt der Preis. Wer physisches Aluminium braucht, zahlt weiter drauf.

Blick auf die Zentralbank

Ein schwacher US-Arbeitsmarkt könnte den Dollar weiter drĂŒcken. Nur 57.000 neue Stellen im Juni – die Chance auf eine Zinserhöhung der Fed im September sinkt damit deutlich. Ein schwĂ€cherer Dollar stĂŒtzt rohstoffnotierte Preise, auch Aluminium.

Der Fokus bleibt auf China. Die Produktion ist dort auf 45 Millionen Tonnen gedeckelt. Falls die chinesische Nachfrage nachlÀsst, setzt das den Markt weiter unter Druck.

Die UnterstĂŒtzung bei 3.000 US-Dollar rĂŒckt nĂ€her. Dorthin könnte der Preis in der neuen Handelswoche testen. Ob er hĂ€lt, entscheiden die nĂ€chsten Makrodaten.

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