Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Dax gibt nach - Emissionsthema bewegt Chemie- und Zementwerte

04.02.2026 - 12:26:55

Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am Mittwoch erneut Vorsicht walten lassen.

StĂŒtzend wirkte einerseits die anhaltende Erholung der Gold- und Silberpreise, deren scharfe Korrektur vergangene Woche auch die AktienmĂ€rkte belastet hatte. Andererseits verwies die Commerzbank DE000CBK1001 auf die Besorgnis bezĂŒglich der EinfĂŒhrung neuer Tools rund um KĂŒnstliche Intelligenz (KI) und deren potenzielle Störung traditioneller GeschĂ€ftsmodelle. Das hatte zuletzt vor allem die Aktien von Software- und Datenbankanbietern belastet.

Der Dax DE0008469008 schwankte um seinen Vortagesschluss und gab zuletzt um 0,3 Prozent auf 24.711 Punkte nach. Am Dienstag hatte sich der Leitindex letztlich kaum von der Stelle bewegt. Die runde Marke von 25.000 Punkten, die am Dienstag nur kurz ĂŒberwunden werden konnte, bleibt damit eine große HĂŒrde fĂŒr das Börsenbarometer.

Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenwerte stieg am Mittwoch um 0,2 Prozent auf 31.607 ZĂ€hler. FĂŒr den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um 0,1 Prozent nach oben.

Im Fokus blieben die geopolitischen Konfliktherde. So blicken Anleger gespannt darauf, was UnterhĂ€ndler Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi in Bezug auf ein erhofftes Kriegsende ausloten. Was den Iran betrifft, hat das US-MilitĂ€r offenbar eine iranische Überwachungsdrohne unweit der SĂŒdkĂŒste des Landes abgeschossen.

"Die Vorsicht bleibt derzeit ein stetiger Begleiter bei den Investoren", beschrieb Marktexperte Andreas Lipkow das Handelsgeschehen. "Zum einen bleibt die Situation im Nahen Osten angespannt und zum anderen kommen immer mehr durchwachsene Unternehmensnachrichten und Quartalsberichte in die FinanzmÀrkte."

Auf Sektorebene hatte ein Bericht im "Handelsblatt" ĂŒber die VerlĂ€ngerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EuropĂ€ische Union unterschiedliche Auswirkungen. Mit minus 7 Prozent davon belastet wurden die Aktie von Heidelberg Materials DE0006047004, wĂ€hrend viele Titel aus dem Chemiebereich davon profitierten. BASF DE000BASF111 stiegen im Dax um 3,6 Prozent, und an der Index-Spitze gewannen Brenntag DE000A1DAHH0 6,2 Prozent. Im MDax zogen Evonik DE000EVNK013, Lanxess DE0005470405 und Wacker Chemie DE000WCH8881 zwischen 5,2 und 6,7 Prozent an.

In dem Medienbericht hieß es unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Beamten, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes Klimaschutzinstrument, den EuropĂ€ischen Emissionshandel, abschwĂ€chen. Geplant sei, ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum als bisher vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten.

Heidelberg Materials dagegen litt unter der Nachricht - laut HÀndlern, weil Anleger zuletzt darauf gesetzt hÀtten, dass der Zementkonzern ein Vorreiter dabei sei, die Produktion emissionsfrei zu machen. Dies wollten sich die Heidelberger eigentlich teuer bezahlen lassen, argumentierte der Börsianer.

Zudem richteten sich die Blicke auf GeschĂ€ftszahlen von Infineon DE0006231004. Der Chipkonzern verzeichnete auch im ersten GeschĂ€ftsquartal eine dynamische Nachfrage bei KI, wĂ€hrend das Marktumfeld ansonsten verhalten blieb. Die von Analysten viel beachtete Marge fĂŒr das operative GeschĂ€ft sank zwar, fiel aber damit besser aus, als von Analysten zuvor erwartet. Angesichts des Booms im GeschĂ€ft mit KĂŒnstlicher Intelligenz im laufenden GeschĂ€ftsjahr erhöht Infineon zudem seine Investitionen krĂ€ftig. Die Aktien von Infineon rutschten im Handelsverlauf ins Minus und verloren zuletzt 1,5 Prozent.

Die Papiere von PVA Tepla DE0007461006 brachen als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax DE0009653386 um gut 13 Prozent ein. Das Technologieunternehmen hatte im vergangene Jahr in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld weniger Umsatz erzielt und verdient. Zudem enttÀuschte der Ausblick./la/mis

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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