AMD, Aktie

AMD Aktie: Lisa Su trifft Chinas Vize-Premier He Lifeng

29.05.2026 - 22:17:49 | boerse-global.de

Analysten prognostizieren AMD als Hauptprofiteur des CPU-Wachstums durch autonome KI-Systeme bis 2028.

AMD Aktie: Lisa Su trifft Chinas Vize-Premier He Lifeng - Foto: ĂĽber boerse-global.de
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Der Chipkonzern Advanced Micro Devices (AMD) steht im Fokus der Anleger – und das aus gutem Grund. Eine frische Analyse von Wolfe Research adelt AMD zum primären Profiteur der aufkommenden „Agentic AI“-Welle. Das Papier untermauert eine Aktie, die bereits spektakuläre Kursgewinne vorzuweisen hat. Am Freitag notiert die AMD-Aktie in Frankfurt bei 440,20 Euro, ein Minus von 0,99 Prozent zum Vortag. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 444,60 Euro beträgt damit weniger als ein Prozent.

Wolfe Research: AMD als CPU-Champion der nächsten KI-Ära

Wolfe Research prognostiziert, dass der Aufstieg der sogenannten Agentic AI – autonomer KI-Systeme, die selbstständig handeln – den Markt für CPUs (Prozessoren) bis 2028 um rund 30 Prozent wachsen lässt. Die Begründung: Neuere KI-Systeme benötigen deutlich mehr CPUs neben den Grafikchips (GPUs), um Aufgaben zu koordinieren, Speicher zu verwalten und Daten abzurufen.

Unter den großen Chipkonzernen sieht Wolfe Research AMD als den größten Gewinner relativ zu seiner Größe und aktuellen Bewertung. Die Server-CPU-Umsätze des Unternehmens könnten demnach von 17 Milliarden Dollar im Jahr 2026 auf 44 Milliarden Dollar im Jahr 2028 steigen. Der KI-getriebene CPU-Bedarf könnte pro Aktie rund 7 Dollar zum Gewinn beitragen – das würde AMDs Gesamtergebnis je Aktie bis 2028 auf 25 bis 30 Dollar hieven.

Wolfe Research weist zudem auf einen entscheidenden Faktor hin: Die Kapazitätsengpässe bei TSMC, nicht die Produktleistung, würden künftig die Marktanteile bestimmen. Diese Dynamik spiele AMD in die Karten, da das Unternehmen eine tiefe Fertigungspartnerschaft mit dem taiwanesischen Foundry-Riesen unterhält.

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Agentic AI verändert die Nachfrage

Das Wolfe-Research-Thema fußt auf einem strukturellen Wandel in der KI-Infrastruktur. Statt des bisherigen Verhältnisses von einem CPU zu vier bis acht GPUs bei Chatbot-KI, bewege sich Agentic AI auf ein Verhältnis von 1:1 zu – teilweise sogar mit mehr CPUs.

CEO Lisa Su prognostizierte im letzten Earnings Call, dass der Serverprozessor-Markt jährlich um mehr als 35 Prozent wachsen und bis 2030 die Marke von 120 Milliarden Dollar überschreiten könnte. Die Q1-Zahlen 2026 untermauern diesen Optimismus: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar, der Data-Center-Umsatz – befeuert durch EPYC-Server-CPUs und Instinct-KI-Beschleuniger – sprang um 57 Prozent auf einen Rekordwert von 5,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie von 1,37 Dollar übertraf die Konsensschätzung von 1,29 Dollar.

China-Strategie: Diplomatischer VorstoĂź und geopolitischer Drahtseilakt

Parallel zu den positiven Analystensignalen unternimmt AMD einen bemerkenswerten diplomatischen Schritt. CEO Lisa Su traf sich mit Chinas Vize-Premier He Lifeng in der Großen Halle des Volkes in Peking und versprach, die Aktivitäten und Investitionen des Unternehmens in China auszuweiten. Dies geschah nur wenige Tage nach dem Staatsbesuch von Präsident Trump in China.

Während Huawei und andere einheimische Chip-Hersteller in die von Nvidia hinterlassene Lücke springen, signalisiert AMDs Entwickler-Event in Shanghai, dass auch AMD diese Lücke füllen will. Su bewarb dort ROCm, AMDs Open-Source-Software-Stack, bei chinesischen Entwicklern – zu einer Zeit, in der viele KI-Firmen nach Alternativen zu Nvidias CUDA-Ökosystem suchen, weil die fortschrittlichste Nvidia-Hardware schwer zu bekommen ist. Der MI308-Beschleuniger von AMD kann ohne Sondergenehmigung nach China verkauft werden, während der leistungsfähigere MI325X seit Januar 2026 von einer Vermutungsregelung in eine Einzelfallprüfung überführt wurde – ein schmaler Pfad für den Verkauf hochwertiger Hardware nach China.

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Risiken: Margendruck und Exportkontrollen

Die Rallye ist nicht ohne Risiken. CFO Jean Hu warnte im letzten Earnings Call, dass der Hochlauf des kommenden MI450-Chips kurzfristig den Margendruck erhöhen werde, da das Produkt unter den unternehmensdurchschnittlichen Margen startet. AMDs Software-Ökosystem ist weit weniger ausgereift als das von Nvidia, und die US-Exportkontrollen beschränken das Unternehmen weiterhin beim Verkauf seiner fortschrittlichsten KI-Chips nach China.

Der nächste entscheidende Test folgt mit den Q2-Zahlen. Das Management hat einen Umsatz von 11,2 Milliarden Dollar und eine Bruttomarge von 56 Prozent in Aussicht gestellt. AMD ist in den letzten 30 Tagen um 52 Prozent gestiegen, seit Jahresbeginn um 130 Prozent. Eine Verfehlung der Erwartungen dürfte den hohen Bewertungsmultiple schnell schrumpfen lassen. Die Messlatte liegt hoch.

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